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13.01.2015

08:54 Uhr

Online-Handel

Amazon hat wohl Tausende Stellen geschaffen

Nach eigenen Angaben hat der Online-Händler Amazon europaweit mehrere Tausend neue Arbeitsplätze geschaffen. Das Unternehmen wolle auch weiterhin investieren. Der Tarifkonflikt mit der Gewerkschaft Verdi bleibt bestehen.

In Deutschland hat Amazon nach eigenen Angaben rund 1200 der Stellen geschaffen. Hier liegt Amazon indes im Dauer-Streit mit der Gewerkschaft Verdi, die höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen durchsetzen will. dpa

In Deutschland hat Amazon nach eigenen Angaben rund 1200 der Stellen geschaffen. Hier liegt Amazon indes im Dauer-Streit mit der Gewerkschaft Verdi, die höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen durchsetzen will.

DüsseldorfDer weltgrößte Versandhändler Amazon hat in der Europäischen Union nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr über 6000 neue Arbeitsplätze geschaffen. Es handele sich um unbefristete Vollzeitstellen, sagte eine Amazon-Sprecherin.

Rund 1200 der Stellen seien in Deutschland entstanden. Hier liegt Amazon indes im Dauer-Streit mit der Gewerkschaft Verdi, die höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen durchsetzen will.

Amazon beschäftige nun über 32.000 festangestellte Mitarbeiter in der EU, teilte das Unternehmen am Dienstag weiter mit. Im vergangenen Jahr seien unter anderem Mitarbeiter für den Kundenservice und die Logistikzentren eingestellt worden, aber auch in den Software-Entwicklungszentren.

Geschäftsfelder von Amazon

Online-Handel

Mit Büchern fing alles an, doch mittlerweile hat Amazon eine breit gefächerte Produktpalette. Der US-Konzern verkauft inzwischen auch CDs, DVDs, Kleidung und Elektronik. Auch mit der Lieferung von Lebensmitteln experimentiert das Unternehmen.

Eigene Hardware

Ob Kindle oder Kindle Fire: Amazon bietet eigene E-Reader und Tablet-Computer an. Die Hardware ist in der Regel sehr günstig – Geld will das Unternehmen mit dem Vertrieb digitaler Medien wie E-Books verdienen.

Verkaufsplattform

Nicht alles, was bei Amazon angeboten wird, stammt aus den Lagerhäusern des Konzerns. Er stellt seine Verkaufsplattform Marketplace auch Privatleuten und anderen Händlern zur Verfügung – natürlich gegen Kommission.

IT-Dienste

Der weltgrößte Online-Einzelhändler ist auch ein führender Anbieter von IT-Diensten. Bei den „Amazon Web Services“ geht es um das sogenannte Could Computing: Unternehmen, Behörden oder Software-Entwickler können Rechenleistung, Speicherkapazitäten und damit verbundene Dienstleistungen mieten. Der Vorteil: Man spart an der eigenen Computertechnik und kann auch flexibel auf Nachfrage-Schübe reagieren.

Amazon wolle weiter investieren und auch 2015 „zahlreiche Positionen besetzen“, sagte Amazon-Manager Xavier Garambois.

Verdi hatte mit Streiks im wichtigen Weihnachtsgeschäft versucht, den Druck auf den US-Konzern weiter zu erhöhen. Die Gewerkschaft kritisiert hohen Arbeitsdruck und will bei Amazon tarifliche Regelungen durchsetzen, wie sie im Einzel- und Versandhandel üblich sind. Amazon dagegen nimmt die Vereinbarungen der Logistikbranche als Maßstab, in der weniger bezahlt wird.

Der Tarifkonflikt dauert bereits seit Ostern 2013. Amazon betont immer wieder, die Mehrheit der Mitarbeiter folge den Streikaufrufen nicht, die Kunden würden trotz der Proteste pünktlich beliefert.

Von

rtr

Kommentare (6)

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Herr Riesener Jr.

13.01.2015, 09:22 Uhr

Los, Verdi, alle gegen Amazon kämpfen! Sonst kriegen wir hier in Deutschland noch eine echte Service-Kultur. Wer will das schon?? Kunden sind sowieso böse, die haben nämlich Geld, pfui Teufel. Außerdem sind ja alle Amazon-Angestellte Zwangsarbeiter, oder?

Herr Fred Meisenkaiser

13.01.2015, 11:51 Uhr

Und wieviel Hunderttausende gut bezahlte Stellen sind weggefallen? Wieviele Steuereinnahmen gehen dem Staat verloren? Amazon zahlt fast keine Steuern!

Herr Riesener Jr.

13.01.2015, 13:35 Uhr

1) Klar - der Staat muss dafür sorgen, dass er seine Steuern bekommt. Zustimmung!

2) Aber Herr Meisenkaiser. "...Stellen weggefallen...". Dieses Argument der Maschinenstürmer kommt aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Ja, Fortschritt lässt Stellen wegfallen: Maschinen ersetzen Handarbeit, Amazon ersetzt den Tante-Emma-Laden und verhindert z.B. die Eröffnung neuer Buchgeschäfte in den Innenstädten. Fortschritt schafft aber auch neue Stellen: die Arbeitslosigkeit ist trotz "stellenvernichtenden" Fortschritts in den letzten 150 Jahren nicht gestiegen.

Mit Amazon können wir bequemer und billiger einkaufen. Das schafft uns Zeit und Geld für andere Aktivitäten und Käufe, wodurch wieder Stellen geschaffen werden.

Herr Meisenkaiser, Sie können den Fortschritt nicht aufhalten, höchsten ein bisschen verzögern. Und wenn Sie sich gegen die Marktwirtschaft stellen wollen, so ziehen Sie doch bitte nach Nordkorea! Dort gibt es noch ein paar Leute, die nicht einsehen wollen, dass das Experiment Sozialismus nicht funktioniert. Aber nehmen Sie sich genug zu essen mit!

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