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25.03.2016

17:30 Uhr

Oberleitungsschaden legt ICE lahm

Bahnreisende stecken stundenlang fest

Mieser Start ins Osterwochenende: Wegen eines Schadens an der Oberleitung muss die ICE-Strecke zwischen Kassel und Göttingen gesperrt werden. Die Reisenden in einem Schnellzug nach Hamburg sitzen stundenlang fest.

Reisende in einem ICE Richtung Hamburg saßen am Freitag stundenlang auf der Strecke zwischen Kassel und Göttingen fest. dpa

Oberleitungsschaden legt Strecke lahm

Reisende in einem ICE Richtung Hamburg saßen am Freitag stundenlang auf der Strecke zwischen Kassel und Göttingen fest.

Göttingen/KasselEine beschädigte Oberleitung auf der ICE-Strecke zwischen Kassel und Göttingen hat am Karfreitag die Osterreisen von hunderten Bahnfahrern massiv behindert. Wegen eines Bügelschadens beschädigte der ICE 578 am Mittag die Stromleitung so massiv, dass der Strom inzwischen abgeschaltet werden musste, wie eine Bahnsprecherin der Deutschen Presse-Agentur in Hannover sagte.

Die Reparaturen würden noch bis tief in die Nacht dauern. Zunächst bleibe die Strecke bis Mitternacht komplett gesperrt. Ob danach zumindest ein eingleisiger Betrieb möglich werde, müsse sich zeigen. Es kam zu Verspätungen. Andere Züge mussten weiträumig umgeleitet werden. Dadurch seien am Nachmittag Verspätungen von bis zu 30 Minuten entstanden.

Wie die Deutsche Bahn ihre Kundenfreundlichkeit verbessern will

Mehr Pünktlichkeit

Die Bahn will die Pünktlichkeit ihrer Züge „deutlich steigern“. Dazu sollen alle Betriebsabläufe optimiert werden – unter anderem durch den Einbau von größeren Zeitpuffern in den Fahrplänen an viel befahrenen Netzknotenpunkten und den Einsatz neuer mobiler Wartungsteams, die Störungen an Zügen flexibel beseitigen sollen. Ein neuer Schlepplok-Dienst soll liegengebliebene Züge schneller von den Schienen holen. Um Unwetterschäden zu vermeiden, wird die Baumpflege an den Strecken ausgebaut.

Bessere Internetverbindungen

Im kommenden Jahr will der Konzern den Telefon- und Internetempfang in ICE-Zügen nach eigenen Angaben „deutlich“ verbessern und dafür etwa die Empfangstechnik aufrüsten. Das WLAN-Netz der Bahn soll in den kommenden Jahren nach und nach entlang der Reisekette auf mehr Fernverkehrszüge, Bahnhöfe und auch auf S-Bahn- und Nahverkehrszüge ausgedehnt werden.

Aktuellere Reiseinformationen

Mit neuen Zuganzeigesystemen an den Bahnhöfen will die Bahn ab kommendem Jahr den Informationsfluss in Sachen Gleiswechsel, Ankunftszeitprognosen und Wagenreihenfolgen verbessern. „Mittelfristig“ will sie ein digitales „Live Ticket“ einführen, das sich aktualisiert und Reisende unterwegs mit den für sie relevanten Streckeninformationen versorgt. Wenn nötig, kann es auch Alternativrouten vorschlagen und Umbuchungen vornehmen.

Mehr Service im Zug

Mitarbeiter sollen in Kooperation mit Unternehmen etwa aus der Hotel- und Gaststättenbranche in puncto „Serviceorientierung“ ausgebildet werden. Reisende mit Smartphones und Online-Tickets sollen sich künftig selbst im Zug anmelden können, wodurch eine Fahrkartenkontrolle überflüssig wird („Self Check In“). Zugbegleiter sollen so mehr Zeit für Serviceaufgaben haben.

Komfortablere Bahnhöfe

Die Zuverlässigkeit von Aufzügen und Rolltreppen an den Bahnhöfen in Ballungszentren will die Bahn „signifikant“ auf weit über 90 Prozent steigern. Dazu sollen etwa Entstörbereitschaften auf Zweischichtdienste umstellen und an Wochenenden arbeiten. 31 S-Bahn-Stationen in Metropolen werden renoviert, zudem sollen bundesweit 21 Umsteigebahnhöfe „offener und einladender“ umgestaltet werden. Mit der sogenannten Stationsoffensive richtet der Konzern 350 neue Haltepunkte in ländlichen Gebieten ein.

Mehr Unterhaltung

Das in ICE-Zügen verfügbare kostenlose sogenannte Infotainment-Portal, das etwa Echtzeit-Reiseinformationen und bestimmte Nachrichtenangebote bietet, soll künftig auch in weiteren Zügen und an Bahnhöfen verfügbar sein. Ab Ende 2016 sollen Bahnkunden umsonst „umfangreiche Film- und Musikangebote“ abrufen können. Zusätzlich richtet das Unternehmen eine Datenbank mit „aktuellen Blockbustern“ ein, die Reisende im „Pay per View“-Verfahren gegen Bezahlung ansehen können.

In der Folge habe ein nachfolgender ICE seine Fahrt in Höhe der niedersächsischen Gemeinde Jühnde stoppen müssen. Erst nach mehreren Stunden konnte der Zug, der von Zürich auf dem Weg nach Hamburg war, von einer Diesellok in den Bahnhof Göttingen geschleppt werden. Die rund 700 Fahrgäste sollten von hier aus auf andere Züge verteilt werden. „Selbstverständlich gelten für die Kunden alle Fahrgastrechte“, sagte die Sprecherin. Wegen des anstehenden Osterwochenendes seien die Züge an diesem Tag sehr gut gefüllt.

Warum der erste Zug, der ICE 578 auf dem Weg von Stuttgart nach Hamburg, einen Schaden am Stromabnehmer hatte, könne zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht gesagt werden. Der Zug habe in Kassel seine Fahrt gestoppt, die Passagiere seien von dort auf andere Züge verteilt worden.

Von

dpa

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