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21.10.2012

16:42 Uhr

Online-Strategie

Tengelmann setzt auf Internet-Start-ups

VonKirsten Ludowig

Kaum einer weiß, dass der Eigentümer von Kaiser's, Kik und Obi in aufstrebende Shopping-Portale investiert. Dabei nimmt Tengelmann Start-ups wie Onlinemarktplätze ins Visier. Diese Strategie ist aber nicht ohne Risiko.

Neben dem Einzelhandel geht Tengelmann auch seinen Internet-Weg. dpa

Neben dem Einzelhandel geht Tengelmann auch seinen Internet-Weg.

Mülheim an der RuhrJeder kennt sie, die Geschäfte der Tengelmann-Gruppe. Täglich strömen unzählige Kunden in die Lebensmittelläden Kaiser's und Tengelmann, die Textil-Discounter Kik und die Baumärkte Obi. Dazu kommen Beteiligungen an Netto, Tedi und Woolworth. Was aber nur wenige wissen: Das 145 Jahre alte Familienunternehmen aus Mülheim an der Ruhr, das in fünfter Generation von Karl-Erivan Haub geführt wird und 2011 knapp 10,8 Milliarden Euro umsetzte, ist einer der größten Start-up-Investoren Deutschlands.

In den vergangenen zweieinhalb Jahren hat die Tochtergesellschaft Tengelmann Ventures einen niedrigen dreistelligen Millionenbetrag in verschiedene Beteiligungen investiert. Im Fokus: sowohl Onlineshops und -marktplätze als auch Dienstleister, die Internet- und Web-2.0-Technologien anbieten.

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Das Netz ist das Zukunftsfeld für den Einzelhandel. Um in der digitalen Welt präsent zu sein, setzen viele Unternehmen auf die Verknüpfung der Filialen vor Ort mit dem Onlinegeschäft. Die Kunden können die Verfügbarkeit der Ware im Internet prüfen, sie vorbestellen, im Laden abholen und dort reklamieren oder umtauschen. Auch Tengelmann versucht sich im Netz mit einem Lieferdienst für seine Kaiser's- und Tengelmann-Supermärkte, die Baumarktkette Obi hat einen eigenen Onlineshop. Zudem betreibt die Gruppe seit 2001 den Shop Plus.de, das Filialnetz des Discounters wurde später verkauft.

Den Kern von Tengelmanns Onlinestrategie aber bilden die vom klassischen Tagesgeschäft losgelösten Beteiligungen an mehr als 20 Internet-Start-ups. Dazu zählen etwa der rasant wachsende Online-Schuhshop Zalando (Anteil: 8,5 Prozent) oder der Spezialitätenversender Otto Gourmet (30 Prozent).

„Uns war von Anfang an klar, dass wir das Off- und Onlinegeschäft weitgehend trennen müssen“, erklärt Christian Winter, Geschäftsführer von Tengelmann Ventures. „Wir wollten schnell im Internet wachsen. Aber die ganze Tengelmann-Gruppe von heute auf morgen auf E-Commerce umstellen, das hätte nicht funktioniert.“

Kommentare (2)

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KundeKurt

30.10.2012, 09:03 Uhr

Wer dort (Zalando) kauft, braucht gelegentlich einen Schlag mit der nassen Zeitung in den Nacken...
Siehe u. a.: http://www.stern.de/wirtschaft/news/internethaendler-zalando-am-pranger-1867682.html
Gruß
Kunde Kurt

IngolfBrehm

07.11.2012, 14:16 Uhr

Ich kenne auch Unternehmer Trolle,die zweistellige Millonen beträge in Start-up stecken und Menschen mit guten Ideen für die "letzte Meile" Pychisch mürbe gemacht werden.
Gruß
Ingolf Brehm

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