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18.07.2014

10:45 Uhr

Online-Modehändler

Zalando macht Gewinn – bleibt aber vorsichtig

Optimierungen bei Wareneinkauf, Logistik und Marketing zeigen Wirkung: Zalando nähert sich der Gewinnzone. Der Online-Modehändler steigert seinen Nettoumsatz um fast 30 Prozent. Doch der Vorstand bleibt vorsichtig.

Die deutliche Verbesserung hat Zalando vor allem Optimierungen beim Wareneinkauf, bei Logistik und Marketing zu verdanken. dpa

Die deutliche Verbesserung hat Zalando vor allem Optimierungen beim Wareneinkauf, bei Logistik und Marketing zu verdanken.

Berlin Der Online-Modehändler Zalando nähert sich der Gewinnzone. Im zweiten Quartal 2014 seien schwarze Zahlen erreicht worden, sagte Vorstand Rubin Ritter am Freitag. Für das gesamte erste Halbjahr stehe damit voraussichtlich eine schwarze Null. Der Nettoumsatz stieg im selben Zeitraum um fast 30 Prozent auf mehr als eine Milliarde Euro. Für das Gesamtjahr bleibt Zalando trotzdem vorsichtig.

Es ist nicht das erste Quartal mit schwarzen Zahlen für den Berliner Internet-Händler. Auch in einem vierten Quartal gab es schon einmal Gewinne - da würden allerdings auch die teuersten Artikel verkauft, sagte Ritter. Jetzt sei das Unternehmen erstmals auch in einem zweiten Quartal profitabel.

Das liegt laut Ritter vor allem an Optimierungen beim Wareneinkauf, bei Logistik und Marketing. Investitionen in die Logistikzentren in Erfurt und Mönchengladbach zahlten sich nun aus. Auch die Kundenbasis wachse weiter. „Wir gewinnen Marktanteile in allen Branchen dazu“, sagte Ritter.

Trotzdem dämpfte er die Erwartungen für das gesamte Geschäftsjahr: Es solle „einen entscheidenden Schritt in Richtung Ebit-Breakeven“ geben, die Gewinnschwelle werde aber eventuell nicht ganz erreicht.

Was Deutsche am meisten zurückschicken

Möbel/Heimtextilien

Die Faustregel des interaktiven Handels: Je näher das bestellte Produkt am Körper ist, desto höher ist die Rückgabequote (in Prozent). Möbel und Heimtextilien werden demnach nur in 12,2 Prozent retourniert.

Geschenkartikel

Von allen Online-Bestellungen aus der Kategorie Geschenkartikel gehen 12,8 Prozent wieder zurück.

Musik/DVD/Games

Etwa 13,2 Prozent der Bestellungen aus dem Bereich Musik/DVD/Games bleibt nicht beim Kunden und wird zurück zum Händler geschickt.

Bücher

Bücher werden auch nicht so oft wieder zurück geschickt. Die Quote liegt bei 13,4 Prozent.

Spielzeug

Auch Kinder können wählerisch sein. 14,8 Prozent des bestellten Spielzeugs wird retourniert.

EDV

Im Bereich EDV liegt die Rückgabequote bei 15,1 Prozent.

Unterhaltungselektronik

Gut 15,4 Prozent der bestellten Produkte aus der Kategorie Unterhaltungselektronik/Foto wird zurückgeschickt.

Haushaltselektronik

Haushaltselektronik wird in 15,6 Prozent aller Fälle wieder retourniert.

Sonstiges

Alles, was in keine andere Kategorie fällt, hat eine Rückgabequote von 16 Prozent.

Kleidung/Schuhe

Am häufigsten schicken Kunden im interaktiven Handel Kleidung und Schuhe wieder zurück. Die Quote liegt bei 28,5 Prozent.

(Quelle: Zeit, Nr. 43, Grafik S. 41)

Zalando wurde erst 2008 gegründet und hat in den vergangenen Jahren die Textil-Versandhandelsbranche durcheinandergewirbelt. Der reine Internet-Händler bietet rund 150 000 Produkte an, außer Bekleidung auch Haushaltsartikel, Einrichtungsgegenstände für die Wohnung, Sportgeräte und Kosmetik.

Größter Anteilseigner ist der schwedische Investor AB Kinnevik mit 37 Prozent vor den wohl bekanntesten deutschen Internet-Investoren, den Samwer-Brüdern, mit 17 Prozent. Zuletzt war über einen Börsengang spekuliert worden.

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