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09.07.2013

14:29 Uhr

Online-Handel

Kartellamt hat Adidas im Visier

Das Bundeskartellamt hat ein Auge auf den Online-Handel geworfen. Der Sportartikelhersteller Adidas soll Internetshops mit Verkaufsbeschränkungen beeinflussen: Sie sollen nicht bei Ebay oder Amazon verkaufen.

Im Blick des Kartellamts: Adidas wird verdächtigt, den Online-Handel zu beeinflussen. dpa

Im Blick des Kartellamts: Adidas wird verdächtigt, den Online-Handel zu beeinflussen.

DüsseldorfAdidas im Visier des Bundeskartellamtes: Die Behörde treibt ihre Untersuchung von Verkaufsbeschränkungen des Sportartikelherstellers im boomenden Online-Handel voran. „Die Marktermittlungen dauern an“, sagte ein Sprecher am Dienstag.

Die Wettbewerbshüter hatten zuletzt eine Befragung von rund 3000 Einzelhändlern gestartet, die Adidas-Produkte in ihren Läden und im Internet anbieten. Das Kartellamt geht dem Verdacht nach, Vertriebsbestimmungen des Sportartikelriesen könnten den Online-Handel beschränken. Die Untersuchung könnte Signalcharakter auch für andere Hersteller haben, die ähnliche Praktiken verfolgen.

Die größten Sportartikelhersteller (Umsatz 2012)

Nike

17,8 Milliarden Euro

Adidas

14,9 Milliarden Euro

VF Corp. (USA)

5 Milliarden Euro

Puma

3,3 Milliarden Euro

Asics

2,3 Milliarden Euro

Jarden

2,1 Milliarden Euro

Amer Sports

2,1 Milliarden Euro

New Balance

2,1 Milliarden Euro

Quiksilver

1,6 Milliarden Euro

Columbia Sport

1,3 Milliarden Euro

Billabong

1,1 Milliarden Euro

Pacific Sunwear

0,6 Milliarden Euro

Quellen

FAZ, GfK, Sport-Scheck, eigene Recherche (via Statista.de)

Der Konzern verbietet gewerblichen Anbietern, Adidas-Artikel auf Online-Märkten wie Ebay oder Amazon zu verkaufen. „Wir überwachen die Einhaltung unserer Bedingungen sehr genau und behalten uns bei deren Nichteinhaltung durch unsere Handelspartner ernsthafte Konsequenzen vor“, hatte Adidas bereits erklärt. Zur Begründung führt das Unternehmen an, seine Produkte sollten stets in optimaler Weise präsentiert werden.

Auch gegen den Adidas-Konkurrenten Asics hatten die Wettbewerbshüter bereits ein entsprechendes Verfahren eingeleitet. Dem Kartellamtssprecher zufolge dauern auch diese Ermittlungen noch. Beschwerden hatte es auch gegen andere Markenhersteller gegeben. Derzeit ist noch nicht absehbar, wann und mit welchem Ergebnis die Wettbewerbshüter ihre Ermittlungen abschließen.

Nach Adidas haben nun auch Outdoor-Marken wie Deuter und Lowa Händlern den Verkauf ihrer Produkte über Amazon oder andere Internetversandhändler verboten. „Wir wollen sicherstellen, dass die Endverbraucher mit unseren Produkten zufrieden sind. Dazu ist eine Beratung unerlässlich“, sagte Deuter-Verkaufsleiter Andreas Herrlinger am Dienstag in Gersthofen bei Augsburg und bestätigte damit einen Bericht des „Focus“.

Auch Lowa will seine Schuhe nicht mehr über Internetversandhändler verkaufen. Neben der fehlenden Beratung war Lowa auch die Präsentation der Produkte ein Dorn im Auge. Bei Deuter und Lowa gelten die neuen Vertriebsvereinbarungen seit dem 1. März. Von Amazon war dazu zunächst keine Stellungnahme zu bekommen.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Patzwald

10.07.2013, 15:27 Uhr

Guten Tag,
nicht nur Adidas etc. verbieten den Handel über Plattformen wie Amazon. Auch Miele verbietet den von Miele autorisierten Fachhändlern diesen Vertriebsweg.
Hintergrund scheint eine Margenerhöhung der Fa. Miele zu sein. Fachhändler welche Miele Produkte über Jahre hinweg
,mit großem Beratungsaufwand, verkauft haben interessieren da nicht mehr. Nein Miele unterwandert sogar die angegebenen Verkaufspreise (selbst) um bis zu 20 %.(s.Amazon)
Der Handel verkommt zum Steigbügelhalter der Firma Miele.
Danke Miele-für die jahrelange Geschäftsbeziehung.

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