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22.01.2008

20:34 Uhr

Online-Outlets

Virtuelle Rotstift-Eldorados

VonHolger Alich und Christoph Schlautmann

Mit den sogenannten Factory-Outlets erobert nun ein altes Verkaufskonzept erobert auch den Online-Handel. Gerade in Deutschland und Frankreich, wo das Konzept der EInkaufszentren bislang eher floppte, können Pioniere wie Vente Privée punkten – und fleißig expandieren.

PARIS/DÜSSELDORF. Fragend blickt das Fotomodell den Fotografen an, dann dreht es sich etwas nach rechts. Die Assistentin zupft an dem weißen Bademantel herum, den das Model trägt. Ein Griff – und die Falte, die den störenden Schatten warf, ist weg. Im Hintergrund läuft Disco-Musik. Ein Blitz, und das Bild ist im Kasten. Auf dass es die Käufer verführe.

In den 14 firmeneigenen Fotostudios des französischen Internet-Outlets vente-privee.com herrscht Hochbetrieb. Früher wurde hier in Saint-Denis bei Paris die Tageszeitung „Le Monde“ gedruckt.Heute werden am Sitz von Vente-Privée täglich 2 500 Fotos geschossen. Die Motive: Restposten von Markenwaren.

Die verkauft Firmenchef Jacques-Antoine Granjon dann am besten, wenn sie auch schön aussehen – im Internet. Sogar Autos hat er schon online verkauft: „100 Peugeots, in nur einer Minute waren die weg.“

Vente-Privée ist der Pionier eines neuen Vertriebskonzepts im Handel, das europaweit auf dem Vormarsch ist: Internet-Outlets. Wie ihre Konkurrenten in der realen Handelswelt bieten Firmen wie Buy-VIP, linvitedesmarques.com oder Vente-Privée Restbestände von Markenkonzernen wie Puma, Tommy Hilfiger, Festina oder Burton an – nur im Internet und mit bis zu 70 Prozent Preisnachlass.

Die Produkte werden aber nur zeitlich begrenzt bei sogenannten „Events“ verkauft. Und kaufen dürfen nur registrierte Club-Mitglieder, die vorher von einem anderen Mitglied eingeladen worden sind.

Dennoch brummt das Geschäft: Vente-Privée machte 2007 350 Millionen Euro Umsatz, fast doppelt so viel wie 2006. Profitabel ist der Webverkaufsclub seit 2004. Allein in Frankreich gibt es 90 solcher Internet-Outlets. Sogar TF1, Frankreichs größter Fernsehkonzern, hat jüngst eine virtuelle Resterampe aufgemacht.

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