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05.06.2015

15:20 Uhr

Pannenflughafen BER

Aufsichtsrat Henkel kritisiert Kommunikation

Drei Jahre ist das BER-Debakel um geplatzte Termine und steigende Kosten schon her. Die wichtigsten Akteure sind inzwischen ausgewechselt, Aufsichtsrat Henkel ist noch da. Für ihn ist noch nicht jedes Problem behoben.

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BerlinBeim neuen Hauptstadtflughafen laufen die Absprachen zwischen den Führungsgremien aus Sicht von Aufsichtsratsmitglied Frank Henkel noch immer nicht optimal. Der Berliner Innensenator berichtete am Freitag im Untersuchungsausschuss von Problemen in der Kommunikation wichtiger Themen zwischen Geschäftsführung und Aufsichtsrat sowie zwischen dem jeweiligen Vorsitzenden und dem Kontrollgremium. „Die halte ich nach wie vor für verbesserungswürdig“, sagte der CDU-Politiker und verwies etwa auf Vorlagen für Sitzungen. „Was sich nicht verbessert hat – bis heute nicht – ist die Frage, wann bekomme ich welche Unterlagen? Bekomme ich sie überhaupt vorab?“

Henkel äußerte sich selbstkritisch, als es um das Krisenmanagement nach der geplatzten Eröffnung des drittgrößten deutschen Flughafens 2012 ging. Die Kündigung der Generalplaner der PG BBI um Flughafen-Architekt Meinhard von Gerkan sei ein Fehler gewesen, der nächste Eröffnungstermin im März 2013 unrealistisch angesichts der großen Probleme beim Brandschutz. „Ich habe damals, das gebe ich zu, ein Stück weit naiv gedacht“, sagte der Innensenator.

Henkels Angaben zufolge hat der langjährige Aufsichtsratschef und Berliner Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) ihn nicht immer rechtzeitig informiert. Als eine Unternehmensberatung im März 2012 vor dem Scheitern der Eröffnung warnte, erfuhr Henkel demnach erst später davon im Aufsichtsrat. Der Senator sagte, er hätte sich auch gewünscht, von Wowereit vorab mitgeteilt zu bekommen, dass Hartmut Mehdorn 2013 Flughafenchef werde sollte.

Als die für Juni 2012 geplante Eröffnung im Mai abgesagt wurde, sei er „enorm überrascht“ gewesen, beteuerte Henkel. Die Geschäftsführung habe bei einer Aufsichtsratssitzung im April die „kleineren Probleme“ beim Brandschutz als lösbar dargestellt.

Henkel hatte im März 2015 nach dreieinhalb Jahren angekündigt, den Aufsichtsrat gemeinsam mit dem Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD) zu verlassen. Seit Müller es sich anders überlegt hat, steht aber auch Henkel wieder zur Verfügung. Am Rande der Sitzung des Untersuchungsausschusses sagte er, er habe auch eine Liste möglicher Fachleute, die für Berlin in das Gremium einziehen könnten. Das hänge aber von Gesprächen mit Müller ab.

Von

dpa

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