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10.01.2016

10:01 Uhr

Online-Markt Indien

Amazon und Alibaba im Kampf gegen die Platzhirsche

In Indien konkurrieren Amazon und Alibaba mit lokalen Schwergewichten im Online-Handel. Es geht um die boomende Mittelschicht im zweitbevölkerungsreichsten Land der Welt. Eine besondere Herausforderung: die Logistik.

Immer mehr Fahrer wie in Indien nutzen wie Chaudhary den Onlinedienst Uber. Der milliardenschwere Online-Markt in dem Schwellenland ist hart umkämpft. dpa

Indischer Taxifahrer Sonu Chaudhary

Immer mehr Fahrer wie in Indien nutzen wie Chaudhary den Onlinedienst Uber. Der milliardenschwere Online-Markt in dem Schwellenland ist hart umkämpft.

Neu DelhiMilliardenschwere Online-Unternehmen versuchen derzeit fieberhaft, Menschen wie Srijoni Sen für sich zu gewinnen. Die 30-jährige Juristin arbeitet für eine Denkfabrik in Indiens Hauptstadt Neu Delhi und organisiert ihren Alltag vor allem über Apps auf ihrem Smartphone.

Sen bestellt Kleidung bei Amazon und dem indischen Konkurrenten Flipkart, bucht Fahrten durch die 17-Millionen-Metropole mit Uber, nutzt den digitalen Bezahldienst Paytm für ihre Telefonrechnungen, kauft Kinokarten via Bookmyshow und sucht Restaurants mit Zomato aus. Selbst Nahrungsmittel bestellt die junge Frau mobil.

Kuhfladen Online: Inder machen Scheiße zu Geld

Kuhfladen Online

Inder machen Scheiße zu Geld

Für Hindus sind Kühe heilig. Kuhfladen werden in ländlichen Regionen zum Heizen, Kochen oder für Rituale genutzt. Doch auch Stadtbewohner wollen auf den Geruch nicht verzichten – und bestellen Kuhdung im Internet.

Sie lebe eben nicht mehr so wie die Vorgängergeneration, in der immer ein Familienmitglied daheim gewesen sei und den Haushalt schmiss, sagt Sen. Sie probiere viel aus, während sie ihren eigenen Lebensstil entwickle. „Die Dienste sind nicht immer perfekt“, sagt sie. „Ich wechsle viel zwischen konkurrierenden Anbietern hin und her.“

An Konkurrenz besteht derzeit kein Mangel. Besonders hartumkämpft ist der Online-Handel, der laut einer Studie der Unternehmensberatung Pricewaterhouse Coopers allein von 2014 auf 2015 von 3,5 Milliarden auf 6 Milliarden Dollar wuchs. Als Hauptgründe machen die Prüfer aus: eine wachsende, immer finanzkräftigere Mittelschicht und eine rasante Ausbreitung von Internetzugängen.

Der Online-Händler Amazon verkündete im Sommer Investitionen von fünf Milliarden Dollar, um Indien zu seinem größten Marktplatz außerhalb der USA auszubauen. Auch Alibaba aus China macht sich bemerkbar. Noch beherrschend im zweitbevölkerungsreichsten Land der Welt sind aber zwei heimische Firmen, Flipkart und Snapdeal. In immer neuen Finanzierungsrunden sammeln sie Hunderte Millionen Euro ein.

Die Flipkart-Gründer Sachin und Binny Bansal - die nicht verwandt sind - haben es mit einem geschätzten Vermögen von 1,3 Milliarden Dollar in diesem Jahr zum ersten Mal auf die Liste der 100 reichsten Inder geschafft, die das Magazin „Forbes“ erstellt. Beide haben einst bei Amazon gearbeitet, ehe sie 2007 Flipkart gründeten. Eines ihrer Erfolgsmodelle: Zahlung bei Anlieferung - denn in Indien hat fast niemand eine Kreditkarte und nicht einmal die Hälfte ein Bankkonto.

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