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02.06.2016

09:51 Uhr

Online-Fanshops im Test

Warum Deutschland nicht Europameister wird

VonKassandra Bucher

Kurz vor der EM noch schnell ein Trikot oder eine Fahne im Onlineshop kaufen? Da sollte man vorsichtig sein. Eine Studie zeigt: Nicht alle Fanshops der Fußballverbände nehmen es mit den Kundenrechten genau.

Der Online-Shop des DFB erfüllt nur 70,9 Prozent der Anforderungen und landet damit auf Platz 10. Adidas/dpa

Trikots der deutschen Nationalmannschaft

Der Online-Shop des DFB erfüllt nur 70,9 Prozent der Anforderungen und landet damit auf Platz 10.

DüsseldorfFür den Deutschen Fußballbund (DFB) ist er aus, der Traum vom Sieg bei der Europameisterschaft – zumindest was den Online-Handel betrifft. Glaubt man nämlich einer Studie Trusted Shops, einer privaten Prüfstelle für E-Commerce, ist für den DFB schon im Achtelfinale Schluss: Der Online-Shop des Verbandes erfüllt nur 70,9 Prozent der Anforderungen und landet damit auf Platz 10. Die Online-Shops der Fußballverbände der EM-Teilnehmer wurden anhand verschiedener Kriterien getestet, wie etwa Datenschutz und Sicherheit, Wiederruf oder Kosten.

Überraschender Europameister ist die Türkei. Der türkische Fan-Shop erfüllt zu 82 Prozent die Prüfkriterien und gewinnt damit den EM-Pokal der Online-Shops. Arne Lawrenz, Prüfexperte vom Trusted Shops, ist beeindruckt von diesem Ergebnis: „Das ist ein sehr guter Wert bei der Erstüberprüfung.“

EM 2016: Aus welchen Ligen die meisten Spieler kommen

Platz 1: England

104 Spieler
Die englische Premier League stellt die mit Abstand meisten Spieler zur Fußball-Europameisterschaft 2016 in Frankreich. 104 der 552 Spieler, die für die EM-Kader nominiert wurden, stehen bei Mannschaften aus Englands höchster Spielklasse unter Vertrag, die meisten davon beim FC Liverpool (12) und Tottenham Hotspur (11).

Platz 2: Deutschland

57 Spieler
Die Bundesliga hat die zweitmeisten EM-Fahrer. Ein Viertel der Bundesliga-Spieler stellen Bayern München (9) und Borussia Dortmund (5).

Platz 3: Italien

52 Spieler
Fünf Spieler weniger als in der Bundesliga schnüren in Italien ihre Schuhe.

Platz 4: Türkei

36 Spieler
Auf Platz vier folgt aber nicht die spanische Primera Division, sondern die türkische Süper Lig.

Platz 5: Spanien

34 Spiele
Die türkische Liga stellt zwei Teilnehmer mehr als die Liga der Superstars Cristiano Ronaldo und Lionel Messi.

Platz 6: Russland

30 Spieler

Platz 6: England (Championship)

30 Spieler

Genau so viele Spieler wie aus Russland kommen aus der zweiten englischen Liga.

Platz 8: Frankreich

22 Spieler
Aus der Liga von Gastgeber Frankreich sind bei der Europameisterschaft nur 22 Spieler aktiv. Da stellt selbst die zweitklassige englische Championship mehr Profis (30).

Platz 9: Ukraine

21 Spieler

Platz 10: Schweiz

16 Spieler

Trusted Shops ist ein 1999 gegründetes Kölner Unternehmen. Seit über 15 Jahren gilt es als eine der bekanntesten europäischen Zertifizierungsstellen im Bereich E-Commerce. Anhand von strengen Einzelkriterien wie Preistransparenz, Kundenservice, und Datenschutz überprüft Trusted Shops seine Mitglieder und vergibt sein Gütesiegel für Onlineshops.

Auch die Spanier werden ihrer Rolle als große Fußball-Nation gerecht: mit einem Wert von 80,3 Prozent verpassen sie den Sieg nur knapp. Auf dem dritten Platz liegt die Schweiz. Zwar gewann sie noch nie den EM-Titel, dafür schafft sie es aufs Podest des Online-Shop-Tests und gewinnt damit die Herzen der Fans. Am schlechtesten schneidet Irland ab, das nur 50 Prozent der Prüfkriterien erfüllt.

Was aber sind die gröbsten Fair-Play-Verstöße, die Trusted Shops gefunden hat? Rote Karten gibt es für die Online-Shops etwa in Sachen Widerruf und Datenschutz: So wird im irischen Online-Shop den Fans beim Kauf von Trikots ihrer EM-Helden das 14-tägige Rückgaberecht entzogen. Das ist laut EU-weitem Widerrufsrecht illegal.

Die Italiener nehmen das Produkt nur unbenutzt in Originalverpackung zurück. Hier muss also das bloße Auge durch die Verpackung hindurch entscheiden, ob das Produkt sitzt. Auch das Geburtsdatum muss man aus Datenschutz-Gründen bei der Registrierung nicht angeben – es wird aber häufig angefordert.

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