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06.10.2015

17:20 Uhr

Offerte von AB Inbev zu niedrig

SAB Miller lehnt Übernahme ab

Der Brauereikonzern Anheuser-Busch Inbev will den Konkurrenten SAB Miller schlucken. Zusammen würden die Hersteller jedes dritte Bier auf der Welt brauen. Doch offenbar wächst der Widerstand beim Übernahmekandidaten.

Zusammen mit SAB Miller würde der Konzern einen neuen Giganten schaffen. AFP

Bier von AB Inbev

Zusammen mit SAB Miller würde der Konzern einen neuen Giganten schaffen.

London/BangaloreAn der größtmöglichen Fusion in der Bierbranche wird weiter gefeilt. Der weltweit zweitgrößte Brauer SABMiller hat einem Agenturbericht zufolge ein informelles Übernahmeangebot von Marktführer Anheuser-Busch Inbev abgelehnt. Die 100 Milliarden Dollar, die bisher auf dem Tisch lägen, seien dem Pilsner-Urquell-Anbieter zu wenig, meldete Bloomberg am Dienstag unter Berufung auf Insider.

Statt der bisher gebotenen rund 40 Pfund je Aktie erwarteten Management wie auch Aktionäre einen Preis mehr in Richtung von 45 Pfund je Anteilsschein. Reuters-Informationen zufolge ist das letzte Wort längst nicht gesprochen. Die Verhandlungen dauerten an und beide Seiten könnten eine Verlängerung der Frist für das Einreichen eines offiziellen Gebots über den 14. Oktober hinaus erwirken, sagten mit der Angelegenheit vertraute Personen.

Die größten Bierbrauer weltweit

Platz 10

BGI / Groupe Castel (Frankreich)

Das französische Traditionsunternehmen BGI / Groupe Castel verkauft nicht nur Bier, sondern auch Wein und Soft Drinks. Insbesondere in Afrika sind die Franzosen mit ihren Marken Castel und Flag gut aufgestellt.

Ausstoß (Mio. hl): 29,8

*Quelle: Barth-Haas Group/Statista, alle Zahlen für 2015

Platz 9

Kirin (Japan)

Die Japaner haben durchaus Sinn für ausgefallene Bierkreationen, entwarfen vor wenigen Jahren ein Frozen Beer. Obwohl die Brauerei, die zum Industriekonglomerat Mitsubishi gehört, ihre Vormachtstellung auf dem Heimatmarkt vor zehn Jahren an Asahi abtreten musste, ist sie global führend.

Ausstoß (Mio. hl): 43,1

Platz 8

Beijing Yanjing Beer Company (China)

Yanjing ist der Durchstarter in Asien. In rasantem Tempo hat sich das Kleinunternehmen zu einem mächtigen Konzern im asiatischen Raum entwickelt. Die Gründung der Brauerei liegt nur gut 30 Jahre zurück.

Ausstoß (Mio. hl): 48,3

Platz 7

Molson-Coors (USA/Kanada)

Die Erfinder des Dosenbiers sind auch international längst eine Größe. 2012 übernahm das Unternehmen die tschechische Brauereigruppe StarBev, zu der auch Staropramen gehört. Dadurch gehören die Amerikaner vor allem in Osteuropa zu den führenden Brauern.

Ausstoß (Mio. hl): 58,1

Platz 6

Tsingtao Brewery (China)

Die Chinesen haben ihren Einfluss in den letzten Jahren kontinuierlich ausgebaut. Als einer der Hauptsponsoren der olympischen Spiele von 2008 in Peking hat sich Tsingtao fest etabliert. Bereits seit 1972 vertreibt die Firma ihre Produkte auch in den USA.

Ausstoß (Mio. hl): 70,5

Platz 5

China Resource Brewery (China)

Dieses Unternehmen setzt auf Kompetenz aus Europa: Das Joint Venture aus dem chinesischen Unternehmen CR Enterprise und SAB-Miller aus Großbritannien produziert die Marke „Snowbeer“ für den chinesischen Markt. Und das durchaus erfolgreich. Wächst die Marke weiter wie bisher, dürfte bald im Ranking aufsteigen.

Ausstoß (Mio. hl): 117,4

Platz 4

Carlsberg (Dänemark)

Die Dänen haben sich längst von einer regionalen Marke zum Global Player entwickelt. Zu Carlsberg gehören auch die deutsche Kultmarke Astra sowie Lübzer und Holsten.

Ausstoß (Mio. hl): 120,3

Platz 3

Heineken (Niederlande)

Die Welt trinkt Heineken, möchte man meinen. Die Marke hat sich international längst etabliert. Heineken ist auch an den deutschen Marken Kulmbacher und Paulaner beteiligt.

Ausstoß (Mio. hl): 188,3

Platz 2

SAB Miller (Vereinigtes Königreich)

Die britische Brauerei ist berühmt-berüchtigt für das „Miller“. Die ur-amerikanische Marke gehört seit 2002 zum SAB-Miller-Konzern und hat sich die australische Traditionssorte Foster's einverleibt.

Ausstoß (Mio. hl): 191,3

Platz 1

Anheuser-Busch Inbev NV/ SA (Belgien)

Der amerikanisch-belgisch-brasilianische Brauriese kann seinen Marktenteil sogar weiter steigern. Mittlerweile stammt jedes fünfte Bier, das weltweit verkauft wird, aus dem Konzern. Die bekannteste deutsche Marke im Portfolio ist Beck's.

Ausstoß (Mio. Hektoliter): 409,9

Die SABMiller-Aktie fiel am Dienstag mehr als drei Prozent auf 36,30 Pfund. Seit Bekanntwerden der Fusionsverhandlungen Mitte September hat das Papier um ein Fünftel zugelegt. AB-Inbev-Anteilsscheine bewegten sich kaum.

Morningstar-Analyst Phil Gorham zufolge dürfte der Branchenprimus, der unter anderem Budweiser, Stella Artois und Corona braut, in der Lage sein, bis zu 44 Pfund je Aktie für SAB Miller zu bieten. Bei 45 Pfund je Aktie wären rund 110 Milliarden Dollar fällig. Gorham macht bei einem Zusammengehen der Großbrauer ein Einsparpotenzial von einer Milliarde Dollar aus.

Anheuser-Busch aus Belgien und SABMiller aus Großbritannien hatten im September Gespräche über eine Fusion bekanntgegeben. Beobachter sind der Meinung, dass SABMiller nur begrenzte Möglichkeiten hat, eine Offerte abzuwehren. Nomura-Analysten zufolge ist jedenfalls kein sogenannter „weißer Ritter“ – also ein Investor, der ein Gegenangebot vorlegt, in Sicht.

In die Übernahmegespräche geht SABMiller zumindest mit Rückenwind. Im zweiten Quartal zu Ende September stieg der Umsatz währungsbereinigt um sechs Prozent, der Absatz legte um zwei Prozent zu. Im ersten Quartal hatte er noch stagniert. Vor allem Lateinamerika und Afrika trugen nun zu der positiven Entwicklung bei

Von

rtr

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