Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

03.07.2016

17:08 Uhr

Nutzungskosten der Schienenwege

Bahn fürchtet um ihre Konkurrenzfähigkeit

Die Pläne der Bahn für den Ausbau des IC-Netzes sind gefährdet. Die Bahn-Manager drohen: Wenn die Preise für die Nutzung der Schienenwege steigen sollten, könnten einige Verbindungen gestrichen werden.

Die Trassen- und Stationspreise für den Bahn-Fernverkehr sollen in den nächsten Jahren deutlich steigen. Gegen das geplante Gesetz wehrt sich das Management. dpa

Trassen- und Stationspreise

Die Trassen- und Stationspreise für den Bahn-Fernverkehr sollen in den nächsten Jahren deutlich steigen. Gegen das geplante Gesetz wehrt sich das Management.

BerlinDie Deutsche Bahn fürchtet im Fernverkehr mit ICE und Intercity um ihre Konkurrenzfähigkeit, wenn die Trassenpreise für die Streckennutzung weiter steigen sollten. Es sei dann sogar möglich, dass Verbindungen gestrichen werden müssten, heißt es in einem internen Schreiben des Managements, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Hintergrund ist ein geplantes Gesetz für mehr Wettbewerb bei der Eisenbahn, über das der Bundestag voraussichtlich am kommenden Donnerstag abstimmen wird. Darin soll nach jüngstem Stand auch festgelegt werden, dass der Personenfernverkehr auf der Schiene bei künftigen Erhöhungen der Trassen- und Bahnhofsgebühren einen größeren Anteil zu tragen hat als der Regionalverkehr. Nach Berechnungen der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) würde das für den Fernverkehr zu einer Mehrbelastung von 2,3 Milliarden Euro bis zum Jahr 2030 führen.

Schenker-Chef Jochen Thewes: „Ich gehe raus, um das Spiel zu gewinnen“

Schenker-Chef Jochen Thewes

Premium „Ich gehe raus, um das Spiel zu gewinnen“

Jochen Thewes soll den Logistikkonzern Schenker hübsch für die Börse machen. Im Interview spricht der Chef der Bahn-Tochter über Geschäfte mit Kreuzfahrtschiffen, Google-Brillen und sein Ziel, Klassenprimus zu werden.

In dem Brief vom 13. Juni 2016, der an die Bahntochter DB Netz gerichtet ist, warnt die Vorstandschefin von DB Fernverkehr, Birgit Bohle, vor den Folgen: „Für die absehbare Zukunft sind aus dem Segment Schienenpersonenfernverkehr Trassenpreissteigerungen nicht mehr abzudecken, ohne signifikante Bereiche des Netzes in die Unwirtschaftlichkeit (und damit außerhalb der Tragfähigkeit) zu führen“, heißt es darin. „Es müsste dann - in vielen Fällen trotz steigender Reisendenzahlen - eine Einstellung von Verkehren erwogen werden.“

Bohle wies darauf hin, dass es dem Zugverkehr schon seit längerer Zeit kaum mehr gelinge, „Kostensteigerungen an den Markt weiterzugeben“. Dadurch sei die Wirtschaftlichkeit „vor allem in den Randbereichen des Netzwerks“ an einen kritischen Punkt gekommen.

Die Deutsche Bahn hatte zuletzt mehr Fahrgäste in ihre ICE und IC gelockt, vor allem mit Sonderangeboten wie dem 19-Euro-Ticket. Zwischen Januar und Mai diesen Jahres waren es nach Angaben eines Bahn-Sprechers 54,7 Millionen Passagiere - also zehn Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. „So viele Menschen sind noch nie mit ICE und IC gefahren“, sagte Bahnchef Rüdiger Grube der „Bild am Sonntag“. Ihren bisherigen Passagierrekord von 132 Millionen Reisenden werde die Bahn 2016 übertreffen. Geplant ist zudem, bis zum Jahr 2030 sämtliche Städte mit mehr als 100 000 ins IC-Netz einzubinden. Das ist Teil des Zukunftsplanes von Bahnchef Rüdiger Grube, der damit mehr Fahrgäste in die Fernzüge locken will.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×