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23.10.2011

09:28 Uhr

Paketdienste

Das lukrative Geschäft mit den Retouren

VonEberhard Krummheuer

Beim Internet-Handel gehören Retouren einfach zum Geschäft dazu. Wer ein Paar Schuhe zurückschickt, ahnt nicht, welche Stationen das Paket durchlaufen muss, bevor es wieder ins Lager zurückgeht.

98 Prozent der Retouren gehen als Neuware wieder in den Lagerbestand zurück. ap

98 Prozent der Retouren gehen als Neuware wieder in den Lagerbestand zurück.

HamburgSchwarze Schafe in der Kundschaft gehören zum Alltag. Solche etwa, die sich über den PC zu Hause den dunklen Anzug für die Hochzeit bestellen, ihn fröhlich zur Feier tragen und danach als „nicht gebraucht“ kostenlos an den Verkäufer zurückschicken - auch wenn Rotweinflecken das Gegenteil beweisen. Der Händler wird das in aller Regel klaglos akzeptieren.

„Retouren gehören zum Geschäft“, weiß Christoph Wenk-Fischer, Hauptgeschäftsführer des Branchenverbands des Deutschen Versandhandels (bvh). Und er ergänzt: „In der Branche wird darüber nicht gemeckert.“ Denn ohne die Möglichkeit, bei der Rücksendung auf jede Begründung verzichten zu können, würde der „Distanzhandel“, wie das Geschäft in der Branche heißt, nicht so boomen, wie er es derzeit tut.

Eine vom bvh in Auftrag gegebene Studie rechnet für das laufende Jahr mit über 32 Milliarden Euro Umsatz im Online- und Versandhandel, sieben Prozent mehr als im Vorjahr. Klare Tendenz: Nicht der Verkauf aus dem bewährten Katalog wächst immer stärker, sondern der E-Commerce. Das Internetgeschäft macht mittlerweile zwei Drittel aus.
Auch Dieter Urbanke nimmt die Retouren gelassen hin: „Über 98 Prozent gehen ohne jede Beanstandung wieder in den Lagerbestand als neuwertige Ware. Nur der Rest von knapp zwei Prozent erfüllt nicht die Anforderungen an Neuware“, sagt der Chef der Logistikfirma Hermes Fulfilment. Das zur Otto Group gehörende Unternehmen ist neben der Bertelsmann-Tochter Arvato und dem Post-Ableger DHL eine der Branchengrößen im Distanzhandel.

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