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28.04.2014

14:33 Uhr

Optiker

Fielmann erteilt Online-Handel eine Absage

Günther Fielmann hat sich auf dem deutschen Optiker-Markt eine klar dominante Position erarbeitet. Neue Online-Shops sieht der Patriach der Branche nicht als ernsthafte Konkurrenz. Er setzt weiter auf neue Filialen.

Der Umsatz von Fielmann stieg auch dank eines zusätzlichen Verkaufstags. dpa

Der Umsatz von Fielmann stieg auch dank eines zusätzlichen Verkaufstags.

DüsseldorfDie Optik-Kette Fielmann hat ihren Marktanteil in Deutschland weiter ausgebaut. Im ersten Quartal seien die Erwartungen des Unternehmens übertroffen worden, sagte Firmenchef Günther Fielmann am Montag in Hamburg. Wegen des frühlingshaften Wetters sei allein der Absatz von Sonnenbrillen um 30 Prozent gestiegen. Insgesamt verkaufte Fielmann in den ersten drei Monaten 1,85 (Vorjahreszeitraum: 1,69) Millionen Brillen, erreichte dabei einen Konzernumsatz von 306 (278) Millionen Euro und einen Überschuss von 41,8 (33,6) Millionen Euro.

Damit setzt Fielmann seinen jahrzehntelangen Expansionskurs fort, der ihm eine dominierende Stellung im deutschen Markt eingebracht hat. In 580 Filialen verkauft Fielmann jährlich mehr als sechs Millionen Brillen, das ist jede zweite Brille in Deutschland. Dazu kommen jeweils mehr als 30 Niederlassungen in Österreich und der Schweiz, wo Fielmann gemessen an den Stückzahlen ebenfalls die Position des Marktführers einnimmt. Den Umsatzanteil am deutschen Optik-Markt beziffert Fielmann auf 20 Prozent. „Die Preise sind bei uns nur halb so hoch; deshalb fallen die Marktanteile bei Absatz und Umsatz auseinander“, sagte Fielmann.

Dem Trend vieler Einzelhandelsbranchen in den Online-Handel kann Fielmann nichts abgewinnen. „Wenn ich eine optimal eingestellte und gut sitzende Brille verkaufen will, dann kann ich das nur im Kontakt mit dem Kunden“, erklärte der Firmenchef. Über das Internet ließen sich wichtige Informationen nicht messen; die Folgen beim Kunden seien schlecht sitzende Brillen oder im Extremfall Doppelsehen und Kopfschmerzen. Die Kunden sehen das bisher ähnlich; im Gegensatz zu anderen Handelsbranchen bewegen sich die Online-Marktanteile bei Optikern in niedrigen einstelligen Bereich. Fielmann verkauft über das Netz aber zum Beispiel Kontaktlinsen.

Das sind Deutschlands größte Optiker

Platz 10

Die Kette Eyes and More eröffnet mit einem Jahresumsatz im Jahr 2014 von 33,2 Millionen Euro die Top Ten. 2006 eröffnete in Lübeck die erste Filiale. Mittlerweile hat das Unternehmen mit Sitz in Bad Segeberg ein rasantes Wachstum hingelegt und 79 Filialen, die in Eigenregie oder Franchising betrieben werden.

Platz 9

Krass Optik machte 2014 in Deutschland 38,3 Millionen Euro Umsatz. Die Kette mit Sitz in Dornach-Aschheim hatte zu diesem Zeitpunkt 67 Filialen.

Platz 8

Abele Optik liegt mit 38,5 Millionen Euro Jahresumsatz auf dem achten Platz. 1945 in Würzburg gegründet betreibt die Optiker-Kette heute 72 Filialen. Die Anzahl der Geschäfte ist seit Jahren stabil.

Platz 7

Die Kette Binder Optik macht mit ihren deutschen Niederlassungen einen Jahresumsatz von 40,1 Millionen Euro. 49 Filialen betreibt das Unternehmen in Deutschland. Binder Optik wurde 1975 von Helmut und Gabriele Baur in Böblingen gegründet und ist vor allem im Süden Deutschlands vertreten. Es gibt aber auch Filialen auf Mallorca.

Platz 6

Optik Matt ist nach Umsatz die sechstgrößte Kette in Deutschland. Das Unternehmen machte mit seinen 71 deutschen Filialen 2014 einen Umsatz von 43 Millionen Euro. Optik Matt wurde 1955 von Hannelore und Bernhard Matt in Regensburg gegründet.

Platz 4

Mit einem Jahresumsatz von 47 Millionen Euro liegt Optiker Bode auf Rang fünf. Die Kette betrieb Ende 2014 insgesamt 74 Filialen in Deutschland. Hans Bode eröffnete 1938 in Hamburg-Barmbek die erste Filiale.

Platz 4

Die Aktivoptik Service AG liegt mit einem Jahresumsatz von 48,3 Millionen Euro auf Rang vier der Liste. Inklusive Franchisepartner hatte das Unternehmen 2014 insgesamt 79 Filialen. Die erste wurde 1989 in Gensingen eröffnet. Das Unternehmen bietet mittlerweile auch Hörgeräte an.

Platz 3

Die Kette Pro Optik liegt mit 112 Millionen Euro Jahresumsatz auf dem dritten Platz in Deutschland. Inklusive Franchisepartnern hat betreibt das Unternehmen 126 Filialen. Pro Optik wurde 1985 von Rainer Hildebrandt und Peter Hoppert gegründet. Das Unternehmen hat seinen Sitz in Wendlingen und in den vergangenen Jahren ein kräftiges Wachstum bei den Filialen hinter sich.

Platz 2

Mit einem Jahresumsatz von 426 Millionen Euro ist Apollo Optik die Nummer zwei in Deutschland. Das Unternehmen betreibt mit seinen Franchisepartner die meisten Filialen in Deutschland. 2014 waren es 751. Doch am Branchenprimus in Deutschland kommt Apollo Optik beim Umsatz nicht vorbei.

Platz 1

Fielmann ist die unumstrittene Nummer eins in Deutschland. 2014 machte das Unternehmen einen Umsatz von 973 Millionen Euro mit seinen Niederlassungen in Deutschland. 582 davon betrieb die börsennotierte AG Ende 2014. Das Unternehmen wuchs damit in den vergangenen Jahren leicht. 2009 waren es noch 551 Optik-Geschäfte.

Quelle: ZVA

Statt auf Online setzt Fielmann auf eine weitere Expansion seines Filialnetzes, vor allem in Nordrhein-Westfalen und den südlichen Bundesländern. „Es gibt immer noch unterversorgte Gebiete“, sagte er. Mittelfristig seien 700 Niederlassungen in Deutschland geplant sowie 45 in der Schweiz und 40 in Österreich. Der Umsatz soll auf 1,6 Milliarden Euro wachsen, später dann auf 2,0 Milliarden. Ob Fielmann selbst, der in wenigen Monaten 75 Jahre alt wird, dann noch an der Spitze des Unternehmens stehen wird, ließ er offen. Seit drei Jahren ist sein Sohn Marc im Unternehmen mit verschiedenen Aufgaben betraut. Der Mittzwanziger läuft sich warm für die Nachfolge, die nach Angaben von Günther Fielmann aber „allmählich“ und „sukzessive“ über die Bühne gehen soll.

Die Familie Fielmann hält direkt und indirekt die Mehrheit an dem Unternehmen; der Streubesitz beträgt rund 29 Prozent. Um für die Aktionäre attraktiver zu werden plant Fielmann einen Aktiensplit. Für eine Aktie sollen die Anteilseigner zwei bekommen; damit halbiert sich optisch auch der Kurs. Gleichzeitig kündigte der Konzern eine höhere Dividende von 2,90 Euro für das abgelaufene Geschäftsjahr an, nach 2,70 Euro im Vorjahr. 2013 steigerte das Unternehmen den Umsatz um 4,5 Prozent auf 1,16 Milliarden Euro. Der Überschuss verbesserte sich um 9,5 Prozent auf 142 Millionen Euro.

Von

rtr

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