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05.04.2014

17:42 Uhr

Nordic Yards

Neues Übernahmeangebot für P+S-Werften

Gut anderthalb Jahre nach der Pleite der P+S-Werften gibt es auch für die Werft in Stralsund Hoffnung. Der frühere Konkurrent Nordic Yards verbesserte sein Übernahmeangebot: Er garantierte, die Mitarbeiter zu übernehmen.

Der Ausrüstungskai auf der P+S-Werft am Standort Volkswerft Stralsund: Ein Interessent aus Lettland bringt Unruhe ins Spiel. dpa

Der Ausrüstungskai auf der P+S-Werft am Standort Volkswerft Stralsund: Ein Interessent aus Lettland bringt Unruhe ins Spiel.

Stralsund/WismarDie bislang erfolglose Suche nach einem Käufer für die insolvente Volkswerft in Stralsund könnte kurz vor Fristablauf Ende April doch noch ein gutes Ende finden. Die in russischem Besitz befindliche Nordic Yards GmbH mit Werften in Wismar und Warnemünde hat bereits am Freitag ein neues Übernahmeangebot für Stralsund vorgelegt, wie das Unternehmen am Samstag mitteilte..

Vor allem im Offshore-Bereich würden in den kommenden Jahren Milliarden investiert. „Daher planen wir eine strategische Kapazitätserweiterung“, begründete Jürgen Wollny, Geschäftsführer der Nordic Yards, das weiterbestehende Interesse.

Das Auf und Ab der P+S-Werften

1948

Die Volkswerft Stralsund und die Peene-Werft Wolgast werden gegründet.

1992

Die Bremer Hegemann-Gruppe übernimmt die Peene-Werft in Wolgast. Jahrelang hat sie volle Auftragsbücher.

Juli 2007

Die Hegemann-Gruppe übernimmt auch die Volkswerft Stralsund. Sie will in die Produktion besonders großer Containerschiffe einsteigen.

Frühjahr 2009

In beiden Werften werden die Aufträge knapp. Hegemann kündigt die Umstellung auf den Spezialschiffbau an.

Juni 2009

Finanz-und Wirtschaftsministerium geben grünes Licht für eine Bürgschaft über9 Millionen Euro.

Juni 2010

Die beiden Werften stellen sich unter dem Namen P+S- Werften neu auf. Die Hegemann-Gruppe hält einen Anteil von 7 Prozent, die HSW Treuhand- und Beteiligungsgesellschaft ist mit 93 Prozent beteiligt.

August 2010

Die Belegschaften erklären sich zu kostenloser Mehrarbeit bereit, um die weitere Sanierung der Werften zusichern.

August 2011

Die P+S-Werften erhalten einen Millionenauftrag über den Bau von zwei Offshore-Installationsschiffen.

März 2012

Land, Bund und Banken einigen sich auf Unterstützung bei der Finanzierung von Schiffbauaufträgen. Grund sind die teureren Spezialschiffe.

Mai 2012

Ein Finanzloch von 200 Millionen Euro gefährdet den Fortbestand. Das Land ist grundsätzlich zu erneuter Hilfe bereit, braucht aber die Zustimmung der EU und sieht auch Bund, Banken, das Unternehmen und die Belegschaft mit in der Verantwortung.

Juni 2012

Es stellt sich heraus, dass fast 300 Millionen Euro Umstrukturierungsbeihilfe nötig sind. Die Mitarbeiter erklären sich bereit, sich an der Rettung mit 68 Millionen Euro zu beteiligen. Schwerin sagt ein Darlehen von bis zu 152,4 Millionen Euro zu.

Juli 2012

Die EU-Kommission genehmigt die staatliche Garantie für die P+S Werften unter Vorbehalt.

August 2012

Der frühere Airbus-Manager und Sietas-Werftsanierer Rüdiger Fuchs wechselt als Unternehmenschef an die Spitze der P+S-Werften. Er deckt größere Probleme als bisher bekannt auf, darunter Lieferverzögerungen für Scandlines-Fähren und zwei Spezialfrachter.

20. August

Das Land stoppt die Hilfen.

29. August

Die Werftengruppe reicht den Insolvenzantrag ein.

„Der Schiffbau bleibt eine Zukunftsbranche mit hohen Wachstumsraten in den Märkten, in denen Nordic Yards vertreten ist: Offshore Wind, Offshore Öl & Gas und eisbrechende Schiffe“, erklärte Wollny. Um neue Aufträge annehmen und erfüllen zu können, benötige Nordic weitere hochqualifizierte Mitarbeiter, wie sie am Standort Stralsund vorhanden seien. Das Angebot beinhalte die Übernahme zum 1. Mai 2014 und ein Investitionsprogramm von 15 Millionen Euro. Ein Kaufpreis wurde nicht genannt.

Nordic Yards hatte bereits vor Monaten sein Interesse bekundet, mit dem Angebot vor allem wegen fehlender Beschäftigungsgarantien aber keinen Erfolg gehabt. Das Land als größter Gläubiger hatte klare Zusagen verlangt. Nordic will nun in Stralsund bis Ende 2014 zunächst 250 Werftarbeiter beschäftigen, die Mitarbeiterzahl aber bis 2016 verdoppeln.

Am Montag will die Landesregierung mit Insolvenzverwalter Berthold Brinkmann erneut über die Zukunft der Volkswerft zu beraten. Gleichzeitig wollen Schiffbauer in Stralsund für den Erhalt der Werft demonstrieren.

Von

dpa

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