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12.11.2015

14:53 Uhr

Offensive in Großbritannien

Neue Lidl-Filialen im Wochentakt

Lidl baut sein Geschäft in Großbritannien kräftig aus: Rund 2,1 Milliarden Euro will der deutsche Discounter in den nächsten drei Jahren dort investieren. Mit der Expansion führt Lidl zugleich ein neues Ladenkonzept ein.

Der deutsche Discounter will in Großbritannien 2,1 Milliarden Euro investieren. dpa

Lidl in London

Der deutsche Discounter will in Großbritannien 2,1 Milliarden Euro investieren.

LondonDer deutsche Lebensmitteldiscounter Lidl will in Großbritannien in den nächsten drei Jahren über 1,5 Milliarden Pfund (2,1 Milliarden Euro) investieren. Damit dürfte der Druck auf die britischen Ketten wie Sainsbury zunehmen, die Preise weiter zu senken.

Bereits heute betreibt Lidl rund 620 Geschäfte in Großbritannien, in drei Jahren sollen es 1500 sein – über 280 davon alleine in London. Im kommenden Jahr will Lidl nahezu im Wochentakt das Filialnetz erweitern. Auch ein neues Design der Läden, in dem unter anderem Wickelräume für Babys geplant sind, ist vorgesehen.

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Das Wachstum von Lidl und dem deutsche Wettbewerber Aldi hat den führenden britischen Einzelhandelsketten Gewinn- und Umsatzeinbußen eingebracht. Keiner der beiden deutschen Angreifer drosselt derzeit im Ringen um Marktanteile in Großbritannien das Tempo. Sainsbury teilte am Mittwoch mit, die Preise würden ins kommende Jahr hinein weiter fallen. Die Kosten indes würden steigen. Die Aktie von Sainsbury sank auf den tiefsten Stand seit 18 Monaten und verlor am Donnerstag im Londoner Handel den sechsten Handelstag in Folge.

„Discounter haben ungeachtet des verbesserten makroökonomischer Umfelds und eines nicht mehr so großen Abstands bei den Preisen ihr Wachstum beschleunigt“, sagte Dave McCarthy, Analyst bei HSBC in einer Notiz. „Supermärkte unternehmen nicht genug, um die Discounter zu bekämpfen.“

Auch die Aktien von Tesco und Wm Morrison Supermarkets verloren am Donnerstag im Londoner Handel. Der erste Supermarkt in Neugestaltung öffnete am Donnerstag in Rushden, einer rund 30.000 Einwohner zählenden Stadt in Northamptonshire. Die neuen Geschäfte sollen durch eine breite Glasfront demnach heller als die alten sein. Zudem verspricht der Discounter breitere Gänge, mehr Kassen und Toiletten für die Kunden.

„Wir sind immer wieder beeindruckt von der großen Anzahl an Menschen, die sich bei uns melden mit der Frage, ob nicht ein Lidl in ihrer Stadt eröffnet werden könne“, sagte Ingo Fischer, der bei Lidl in Großbritannien die Planung neuer Märkte verantwortet, in einer Mitteilung.

Im vergangenen Jahr kletterten die Umsätze von Lidl im Vereinigten Königreich um 21 Prozent auf etwa vier Milliarden Pfund. Der Discounter gehört zur Schwarz-Gruppe, zu der auch die Supermarktkette Kaufland zählt. Insgesamt machte die Gruppe einen Umsatz von rund 79 Milliarden Euro – weltweit sind nur der US-Handelsgigant Walmart und der französische Carrefour größer.

Lidl ist seit 1994 in Großbritannien aktiv. Der deutsche Wettbewerber Aldi hat nach eigenen Angaben Pläne, bis 2022 die Zahl der Filialen in Großbritannien von rund 600 auf 1.000 zu erhöhen.

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