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30.03.2017

12:38 Uhr

Nutella-Hersteller

Ferrero-Erbe lässt los – aber nicht ganz

VonChristoph Kapalschinski

Giovanni Ferrero zieht sich aus dem Tagesgeschäft des gleichnamigen Süßwarenkonzerns aus Alba zurück. Damit nimmt er sich ein Beispiel am verstorbenen Patriarchen Michele. Doch die Macht bleibt in der Familie.

Der Unternehmer zieht sich aus dem operativen Geschäft zurück. Reuters, Sascha Rheker

Giovanni Ferrero

Der Unternehmer zieht sich aus dem operativen Geschäft zurück.

HamburgFerrero-Erbe Giovanni Ferrero zieht sich aus dem Tagesgeschäft zurück. Der 53-jährige werde „Executive Chairman“, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Ab September wird der bisherige Zentral- und Osteuropa-Chef Lapo Civiletti den CEO-Posten übernehmen.

Ferrero begründet den Schritt damit, dass das Unternehmen so seine internationale Expansion vorantreiben wolle. Giovanni Ferrero, der 2011 die Konzernleitung übernommen hatte, wolle seine Kraft für strategische Fragen einsetzen – eine Rolle, die bis zu seinem Tod vor zwei Jahren auch sein Vater Michele Ferrero ausgefüllt hatte.

„Dies ist eine bedeutsame Zeit für den Konzern und wir sind bereit, die neuen Gelegenheiten zu ergreifen, die sich unserem Unternehmen bieten“, ließ sich Civiletti zitieren. „Ich werde mich ganz der Aufgabe verschreiben, die strategische Richtung von Giovanni Ferrero zu verfolgen, an seiner Seite, mit einem sehr talentierten Führungsteam und in Zusammenarbeit mit all meinen Ferrero-Kollegen auf der ganzen Welt.“

Giovanni Ferrero hat das Familienunternehmen in den vergangenen Jahren durch Zukäufe gestärkt. Das galt als Abkehr vom Kurs seines Vaters, der aus eigener Kraft das Unternehmen aus dem Piemont seit den 1950er-Jahren zu Weltgröße gebracht hatte. Giovanni Ferrero bleibt offenbar aktiv: An ihn sollen direkt unter anderem der Strategie-Chef und die Chef-Entwickler berichten.

Ferrero International mit Sitz in Luxemburg hat 2015/16 erstmals die Schwelle von zehn Milliarden Euro überschritten. Davon kommen gut zwei Milliarden Euro aus Deutschland mit Produkten wie Nutella, TicTac und Hanuta. Das Geschäft läuft gut: Der Umsatz legte im vergangenen Jahr weltweit um 13,4 Prozent zu.

Giovanni Ferrero gilt in Italien dennoch nicht als geborener Unternehmer. Eigentlich sollte, so heißt es, sein Bruder Pietro die Leitung des Familienunternehmens übernehmen. Allerdings verunglückte dieser vor einigen Jahren in Südafrika tödlich. So musste der Buchautor Giovanni Ferrero die Aufgabe übernehmen – mit Fortune.

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