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24.04.2016

13:29 Uhr

Oettinger Davidoff

Zigarren für den deutschen Mann

VonJoachim Hofer

So manche Zigarre von Oettinger Davidoff kostet mehrere Hundert Euro. Die handgefertigten Tabakwaren des Schweizer Unternehmens sind trotzdem gefragt wie nie in Deutschland. Der Chef will aber noch viel mehr verkaufen.

„Eine Zigarre zu genießen hat nichts mit Rauchen zu tun.“ PR

Hans-Kristian Hoejsgaard

„Eine Zigarre zu genießen hat nichts mit Rauchen zu tun.“

MünchenKaum ein Kilometer trennt die Zentrale des Zigarrenproduzenten Oettinger Davidoff in Basel von der deutschen Grenze. Dennoch hat sich das Schweizer Familienunternehmen bisher nicht getraut, seine edlen Tabakwaren jenseits des Schlagbaums selbst zu verkaufen. Den Vertrieb zwischen Nordsee und Bodensee hat eine Agentur übernommen.

Doch damit ist zum Jahresende Schluss. „Jetzt ist der richtige Moment, eine Tochtergesellschaft in Deutschland zu gründen“, sagte Vorstandschef Hans-Kristian Hoejsgaard dem Handelsblatt. Einen Geschäftsführer hat der Däne bereits gefunden. Nun fehlen nur noch die Büros in Hamburg, wo der Ableger entstehen soll.

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Mit der eigenen Tochter will Hoejsgaard das Geschäft in Deutschland kräftig voranbringen. Dabei läuft es schon gut: Um fast 14 Prozent sei der Absatz der Davidoff-Zigarren in Deutschland vergangenes Jahr in die Höhe geschossen, brüstet sich Hoejsgaard. Ein Phänomen, denn insgesamt sind ein Fünftel weniger Zigarren und Zigarillos über die Ladentheken gegangen. Knapp drei Milliarden Stück haben die Händler hierzulande an den Mann gebracht, das ist nur noch halb so viel wie noch vor zehn Jahren.

Es sind nicht nur die Rauch- und Werbeverbote, die die gesamte Tabakindustrie treffen. Zigarren litten lange auch an ihrem Image: Wollte ein Karikaturist eine Person als besonders rückständig und feist charakterisieren, malte er ihr eine Zigarre in den Mundwinkel.

Doch die Schweizer verkaufen keine schnöden Glimmstängel, sie wollen Lifestyle bieten, zelebrieren ihre Zigarren. Das kommt bei den Kunden offenbar gut an. „Eine Zigarre zu genießen, hat nichts mit Rauchen zu tun“, findet Hoejsgaard – und scheint mit dieser Haltung immer mehr Konsumenten zu überzeugen. „Wir haben vergangenes Jahr klar Marktanteile gewonnen“, behauptet der Manager.

Die Zahlen für 2015 veröffentlicht das Unternehmen allerdings erst am 28. April. 2014 lag der Umsatz bei gut 1,2 Milliarden Franken, umgerechnet rund 1,1 Milliarden Euro. Die Oettinger Davidoff AG verdient ihr Geld aber nicht nur mit Tabakwaren. Die Eidgenossen sind auch als Importeur für viele auswärtige Marken tätig, kümmern sich zum Beispiel um den Vertrieb von Maoam oder Haribo in der Schweiz.

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