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02.03.2016

17:22 Uhr

Nordic Yards

Genting kauft drei weitere Werften in Deutschland

Weltweit haben Werften kaum noch freie Baukapazitäten für neue Kreuzfahrtschiffe. Das Geschäft boomt. Deshalb baut der asiatische Genting-Konzern seine Schiffe gleich selbst und kauft dazu Werften in Deutschland.

Mit dem Erwerb der Werften solle sicher gestellt werden, dass Genting in den nächsten zehn Jahren die erforderlichen neuen Kreuzfahrtschiffe fristgerecht und kosteneffizienter bauen könne. dpa

Werft von Nordic Yards in Warnemünde

Mit dem Erwerb der Werften solle sicher gestellt werden, dass Genting in den nächsten zehn Jahren die erforderlichen neuen Kreuzfahrtschiffe fristgerecht und kosteneffizienter bauen könne.

SchwerinDie Werften in Wismar, Rostock und Stralsund haben einen neuen Eigentümer. Das zur malaysischen Genting Gruppe gehörende Schiffbau-Unternehmen Genting Hongkong kaufte die Werften für 230 Millionen Euro vom bisherigen Eigentümer Nordic Yards, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Genting will die Werften zusammen mit der vor kurzem aufgekauften Lloyd-Werft in Bremerhaven nutzen, um die eigene Kreuzfahrtflotte auszubauen.

Dafür bieten die modernen Werften an der Ostsee gute Voraussetzungen, wie der Vorstandsvorsitzende von Genting Hongkong, Tan Sri Lim Kok Thay, erklärte. Dem Genting Konzern gehören die Linien Crystal Cruisis, Dream Cruisis, Star Cruisis und Norwegian Cruise Line. Besonders in China wachse der Kreuzfahrtmarkt rapide, die Auftragsbücher vieler Werften seien gefüllt. Mit den eigenen Werften könne Genting davon unabhängig Schiffe fertigen.

Die IG Metall Küste begrüßte die Übernahme. „Nach monatelangen Spekulationen und Unsicherheiten gibt es endlich Klarheit und Perspektive für die Beschäftigten“, erklärte Daniel Friedrich, Geschäftsführer der IG Metall Lübeck-Wismar. Wichtig sei, dass die mit dem Kreuzfahrtschiffbau verbundenen Chancen gleichberechtigt verteilt und alle vier Standorte gerecht beteiligt werden.

Genting Hongkong stellte 1700 Arbeitsplätze für die vier Werften in Aussicht, die zur Lloyd Werft Group zusammengefasst werden sollen. Auf den bisherigen Nordic Yards Werften sind nach Unternehmensangaben derzeit 1400 Mitarbeiter beschäftigt.

Die Schweriner Landesregierung hoffe, dass die Werften durch den Verkauf eine dauerhafte Perspektive erhielten und die Arbeitsplätze gesichert würden, erklärte Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD). Schließlich sei der Bau von Kreuzfahrtschiffen einer der attraktivsten Märkte der Branche.

Die drei ehemaligen DDR-Werften haben seit der Wiedervereinigung mehrere Eigentümerwechsel hinter sich gebracht. Seit 2009 gehörten sie als Nordic Yards dem russischen Unternehmer Vitaly Yusufov. Er versuchte, die Werften mit dem Bau von Off-Shore-Plattformen für Windenergieanlagen und mit Spezialschiffbau für den russischen Markt auszulasten.

Von

afp

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