Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

15.04.2015

16:12 Uhr

Online-Arzneien für China

Alibaba rüstet sich für Medikamentenhandel

Der Handel mit verschreibungspflichtigen Medikamente ist ein Milliardenmarkt in China – und bald wohl auch für Online-Händler offen. Online-Riese Alibaba bringt sich mit der Tochter Alibaba Health schon mal in Stellung.

Alibaba stellt sich für den Online-Handel mit verschreibungspflichtigen Arzneien auf. Reuters

Milliardengeschäft Medikamentenhandel

Alibaba stellt sich für den Online-Handel mit verschreibungspflichtigen Arzneien auf.

ShanghaiDer chinesische Online-Händler Alibaba bringt sich für das milliardenschwere Geschäft mit verschreibungspflichtigen Arzneien in der Volksrepublik in Stellung. Dafür konzentriert der Amazon-Rivale seine Pharma-Aktivitäten künftig in der Tochterfirma Alibaba Health.

Der in Hongkong notierte Betreiber von Online-Apotheken übernehme von Alibaba und einem weiteren Investor für 2,5 Milliarden Dollar das komplette Online-Pharmageschäft, teilten die Firmen am Mittwoch mit. Durch die Transaktion fällt Alibaba die Mehrheit an Alibaba Health zu. Bisher hatte der Konzern lediglich eine Beteiligung von 38 Prozent gehalten.

China plant, den auf 160 Milliarden Dollar geschätzten Markt mit verschreibungspflichtigen Medikamenten auch für Internet-Apotheken zu öffnen. Bislang dürfen übers Netz nur rezeptfreie Mittel wie Vitamintabletten und Hustensäfte verkauft werden.

Fakten zu Alibaba

Gründer

Jack Ma

Gründungsjahr

1999

Unternehmenssitz

Hangzhou, Hauptstadt der chinesischen Provinz Zhejiang

Geschichte

Alibaba.com startete als Onlineportal für Unternehmen. Sie sollten dort zum Beispiel Büromaterial in Massen bestellen können. 2003 kam der Ebay-Klon Taobao hinzu, eine Auktionsplattform, die Alibaba auch bei Privatkunden bekannt machte. Im September 2014 erfolgte der Börsengang in New York.

Anteilseigner

2005 stieg Yahoo mit einem Anteil von 40 Prozent bei Alibaba ein. Derzeit hält der US-Konzern noch rund 20 Prozent an dem Unternehmen. Auch der japanische Internetkonzern Softbank zählte mit 35 Prozent zu einem wichtigen Anteilseigner von Alibaba. verkaufte aber im Juni 2016 ein Aktienpaket im Wert von mindestens 7,9 Milliarden Dollar (7,1 Milliarden Euro). Alibaba kaufe selbst Anteile im Wert von zwei Milliarden Dollar zurück, ein weiterer Teil im Wert von 500 Millionen Dollar gingen an einen „großen Staatsfonds“.

Die Regierung in Peking will durch die Reform den bislang von Krankenhäusern dominierten Medikamenten-Verkauf auf breitere Füße stellen. Dafür dürften Anbieter wie etwa Alibaba Health, JD.com, Tencent, Baidu und Wal-Mart profitieren.

Die Anleger setzten große Hoffnungen in die Transaktion: Am Mittwoch schnellten die Aktien von Alibaba Health um mehr als 80 Prozent nach oben. Der Handel der Papiere war seit dem 20. März ausgesetzt.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×