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07.05.2017

15:08 Uhr

Outdoor-Branche

Junge Abenteurer dringend gesucht

Sport und Bewegung in der Natur bleiben im Trend. Trotzdem ist das Klima für die Outdoor-Ausrüster rauer geworden. Die Branche kämpft mit Verdrängungswettbewerb und schwachem Wachstum – und braucht mehr junge Kunden.

Die Outdoor-Mode und -Zubehör liegen nach wie vor im Trend – doch Konkurrenzdruck und schwache Nachfrage der jungen Kunden machen der Branche zu schaffen. dpa

Sportartikel-Messe Ispo

Die Outdoor-Mode und -Zubehör liegen nach wie vor im Trend – doch Konkurrenzdruck und schwache Nachfrage der jungen Kunden machen der Branche zu schaffen.

Idstein/MünchenWetterfest und längst salonfähig: Outdoor-Kleidung und -Zubehör haben sich von Nischenprodukten für Wanderer, Bergsportler und Extremcamper zur Alltagsware entwickelt. Doch trotz der breiteren Kundschaft wächst die Branche nicht mehr in den Himmel. Nach anfangs zweistelligen Wachstumsraten geht es seit einigen Jahren im gesättigten deutschen Markt deutlich langsamer voran – bei wachsendem Wettbewerbsdruck.

Um jährlich etwa zwei bis drei Prozent wächst die Branche in Deutschland, wie die Geschäftsführerin des Bundesverbandes der Deutschen Sportartikel-Industrie, Nicole Espey, schätzt. Zuletzt lagen die Umsätze hierzulande bei rund 2,5 Milliarden Euro. Scharfe Abgrenzungen sind allerdings schwierig, weil zumindest ein wenig „outdoor“ in sehr vielen Produkten steckt – vom Wanderschuh bis zum Rucksack, von der Windjacke bis zum Schlafsack und Campingkocher.

Vaude-Chefin Antje von Dewitz: Outdoor-Mode made in Obereisenbach

Vaude-Chefin Antje von Dewitz

Premium Outdoor-Mode made in Obereisenbach

Die Chefin der Outdoor-Marke Vaude eröffnet eine neue Fabrik für Fahrradtaschen an ihrem schwäbischen Stammsitz. Das ist wirtschaftlich waghalsig, aber gut fürs Image. Und hilft im Verdrängungswettbewerb der Branche.

Auch die Zahl der Firmen, die sich in der Branche tummeln, hat zugenommen. So zeigten im vergangenen Jahr mehr als 900 Aussteller aus über 40 Ländern bei der Branchenschau „Outdoor“ in Friedrichshafen ihre Neuheiten. Der Boom hatte neue Anbieter auf den Markt gelockt – was den Wettbewerb um die frischlufthungrige Kundschaft deutlich anheizte. Viele der etablierten Marken sind bisher in Familienhand wie etwa der Wanderschuh- und Bergstiefelhersteller Meindl oder der Bergsportausrüster Vaude.

Anders ist das mit dem europäischen Marktführer Jack Wolfskin: Das im hessischen Idstein ansässige Unternehmen gehört dem US-Investor Blackstone und könnte bald an ein Konsortium aus Investoren und Hedgefonds gehen. Unter anderem eine teure China-Expansion hatte Jack Wolfskin Kraft gekostet – und sich dann weniger ausgezahlt als geplant. Trotzdem, das Unternehmen sei gesund und wachse auch ordentlich, heißt es. 351 Millionen Euro Umsatz und „operativ schwarze Zahlen“ verbuchte der Anbieter mit dem Tatzenabdruck im Firmenlogo im vergangenen Geschäftsjahr (30. September), nach 314 Millionen Euro im Vorjahr. „Wir sind mit der aktuellen Entwicklung bei uns sehr zufrieden“, sagt ein Unternehmenssprecher.

Allerdings soll eine hohe Schuldenlast auf dem Outdoor-Ausrüster lasten. Schon seit Wochen ist ein möglicher Besitzerwechsel im Gespräch, nachdem das Konsortium Schulden von Jack Wolfskin übernommen haben soll. Bei den Gesprächen lägen nun mehrere Vorschläge auf dem Tisch, heißt es. Ein Szenario: Das Konsortium könnte die Schulden teils in Eigenkapital wandeln und dem Unternehmen frisches Kapital zuschießen – und den Outdoor-Ausrüster damit unter seine Fittiche bekommen. „Die Gespräche mit den Gläubigern verlaufen positiv, und wir gehen davon aus, dass eine zeitnahe Lösung eine starke Plattform für die weitere Entwicklung von Jack Wolfskin bieten wird“, sagt der Unternehmenssprecher.

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