Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

28.02.2012

13:52 Uhr

Online-Handel

Ebay-Käufer können nicht mehr direkt bezahlen

Wer für Ebay-Artikel zahlt, der zahlt künftig immer an Ebay selbst. Um Kunden mehr Sicherheit zu geben, sollen private wie geschäftliche Verkäufer ihr Geld frühestens dann erhalten, wenn der Artikel versendet ist.

Messebesucher gehen auf der CeBIT an einem Ebay-Logo vorbei. APN

Messebesucher gehen auf der CeBIT an einem Ebay-Logo vorbei.

BerlinDie Online-Handelsplattform Ebay ändert im Sommer die Zahlungsabwicklung. Die wichtigste Neuerung: Die ersteigerten oder gekauften Artikel werden nicht mehr direkt beim Verkäufer, sondern zunächst an Ebay bezahlt. Das soll den Käufern mehr Sicherheit bringen, erläuterte Ebay den Schritt am Dienstag.

Private Verkäufer werden mit dem neuen System sieben Tage auf ihr Geld warten müssen, für gewerbliche Verkäufer wird eine zusätzliche Gebühr von zwei Prozent eingeführt. Bezahlt werden kann per Banküberweisung, Kreditkarte oder Lastschrift sowie über den hauseigenen Zahlungsdienstleister PayPal oder den ähnlichen Dienst Skrill (früher Moneybookers).

Wenn das Geld an Ebay bezahlt wurde, bekommt der Verkäufer Bescheid und muss den Artikel losschicken. Ab dem Moment, wo er als versendet markiert wurde, starten die unterschiedlichen Auszahlungsfristen. Für gewerbliche Verkäufer, die eine längere Ebay-Historie haben und den Mindeststandards der Plattform genügen, liegt sie bei einem Tag. Alle anderen gewerblichen Anbieter müssen auf ihr Geld sieben Tage plus die erwartete Versanddauer warten.

Mit der zusätzlichen Gebühr sind alle Zahlungswege abgedeckt - das heißt, auch die heutige separate PayPal-Gebühr entfällt, wie Ebay-Sprecherin Maike Fuest betonte. Auf private Verkäufer kommen keine zusätzlichen Kosten zu, und auch sie werden die bisherige PayPal-Gebühr nicht bezahlen müssen. Eine Banklizenz benötigte Ebay für das neue System nicht, weil es kein erlaubnispflichtiger Dienst sei, sagte Fuest.

Von

dpa

Kommentare (6)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

mx1

28.02.2012, 14:40 Uhr

Die Sicherheit ist doch hier nur vorgeschoben.
Es geht doch eher darum, die Gelder für 7+x Tage auf ebay-Konten zu halten und dafür Zinsen zu kassieren und dadurch neue Einnahmen zu generieren.
Da kommt bei vielen kleinen Beträgen einiges zusammen.

Sylvia

28.02.2012, 15:08 Uhr

Wenn ich bei eBay ganz normal voraus bezahle, - ohne Einbindung eines weiteren Finanzunwesens unter Weitergabe meiner Daten, - verzichte ich wissentlich! bereits bisher auf den Käuferschutz. Prüfung der Verkäufer und deren Seriosität konnte ich bisher, bei weit über 500 beidseits nur positiv verlaufenden Geschäften als Käufer, offensichtlich gut selber leisten. Selbstgemacht, da weiss frau z. Zt. mehr als je zuvor, was sie so hat.

Wenn eBay mich nun unter einem solch fadenscheinigen Vorwand zwingen will, direkt an ihn als einen Vermittler zu leisten, werde ich auf den Laden eben verzichten müssen. Glücklicherweise finden sich viele seriöse Anbieter inzwischen auch als selbsttätige Online-Shops im Netz.

Meine Abneigung gegen immer mehr aufgezwungene "Wert"steigerungen per "Geschäftsmodell" erhöht sich z. Zt. beinahe täglich. Bald macht Einkauf aller Art nun wirklich keine Freude mehr, bei den Hindernisläufen, die man z. Zt. all überall vor einem nur halbwegs kritischem Kunden aufbaut :-(

Kritiker

28.02.2012, 15:11 Uhr

...genau um den Zinsgewinn geht es Ebay.

Wozu braucht Ebay 7+x Tage? Banken müssen! sofort verbuchen. Der Auftraggeber hat die Lastschrift, der Empfänger i.d.R. am nächsten Tag den Zahlungseingang. Dauer=1 Tag und nicht 7+x!

Banken wurde die "Geldparkerei" von Seiten der Finanzaufsicht untersagt. Vielleicht sollte die BaFin bei Ebay auch ein wenig genauer hinsehen - wenn mit Finanztransaktionen Geld verdient wird ist das aus meiner Sicht ein Bankgeschäft - wo kämen wir denn da hin?

Was passiert, wenn Ebay sich mit dem Geld seiner Kunden verzockt? So nicht!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×