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15.11.2012

13:43 Uhr

Pannenserie

Hamburg-Köln-Express mit neuen Problemen

VonTobias Döring

Nachdem der HKX bereits am Wochenende dezimiert auf die Gleise ging, fallen nun gleich alle Verbindungen aus. Das private Bahnunternehmen hat die gleiche Entschuldigung parat wie sonst immer die Deutsche Bahn.

Die Waggons des Hamburg-Köln-Express (HKX) sind in der Werkstatt. dpa

Die Waggons des Hamburg-Köln-Express (HKX) sind in der Werkstatt.

DüsseldorfNichts geht mehr beim Hamburg-Köln Express (HKX). Bei der privaten Fernbahn wurden am Donnerstag alle Fahrten von Hamburg nach Köln und in die Gegenrichtung abgesagt. Drei Verbindungen fallen aus. Ab morgen soll der Zugverkehr wieder laufen. Allerdings müssen sich Reisende am Wochenende auf eine Fahrt in einem Nahverkehrszug einstellen.

Die Begründung für die kurzfristigen Ausfälle klingt ähnlich wie bei der Deutschen Bahn – der Winter ist schuld. Dem Monopolisten will der HKX eigentlich Konkurrenz machen, doch jetzt steht er der Bahn in nichts nach. Die Räder hätten sich „Flachstellen“ eingefahren, so eine Unternehmenssprecherin. Die entstehen, wenn Räder über das Gleis rutschen statt rollen – was besonders im Herbst und Winter durch Laub der Fall sein kann.

So fährt man mit dem HKX

Stationen

Der Hamburg-Köln-Express bis zu dreimal täglich von Hamburg nach Köln und zurück. Der HKX hält in Hamburg Altona, Hamburg Dammtor, Hamburg Hbf, Hamburg Harburg, Osnabrück, Münster, Gelsenkirchen, Essen, Duisburg, Düsseldorf und Köln.

Fahrzeit

Für die Strecke zwischen Hamburg und Köln benötigt der HKX gut vier Stunden. Ein IC/EC der Deutschen Bahn braucht in etwa genauso lange. Selbst die meisten ICEs sind auf der Strecke kaum schneller unterwegs.

Preis

Die Fahrkarten für den HKX kosteten in der Startphase 20, 40 oder 60 Euro für eine einfache Fahrt Hamburg-Köln oder Köln-Hamburg. Mittlerweile beträgt der Höchsttarif 68 Euro. Bucht man Hin- und Rückfahrt erhält man zehn Prozent Rabatt auf den gesamten Fahrpreis. Kurzstrecken sind günstiger, die Strecke Essen-Düsseldorf kostet zum Beispiel zehn Euro. Später will HKX auf ein nachfrageorientiertes, variables Preissystem umstellen. Bei der Deutschen Bahn ist die einfache Fahrt Hamburg-Köln im IC zum Normalpreis von 83 Euro zu haben.

Ticketkauf

Buchbar sind die HKX-Tickets derzeit nur über die Webseite des privaten Bahn-Unternehmens und per Telefonhotline. Die Fahrkarten kann man sich dann selber ausdrucken bzw. zuschicken lassen. HKX würde die Tickets gerne auch in den Bahnhofs-Servicecenter der Deutschen Bahn verkaufen. Bisher gab es dabei mit dem Staatsunternehmen jedoch keine Einigung.

„Alle Waggons sind in der Werkstatt“, sagte die Sprecherin Handelsblatt Online. Die Rheingold-Waggons, mit denen HKX die Strecke befährt, waren erst am vergangenen Wochenende mit Defekten zur Reparatur. Welche Probleme die Luxuswaggons der Bundesbahn aus den Siebzigerjahren hatten, teilte das Unternehmen nicht mit. Zugausfälle konnte der Betreiber vermeiden, verkürzte Züge fuhren von Hamburg nach Köln und zurück. Einige Reisende wurden umgebucht.

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Angetreten ist HKX, um der Deutschen Bahn im Fernverkehr einzuheizen. Doch kurz nach dem Start verkehrt der Hamburg-Köln-Express mal nur mit zwei Waggons, mal mit Regionaltriebwagen. Echte Konkurrenz sieht anders aus.

Und viele Passagiere mussten mit einem Nahverkehrszug vorlieb nehmen, den sich HKX kurzfristig vom Bahnunternehmen Trans-Regio geliehen hatte. Mit dem Einsatz des Zuges können die Fahrgäste auch von Freitag bis Sonntag rechnen. Für sie heißt es dann wieder harter Sitz, statt weiches Rheingold-Polster. Zur neuen Wochen sollen die Räder der Rheingold-Waggons aber wieder rund laufen.

Über die Zugausfälle am Donnerstag seien die Fahrgäste am Vorabend per Telefon oder E-Mail informiert worden. In Hamburg hätten am Morgen lediglich drei Fahrgäste erst am Gleis vom Ausfall ihres Zuges erfahren. Die Kunden bekämen die Fahrt automatisiert erstattet.

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

15.11.2012, 17:20 Uhr

Schade. Ich hoffe die bekommen das in den Griff!

Für 20 Euro erwarte ich keinen Komfort und fahre auch im Regionalzu-Wagen, aber Zugausfälle geht gar nicht - das ist ja wie bei der DB.

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