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26.05.2011

14:39 Uhr

Ölmulti-Oligopol

Kartellamt fordert bei Spritpreisen politische Hilfe

Fünf Ölmultis beherrschen den deutschen Tankstellenmarkt. Viel Wettbewerb machen sie sich nicht, sagt das Kartellamt. Doch den Wettbewerbshütern sind die Hände gebunden. Nun gibt es nur noch eine Hoffnung.

Auf Wettbewerb an der Tanksäule müssen Autofahrer wohl noch lange warten. Quelle: dpa

Auf Wettbewerb an der Tanksäule müssen Autofahrer wohl noch lange warten.

BonnDie Autofahrer in Deutschland können auch nach einer detaillierte Untersuchung des Tankstellenmarktes in Deutschland durch das Bundeskartellamt nicht mit auf breiter Front sinkenden Spritpreisen rechnen. Kartellamtspräsident Andreas Mundt sagte am Donnerstag in Bonn, zwar zeige die im Mai 2008 begonnene Studie, dass fünf Ölmultis den Markt beherrschten - doch hätten sich keine Hinweise auf illegale Absprachen ergeben. Nur in diesem Fall könnten die Wettbewerbshüter mit empfindlichen Strafgeldern gegen überteuerte Preise an den Zapfsäulen vorgehen. Die Schlussfolgerungen erlauben dem Kartellamt aber juristische Nadelstiche gegen die Konzerne: Die Wettbewerbshüter können etwa Übernahmen erschweren oder gänzlich unterbinden. Darüber hinaus solle aber die Politik prüfen, wie sich Verbesserungen im Sinne der Verbraucher umsetzen lassen, betonte Mundt.

Nach der Untersuchung des Kraftstoffmarkts in Deutschland kommen die Bonner Wettbewerbshüter zu dem Schluss, dass Aral, Esso, Jet, Shell und Total den Markt beherrschen. „Die fünf großen Tankstellenbetreiber in Deutschland machen sich gegenseitig keinen wesentlichen Wettbewerb“, betonte Mundt. Damit könne von einem Oligopol gesprochen werden. Durch dieses Ergebnis wird es für die Behörde juristisch leichter, Verbote von Übernahmen weiterer Tankstellen durch die Multis vor Gericht durchzusetzen. Das Kartellamt prüfe außerdem die Einleitung von Verfahren gegen die Konzerne wegen Wettbewerbsbeschränkungen, sagte Mundt. Dabei gehe es um die Behinderung freier Tankstellen durch die Konzerne. Diese würden den Konkurrenten etwa Kraftstoff zu Preisen überlassen, die über denen lägen, die sie an eigenen Tankstellen in der Nähe zu den Mitbewerbern verlangten.

Kommentare (1)

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Diesel-Huelsmann

26.05.2011, 15:23 Uhr

Warum nicht so den Wettbewerb ankurbeln: Gas Strom Tankstellen mit Prepaideingaben ausrüsten und jedes Kaufhaus kann denn für 10 bis 100 Euro Karten verkaufen.Es würde sofort ein Wettbewerb anlaufen Z B wenn man bein einem Kaufhaus für 30 Euro 20 Liter bekommt, beim Anderen 23 Liter.

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