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30.11.2012

10:41 Uhr

Online-Handel

Wenn der Postbote ständig klingelt

VonJoachim Hofer

Auch wenn die Amerikaner am vergangenen „Black Friday“ wieder exzessiv geshoppt haben, macht Handelsblatt-Autor Joachim Hofer eine Trendwende aus. Er ist überzeugt, dass der Online-Handel unser Leben radikal verändert.

Wird der Shopping-Wahnsinn in den Kaufhäusern bald ein Ende haben? dapd

Wird der Shopping-Wahnsinn in den Kaufhäusern bald ein Ende haben?

MünchenSie kamen, und sie bummelten, doch gekauft haben sie nichts. Wie jedes Jahr haben die Amerikaner am vergangenen Freitag die Shopping-Malls gestürmt. Es war der berüchtigte „Black Friday“, also jener freie Tag nach Thanksgiving, an dem die Massen traditionell ihr Gehalt verpulvern und die Händler in die schwarzen Zahlen kommen.

Doch etwas war anders dieses Jahr: Viele Menschen haben sich in den Läden beraten lassen, haben die Preise notiert und bei Starbucks einen Kaffee getrunken. Ihr neues Handy, den modischen Rollkragenpullover oder die wärmenden Handschuhe hingegen haben die Leute anschließend im Internet bestellt.

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So zählten die amerikanischen Warenhäuser am Freitag zwar mehr Kunden als im Vorjahr, der Umsatz aber ging leicht zurück. Gleichzeitig schnellten die Erlöse der Internetanbieter um fast ein Fünftel in die Höhe. Mehr als jeder zehnte Dollar im Handel fließt in den Vereinigten Staaten inzwischen in die Kassen von Online-Stores.

So wie in Amerika verhalten sich die Konsumenten weltweit: Sie ordern immer mehr Ware im Netz. Das hat weitreichende Folgen, die über die Umsatzeinbußen der unmittelbar betroffenen stationären Händler weit hinausreichen und in den nächsten Jahren unser ganzes Leben verändern werden.

Ein Blick in die deutschen Innenstädte zeigt heute schon, was künftig in noch viel größerem Ausmaß kommen wird. Bestimmte Läden wird es zumindest in den teuren Lagen bald nicht mehr geben. Buchhandlungen und Spielwaren-geschäfte sind an den Top-Standorten bereits jetzt kaum noch zu finden. Auch Elektronik-Shops machen sich rar.

Der Grund dafür: Diese Warengruppen kaufen die Menschen inzwischen besonders gern online vom heimischen Sofa aus. Doch der Internethandel schreitet rasend schnell voran, und so ordern immer mehr Leute selbst Kleider oder Schuhe im Netz, Produktkategorien also, die vor fünf Jahren noch als nahezu unverkäuflich im Internet galten.

Kommentare (1)

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30.11.2012, 11:11 Uhr

Wenn's doch wenigstens per Post oder DHL versendet würde, dann hätte man ja noch Verständnis für das geänderte Shoppingverhalten, hier wird wenigsten Mindestlohn gezahlt. Aber die zahllosen Paketdienste mit ihren prekären Arbeitsverhältnissen die diese moderne Sklaverei fördern, können sogar mit dem Slogan »Versandkosten frei« werben, warum wohl?

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