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14.02.2014

10:27 Uhr

Online-Modehändler

Zalando macht fast zwei Milliarden Euro Umsatz

VonTobias Döring

Den Online-Modehändler lässt das schlechte Wetter kalt: Die Einnahmen steigen 2013 um 600 Millionen Euro. Ein Börsengang ist eine Option für Zalando, unter dem Strich stehen aber weiter rote Zahlen.

Paket des Modehändlers Zalando: Das Unternehmen hat sich binnen fünf Jahren aus kleinsten Anfängen zu Europas größtem Modeversender entwickelt. dpa

Paket des Modehändlers Zalando: Das Unternehmen hat sich binnen fünf Jahren aus kleinsten Anfängen zu Europas größtem Modeversender entwickelt.

DüsseldorfZum „Sale Endspurt“ lädt der Online-Modehändler Zalando derzeit die Kunden auf seiner Webseite ein. Bis zu 70 Prozent Rabatte verspricht das Unternehmen. Ausverkauf? Mitnichten. Zalando ist erfolgreicher denn je. Im vergangenen Jahr stieg der Umsatz um mehr als 50 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro, wie der Händler am Freitag bekanntgab. Die Kunden lassen sich also auch vom Denglisch á la „Sale Endspurt“ nicht abschrecken.

Seit 2010 habe sich der Umsatz verzehnfacht, sagte Geschäftsführer Rubin Ritter in einer Telefonkonferenz. Doch die hohen Erlöse bedeuten noch lange kein Gewinn. Zalando hat auch im abgelaufenen Jahr einen großen Verlust gemacht. Das Minus beläuft sich auf rund 120 Millionen Euro. Die Profitabilität verbesserte sich weniger stark als erhofft. Die Ebit-Marge soll nach den vorläufigen Zahlen vom Freitag bei ungefähr minus 6,7 Prozent liegen.

Grund dafür seien die branchenweit hohe Preisnachlässe nach einem milden Winter und späten Sommerbeginn gewesen. „2013 war ein schwieriges Jahr für Modehändler in Kontinentaleuropa“, sagte David Schneider, Mitglied des Vorstands von Zalando. „Die ungünstigen Wetterbedingungen haben insgesamt zu hohen Preisnachlässen im Modebereich geführt.“ Dennoch zeigte sich Geschäftsführer Ritter zufrieden: „Wir haben unsere Marktführerschaft ausgebaut.“ Immerhin: In Deutschland, Österreich und der Schweiz will das Berliner Unternehmen beim operativen Ergebnis die Gewinnschwelle erreicht haben.

Was Deutsche am meisten zurückschicken

Möbel/Heimtextilien

Die Faustregel des interaktiven Handels: Je näher das bestellte Produkt am Körper ist, desto höher ist die Rückgabequote (in Prozent). Möbel und Heimtextilien werden demnach nur in 12,2 Prozent retourniert.

Geschenkartikel

Von allen Online-Bestellungen aus der Kategorie Geschenkartikel gehen 12,8 Prozent wieder zurück.

Musik/DVD/Games

Etwa 13,2 Prozent der Bestellungen aus dem Bereich Musik/DVD/Games bleibt nicht beim Kunden und wird zurück zum Händler geschickt.

Bücher

Bücher werden auch nicht so oft wieder zurück geschickt. Die Quote liegt bei 13,4 Prozent.

Spielzeug

Auch Kinder können wählerisch sein. 14,8 Prozent des bestellten Spielzeugs wird retourniert.

EDV

Im Bereich EDV liegt die Rückgabequote bei 15,1 Prozent.

Unterhaltungselektronik

Gut 15,4 Prozent der bestellten Produkte aus der Kategorie Unterhaltungselektronik/Foto wird zurückgeschickt.

Haushaltselektronik

Haushaltselektronik wird in 15,6 Prozent aller Fälle wieder retourniert.

Sonstiges

Alles, was in keine andere Kategorie fällt, hat eine Rückgabequote von 16 Prozent.

Kleidung/Schuhe

Am häufigsten schicken Kunden im interaktiven Handel Kleidung und Schuhe wieder zurück. Die Quote liegt bei 28,5 Prozent.

(Quelle: Zeit, Nr. 43, Grafik S. 41)

In 2013 sei die Logistik-Kapazität mehr als verdoppelt worden. Die Rücksendequote sei stabil bei rund 50 Prozent geblieben. Die Kunden kaufen immer mehr über Anwendungen auf Mobilen Geräten wie Smartphones oder Tablets. Zum Jahresende seien bereits 35 Prozent der Zugriffe auf den Shop von Mobilgeräten gekommen. Der Umsatz entwickele sich dementsprechend in Richtung mobil, sagte Ritter.

Schnell Gewinne zu schreiben, sei nicht das Ziel von Zalando. Ritter setzt weiter auf steigende Umsätze, was sich dann so anhört: Man wolle auf einen „nachhaltigen Wachstumstrend einschwenken“ und das „optimale Wachstumstempo finden“, sagt der Geschäftsführer.

Kommentare (4)

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glen13

14.02.2014, 10:25 Uhr

Das ist schon lange kein fairer Wettbewerb mehr. Firmen wie Zalando werden von Heuschrecken mit Geld zugeworfen, um unlauteren Verdrängungswettbewerb durchzuführen. Der normale Handel, der Steuern zahlen muss, Gewinne erwirtschaften muss und sich keine 50 % Retouren erlauben kann, ist der Verlierer. Schrei vor Glück und schick's zurück, das funktioniert nur, wenn man über unbegrenzte Geldreserven verfügt. Wer stoppt diesen Wahnsinn?

Account gelöscht!

14.02.2014, 10:54 Uhr

hinzu kommt noch, daß diese Heuschrecken und Arbeitsplatzvernichter staatlicherseits SUBVENTIONEN
erhalten !!!
Alles zu Lasten der Steuerzahler und kleinerer Betriebe !

Viento

14.02.2014, 11:05 Uhr

Na und? Leben halt in einem darwinistischem Wirtschaftssystem.
Ich versuche auch für meine Kunden die maximale Rendite herauszuholen. Auch wenn dies bedeutet ein paar hundert FTE an der IG Metall vorbei freizusetzen :)
Ich arbeite dafür sehr hart und genauso ist es bei Zalando. Ist doch irgendwo egal was mit den kleinen Betrieben geschieht.

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