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21.03.2013

10:55 Uhr

Online-Shop Emeza startet

Wie Zalando den Luxus-Markt erobern will

VonCarina Kontio

ExklusivDer neue Online-Ableger des Modestores Zalando orientiert sich an etablierten Vorbildern. Im Interview spricht Macher Felix Zirkler über Online-Plagiate, Emotionen und die Risiken beim Verschicken 800 Euro teurer Pumps.

Die optische Aufmachung von Emeza erinnerte im Januar an einen Konkurrenten ... (Quelle: Screenshot Emeza.de)

Die optische Aufmachung von Emeza erinnerte im Januar an einen Konkurrenten ...

(Quelle: Screenshot Emeza.de)

DüsseldorfMit Zalando haben die als Seriengründer bekannten Samwer-Brüder ein großes Internetkaufhaus aus dem Nichts geschaffen. Jetzt umgarnen sie mit der Marke Emeza Luxus-Shopper, die mehrere hundert Euro für eine Handtasche zahlen. Emeza greift – wie man es von Samwer-Projekten kennt – bereits bewährte Ideen auf. So ähnelt die Seite sehr stark net-a-porter.com des Schweizer Luxus-Artikelhersteller Richemont und mytheresa.com. Offiziell geht Emeza heute an den Start. Die Geschäfte führt Felix Zirkler – im Trio mit Remco van Zanten und Sandy Bontout.

Herr Zirkler, wie fühlt man sich als Onlineshop-Plagiator?

Uns ist natürlich daran gelegen, dem Kunden einen Mehrwert und ein gutes Einkaufserlebnis zu bieten. Das besteht im Wesentlichen für uns aus drei Themen. Einerseits wollen wir eine sehr ansprechende, inspirierende Produktauswahl bieten. Wir glauben, dass wir einen neuen, sehr frischen Mix aus jungen Designer-Labels und etablierten Luxusmarken gefunden haben. Daneben ist es uns wichtig, ein inspirierendes Shopping-Erlebnis auf der Seite zu haben und dann, wenn man das passende Produkt gefunden hat, bieten wir einen unkomplizierten und reibungslosen Service.

Felix Zirkler ist Teil des Management-Trios und verantwortet als Head of Commercial bei Emeza die Bereiche Einkauf, Creative und Merchandising. Zuletzt war er bei Zalando für Damenmode zuständig. (Foto: Emeza)

Felix Zirkler ist Teil des Management-Trios und verantwortet als Head of Commercial bei Emeza die Bereiche Einkauf, Creative und Merchandising. Zuletzt war er bei Zalando für Damenmode zuständig.

(Foto: Emeza)

Da fehlt mir dann aber doch jetzt noch ihr persönliches Gefühl ...

Uns ist es sehr wichtig – deswegen habe wir auch eine eigenständige Plattform gelauncht – dass wir diesen Teil des „Einkaufserlebnis“ adressieren können. Zalando als Gruppe bewegt sich insgesamt in einem transaktionalem Umfeld, wo es besonders auf die Prozessabwicklungen ankommt. Auf Emeza können wir den Kunden auf einer emotionaleren Ebene abholen und ihm zum Beispiel über deutlich visuellere Suchoptionen die Möglichkeit bieten, sich zusätzlich inspirieren zu lassen.

Was Deutsche am meisten zurückschicken

Möbel/Heimtextilien

Die Faustregel des interaktiven Handels: Je näher das bestellte Produkt am Körper ist, desto höher ist die Rückgabequote (in Prozent). Möbel und Heimtextilien werden demnach nur in 12,2 Prozent retourniert.

Geschenkartikel

Von allen Online-Bestellungen aus der Kategorie Geschenkartikel gehen 12,8 Prozent wieder zurück.

Musik/DVD/Games

Etwa 13,2 Prozent der Bestellungen aus dem Bereich Musik/DVD/Games bleibt nicht beim Kunden und wird zurück zum Händler geschickt.

Bücher

Bücher werden auch nicht so oft wieder zurück geschickt. Die Quote liegt bei 13,4 Prozent.

Spielzeug

Auch Kinder können wählerisch sein. 14,8 Prozent des bestellten Spielzeugs wird retourniert.

EDV

Im Bereich EDV liegt die Rückgabequote bei 15,1 Prozent.

Unterhaltungselektronik

Gut 15,4 Prozent der bestellten Produkte aus der Kategorie Unterhaltungselektronik/Foto wird zurückgeschickt.

Haushaltselektronik

Haushaltselektronik wird in 15,6 Prozent aller Fälle wieder retourniert.

Sonstiges

Alles, was in keine andere Kategorie fällt, hat eine Rückgabequote von 16 Prozent.

Kleidung/Schuhe

Am häufigsten schicken Kunden im interaktiven Handel Kleidung und Schuhe wieder zurück. Die Quote liegt bei 28,5 Prozent.

(Quelle: Zeit, Nr. 43, Grafik S. 41)

Das ist Ihre Antwort auf die Frage: Wie fühlt man sich als Onlineshop-Plagiator?

Meinen Sie jetzt Gladiator oder ...?

Ich versuche es nochmal: Sie haben doch sicher mal ihr Seitenlayout mit dem der Konkurrenz anderer Luxus-Onlineshops verglichen?

Um nochmal den Aspekt des Designs zu adressieren: Was Sie natürlich sehen, wenn sie aktuell auf die Seite gehen, ist eine Testversion. Die hat im Wesentlichen das Ziel sicherzustellen, dass unsere Prozesse funktionieren, wenn wir den Launch machen. Der wird heute mit einem komplett neuen Design stattfinden und dann wird die Verwechslungsgefahr sehr gering sein.

Ihnen ist aber schon klar, dass Emeza eine Art Copycat des exklusiven Online-Portals von Richemont (net-a-porter.com) ist?

Wenn man ein Einkaufserlebnis gestaltet, muss man sich daran orientieren, dass der Kunde gewisse Schemata gelernt hat. Das gilt in der Offline- genauso wie in der Online-Welt. Da gibt es einfach bestimmte Gestaltungs-Prinzipien, nach denen sich jeder Shop richtet. Diese haben wir jetzt für den offiziellen Launch überarbeitet und da treten wir auch mit einem sehr anderen Gesicht als noch vor einer Woche.

Kommentare (2)

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roccosamwer

21.03.2013, 17:37 Uhr

die jugendlichen statusversessenen werden luxus aus dem hause des gewöhnlichen nicht tragen,da sie sich originale leisten.

hier wird ne halbweltmarke geboren....

Jesus

22.03.2013, 08:10 Uhr

Zalando wurde aus dem Nichts geaschaffen... jawoll.. DAS nichts könnte man mir überweisen, würd ich sofort in Rente gehn. Wenn verbranntes Geld nichts ist.. naja vielleicht weiss HB mehr als wir und bald haben wir die vernichtung des euros äää des Nichts

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