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22.01.2014

06:42 Uhr

Onlinehändler

Amazon arbeitet am Einstieg ins Internet-Fernsehen

Amazon plant offenbar den Einstieg ins Internet-Bezahlfernsehen. Bei der Entwicklung eines Pay-TV-Systems soll das Unternehmen auf Medienunternehmen zugegangen sein. Ins Fernsehgeschäft drängen auch andere Konzerne.

Bald fernsehreif? Amazon will ins Internet-Bezahlfernsehen einsteigen. Reuters

Bald fernsehreif? Amazon will ins Internet-Bezahlfernsehen einsteigen.

New YorkDer US-Onlinehändler Amazon will einem Zeitungsbericht zufolge auch mit Bezahlfernsehen Geld verdienen. Der Konzern entwickle ein Pay-TV-Angebot, das Kunden über das Internet nutzen könnten, berichtete das „Wall Street Journal“. Dafür sei Amazon auf mindestens drei Medienunternehmen zugegangen. Die Pläne befänden sich in einem frühen Stadium. Das Unternehmen erklärte allerdings, kein Pay-TV-Angebot zu planen.

Amazon bietet bereits Fernsehsendungen und Filme kostenlos im Netz an. Dies betrifft die Kunden, die Prime-Mitglieder sind und damit gegen eine Jahresgebühr Kosten beim Versand von Produkten sparen können.

Aufstieg mit Schattenseiten: Wie funktioniert Amazon?

Wie fing Amazon an?

Jeff Bezos gründete amazon.com im Jahr 1995. Den deutschen Ableger amazon.de gibt es seit 1998. Groß wurde das Unternehmen mit dem Versand von Büchern, Videos und Musik-CDs. Seit dem Jahr 2000 können auch fremde Händler ihre Produkte bei Amazon anbieten. Mittlerweile macht der Konzern mit Sitz in Seattle zwei Drittel seines Umsatzes mit Waren wie Computern, Digitalkameras, Mode oder Lebensmitteln. Amazon ist auch einer der Vorreiter bei elektronischen Büchern sowie Musik- und Video-Downloads. Zweites großes Standbein neben dem Handel sind die Webservices mit dem Cloud Computing.

Wie konnte der Konzern so mächtig werden?

Amazon fährt eine riskante Wachstumsstrategie: Der Konzern lockt die Kunden mit günstigen Preisen sowie einer schnellen und vielfach kostenlosen Lieferung. Zudem investiert er kräftig, in die Versandzentren wie auch in die Entwicklung neuer Technologie. Dieser Wachstumskurs hat jedoch eine Kehrseite: Die Gewinnmargen sind eher dünn. 2012 machte Amazon einen Verlust von 39 Millionen Dollar. Im Jahr 2013 blieben unterm Strich 274 Millionen Dollar (204 Millionen Euro) – bei einem Nettoumsatz von 74,45 Milliarden Dollar im Jahr 2013.

Wie relevant ist der deutsche Markt?

Es ist der größte Auslandsmarkt. 2012 setzte Amazon hierzulande 8,7 Milliarden Dollar um, umgerechnet sind das derzeit etwa 6,5 Milliarden Euro. Damit lag Deutschland noch vor Japan mit 7,8 Milliarden Dollar und Großbritannien mit 6,5 Milliarden Dollar. Der wichtigste Markt überhaupt ist allerdings Nordamerika mit 34,8 Milliarden Dollar. Amazon wuchs in seiner Heimat zuletzt auch deutlich schneller als im Ausland.

Wie wichtig ist Amazon für Deutschland?

Gemessen am Einzelhandelsumsatz insgesamt ist die Rolle von Amazon überschaubar. Etwa 1,5 Prozent trägt Amazon zum Branchenumsatz von fast 428 Milliarden Euro bei. Das meiste sind jedoch Lebensmittel. Betrachtet man den Online-Handel von Unterhaltungselektronik bis hin zu Büchern, sieht die Sache ganz anders aus: Amazon hält hier fast ein Viertel des Marktes.

Wie ist der Konzern aufgestellt?

In Deutschland unterhält das Unternehmen Logistikzentren in Graben bei Augsburg, Bad Hersfeld, Leipzig, Rheinberg, Werne, Pforzheim, Brieselang und Koblenz. Dort arbeiten nach Auskunft von Amazon etwa 10.000 fest angestellte Vollzeitmitarbeiter. In Spitzenzeiten wie dem Weihnachtsgeschäft kommen in jedem dieser Zentren Tausende Saisonkräfte hinzu. Weltweit arbeiteten 124.600 Mitarbeiter (Stand: März 2014) im Unternehmen.

Mehrere andere Konzerne wollen ins Pay-TV-Geschäft im Internet einsteigen, darunter Sony. Auch der Chipkonzern Intel versuchte sich darin, verkaufte das Projekt aber an den Telekomkonzern Verizon.

Von

rtr

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