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19.04.2012

00:00 Uhr

Onlinehandel

Ebay wächst rasant dank Bezahltochter PayPal

Zum US-Konzern Ebay gehören mehr als die bekannten Online-Auktionen. Der Bezahldienst PayPal hat sich zum wichtigen zweiten Standbein gemausert. Das sorgte für sprudelnde Gewinne zu Jahresbeginn.

Das Logo des Internet-Auktionshauses Ebay. dapd

Das Logo des Internet-Auktionshauses Ebay.

San JoseFür den Internet-Handelsspezialisten Ebay entpuppt sich das elektronische Bezahlen immer mehr als Goldgrube. Mit der Tochter PayPal gehört Ebay zu den Vorreitern des boomenden Segments. Auch im ersten Quartal wuchs PayPal schneller als der angestammte Marktplatz.

Insgesamt konnte Ebay seinen Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 29 Prozent auf 3,3 Milliarden Dollar steigern (2,5 Mrd Euro). Der Gewinn legte um 20 Prozent auf unterm Strich 570 Millionen Dollar zu, wie das Unternehmen am Mittwoch bekanntgab.

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Mit den Zahlen übertraf der Amazon-Rivale die Erwartungen der Börsianer. Die Aktie stieg nachbörslich um 5 Prozent. Der Marktplatz-Umsatz wuchs um 11 Prozent auf 1,7 Milliarden Dollar, PayPal legte um 32 Prozent auf 1,3 Milliarden Dollar zu. Längst lässt sich über den Bezahldienst auch auf fremden Websites einkaufen und PayPal drängt mit Macht in den stationären Handel.

Ebay hatte sich überdies mit dem Zukauf des Handelsdienstleisters GSI noch breiter aufgestellt, der fremde Firmen etwa beim Betrieb von Online-Shops unterstützt. „Das erste Quartal war ein starker Start ins Jahr für uns“, erklärte Ebay-Chef John Donahoe und erhöhte die Jahresprognose. Der Umsatz soll von 11,7 Milliarden Dollar im Jahr 2011 auf bis zu 14,1 Milliarden Dollar klettern.

Auch beim Gewinn traut sich der Konzern nun mehr zu als bislang. Wachstumstreiber PayPal verzeichnet inzwischen annähernd 110 Millionen Accounts - quasi die Konten der Nutzer. Seit diesem Jahr können Kunden auch in ersten Läden vor Ort mit PayPal bezahlen, etwa in den fast 2000 Baumärkten der US-Kette Home Depot.

Als größter Rivale von Ebay gilt Amazon. Im Unterschied zu Ebay tritt Amazon aber auch selbst als Verkäufer auf. Amazon war in der jüngeren Vergangenheit ebenfalls rasant gewachsen, doch die Gewinne schrumpften. Grund war, dass der weltgrößte Internethändler massiv in neue Versandzentren oder neue Produkte wie seinen Tablet-Computer Kindle Fire investiert hatte. Amazon legt seine Zwischenbilanz am Donnerstag nächster Woche (26. April) vor.

Von

dpa

Kommentare (38)

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Laienrichter

19.04.2012, 00:02 Uhr

Wen wunderts?
Erstaunlich, welchen Raum der Quasi-Monopolist Ebay, zumindest in Deutschland für seine Preis- und AGB-Gestaltung geniest..... Da wird aus Sicht von verkaufenden Privatkunden und Gewerblichen ja heftigst abkassiert. 9% Ebayprovision, dazu 5% von jeder Paypal-Zahlung, dazu Forex-Komissionen. Paypalkonten sind außerdem unverzinst, stehen unter Verfügungsvorbehalt und sind nicht einlagegesichert.
Die Paypalteilnahme als Ebay-Verbundprodukt wird den Ebaykunden quasi aufgedrückt und andere Bezahloptionen für Kunden systemisch "defavorisiert".

StefanS

19.04.2012, 00:58 Uhr

Ich frage mich ebenfalls, wie es eBay gelingt seine Kunden derart abzuzocken. Offensichtlich machen die Verkäufer dort alles mit.

Gerade PayPal wird im Netz hart abgestraft. Kundenunfreundlich und geradezu unseriös soll dieser Laden sein, der in Luxemburg sitzt.

PayPal ist eine wahre Goldgrube für eBay. Viele Online-Händler bieten mittlerweile eine Bezahlung per PayPal an. Dieses Unternehmen beschäftigt in Deutschland kaum Mitarbeiter und sitzt rechtlich in Luxemburg, um Steuern zu sparen.

Es gibt praktisch keine Konkurrenz bei den Auktionshäusern. Und dank PayPal wird jetzt sogar doppelt abgerechnet. Wenn man sich vorstellt das eBays Kosten für eine Auktion und Ubweisung bei wenigen Cent liegen dürften, dann weiß man was die dort an den Deutschen verdienen.

IDEFIX

19.04.2012, 01:58 Uhr

Wie PayPal - zumindest beim Verkauf über eBay - zu den stetig steigenden Gewinnen kommt, ist relativ offensichtlich: Dort wird man als "Neueinsteiger" quasi zwangsverpflichtet, ein solch virtuelles Konto zu eröffnen.
Journalistisch gesehen gehören solche Realitäten in derlei Artikel ganz klar mit hineingeschrieben. Objektive Berichterstattung ist aber leider - egal in welcher Branche - kaum mehr zu finden. SCHADE!


Höchst fragwürdig bleibt für mich das Geschäftsgebaren von PayPal in mehrfacher Hinsicht:

Wie kann es sein, daß dieses Unternehmen eine Provision auf Portokosten eines verkauften Artikels kassieren darf, wo doch die Deutsche Post das Porto sogar umsatzsteuerfrei vertreibt? Der Deutsche Staat darf nicht kassieren, aber PayPal? Und das in unserem Deutschen Rechtssystem???

Und daß es das riesengroße Unternehmen PayPal nicht schafft, für ihre "Dienste" wenigstens eine separate Rechnung zu stellen, bleibt mir ebenso schleierhaft. Auf Anfrage vor ca. 2 Jahren wurde immerhin geantwortet, "...es tut uns leid, aber wir arbeiten daran...".

So sehr ich mich auch bemühe - Seriosität ist in meinem Duden anders erklärt.

Aber in Zeiten, in denen "vermeintlich" alles schlechter wird, kann ja vielleicht auch ein virtuelles Unternehmen mal BESSER WERDEN! Oder?

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