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18.06.2013

14:01 Uhr

Oetker-Jahreszahlen

Leichter Seegang, toller Umsatz

Der Bielefelder Konzern hat heute einen guten Grund zum Feiern. Im vergangenen Jahr legte der Umsatz des Familienunternehmens um mehr als neun Prozent zu. Das verdankt Oetker vor allem seiner größten Sparte im Haus.

Bielefeld, DüsseldorfPizza und Pudding, Sekt und Bier, Banken, Bücher, Schiffe und Luxushotels: Der gigantische Oetker-Konzern, der seit 2010 vom Urenkel des Gründers geführt wird, hat im vergangenen Jahr mehr als 11 Milliarden Euro umgesetzt. In Bielefeld teilte Richard Oetker heute mit, dass die Erlöse seines Unternehmens 2012 um 9,3 Prozent zugelegt haben.

Insgesamt gehören zu dem Familienunternehmen, das weltweit mehr als 26.000 Mitarbeiter beschäftigt, mehrere hundert Betriebe verschiedener Branchen. So wird auch ein Großteil im Ausland erwirtschaftet; 2012 gut 68,2 Prozent des gesamten Umsatzes. In Deutschland wurden gut 3,5 Millionen Euro erwirtschaftet.

Dabei setzte das Familienunternehmen jeden zweiten Euro (5,46 Milliarden Euro) mit der Reederei Hamburg Süd um. Zur Ertragslage der Sparte äußert sich Oetker traditionell nicht. Die Frachtraten seien aber weiter unter Druck, räumte Oetker ein und beklagte „hohe Treibstoffkosten“. Das Ergebnisniveau „fast aller Reedereien“ sei „nach wie vor unbefriedigend“.

Zuwächse erzielte der Nahrungsmittelbereich (2,1 Milliarden Euro), der rund 23 Prozent der Umsatzerlöse beisteuert, und ein kleines Plus gab es auch bei der Sektkellerei Henkell und Deutschlands größter Brauereigruppe Radeberger.

Die größten Reedereien der Welt

Platz 10

OOCL – 104 Schiffe

Die Orient Overseas Container Line wurde 1947 in Shanghai durch den Unternehmer Tung Chao Yung unter dem Namen „Orient Overseas Line“ gegründet. Noch im selben Jahr begann Tung regelmäßiger Routen nach Nordamerika und Europa zu etablieren. Auf der Flucht vor den Kommunisten siedelte Tung mit seinem 1949 nach Hongkong um. 1969 wurde das Unternehmen zur „Orient Overseas Container Line“ und transportierte als erste asiatische Reederei regelmäßig Containerfracht über den Pazifik. Von 1979 bis 1989 stand mit dem Öltanker Seawise Giant das bis heute größte jemals (nicht an einem Stück) gebaute Schiff im Dienst der Flotte.

Quelle: Alphaliner, Stand 06. Januar 2016

Platz 9

CSCL - 124 Schiffe

Die China Shipping Container Lines (CSCL) gehören zu den jüngsten Reedereien der Containerschifffahrt und gehört zur China Shipping Group. Seit 1997 expandiert die chinesische Reederei massiv – und steuert alleine in China über 40 Häfen an.

Platz 8

Hamburg Süd – 134 Schiffe

Es ist ein Unternehmen mit Tradition: Hamburg Süd ging 1871 aus dem Zusammenschluss von elf Hamburger Handelsgesellschaften hervor. Heute gehört die Reederei zum Oetker-Konzern. Im März 2015 übernahm sie den chilenischen Konkurrenten CCNI.

Platz 7

PIL – 147 Schiffe

Mit der Küstenschifffahrt und kleinen Liniendiensten von Singapur in die Häfen Südostasiens begann 1967 die Erfolgsgeschichte der Pacific International Lines. In den folgenden Jahrzehnten dehnte die Reederei ihr Containerliniennetz von Asien nach Europa und schließlich in die ganze Welt aus. Bis heute ist PIL ein Familienunternehmen.

Platz 6

Cosco - 169 Schiffe

Die China Ocean Shipping Company wurde in Europa bekannt, weil die Reederei in der Finanzkrise 50 Prozent der Anteile am Hafen in Piräus übernommen hat. In der Containerschifffahrt haben die Chinesen ihr weltweites Netz in den vergangenen Jahren sukzessive ausgebaut.

Platz 5

Hapag-Lloyd - 172 Schiffe

Hapag-Lloyd ging 1970 aus der Fusion von Hapag und Norddeutschem Lloyd hervor. 2014 übernahm der Konzern den chilenischen Konkurrenten CSAV, um im Wettbewerb der Großen mithalten zu können. Muttergesellschaft ist der Tui-Konzern.

Platz 4

Evergreen - 192 Schiffe

Anders als der Name vermuten lässt, kommt die Reederei Evergreen aus China, genauer: aus Taipeh. Zum Konzern gehören die Uniglory Marine aus Taiwan, die Evergreen Marine UK (vorher: Hatsu Marine) aus Großbritannien und die Lloyd Triestino (einst Österreichischer Lloyd, seit 2006 Italia Marittima). Darüber hinaus hält die Reederei Beteiligungen an der Fluggesellschaft Eva Air und an der Hotelkette Evergreen Laurel.

Platz 3

CMA CGM - 461 Schiffe

Aus Compagnie Générale Maritime (CGM) und der Compagnie Maritime d'Affrètement (CMA) entstand 1999 die größte Reederei Frankreichs, die auch weltweit in der Top drei landet. Mit der CMA CGM Marco Polo betreibt das Unternehmen eines der größten Containerschiffe der Welt, an Bord ist Platz für über 16.000 Container.

Platz 2

MSC - 487 Schiffe

Eine der größten Reedereien der Welt kommt ausgerechnet aus der Schweiz. Die Mediterranean Shipping Company (MSC) aus Genf wuchs jahrelang rasant durch den Kauf gebrauchter Containerschiffe, bestellt mittlerweile aber auch neue Schiffe. Wichtigster Umschlagplatz ist der Hafen in Antwerpen, weltweit steuert die Reederei 270 Häfen an.

Platz 1

APM-Maersk - 585 Schiffe

Das größte Containerimperium der Welt wird von Kopenhagen aus gesteuert. Seit 1904 sind die Dänen im Frachtgeschäft tätig und unterhalten mittlerweile Niederlassungen in 135 Ländern. Neben der Containerschifffahrt gehört auch die Öl- und Gasförderung zum Geschäft von Maersk.

„Die Oetker-Gruppe hat das Geschäftsjahr 2012 mit einem zufriedenstellenden Ergebnis abgeschlossen“, so Oetker in einer Pressemitteilung. Über den Gewinn gibt es wie immer keine Informationen, aber der Konzern ist seit Ende 2012 unter dem Strich schuldenfrei.

Oetker will sogar zukaufen – wenn es denn nur Gelegenheiten gäbe. „Wir sind immer auf der Schau nach neuen Gelegenheiten für Akquisitionen“, sagte Richard Oetker. Kein Wunder: Die Kasse ist mit einer Milliarde Euro gut gefüllt - und die Wachstumspläne ehrgeizig. In den kommenden zehn Jahren will er den Umsatz verdoppeln. Die Gewinnrücklagen stiegen 2012 um 288 Millionen Euro auf knapp 2,5 Milliarden Euro - beste Voraussetzungen also, um zuzukaufen. Richard Oetker: „Wir wollen allerdings nur in Bereichen akquirieren, in denen wir schon tätig sind.“

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Kommt kein Zukauf zustande, hat Oetker das Geld anderweitig verplant: Bis 2016 will er dann alle länger laufenden Bankschulden ablösen, um Zinsen zu sparen. Offenbar hat Oetker mit seinem konservativen Kurs Fortune: Selbst Hamburg Süd habe trotz der Krise der Reedereien und der vorerst gescheiterten Fusion mit Hapag Lloyd schwarze Zahlen geschrieben, sagte Finanzchef Ernst Schröder.

Ob es noch zu einer Fusion mit Hapag kommen könnte, ließ Oetker offen. Ein Ausstieg aus der Schifffahrt habe im Familienkreis aber nie zur Debatte gestanden, sagte er. Allerdings seien die anderen Konzernbereiche profitabler. Geld spülte auch in die Kasse, dass Oetker sich Ende 2012 von seiner Beteiligung an Douglas getrennt hat.

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