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18.11.2015

14:58 Uhr

Payback gegen Shopkick

Ärger im Bonusparadies

VonChristoph Kapalschinski

Der Payback-Konkurrent Shopkick sorgt für Unmut im Handel: Die Bonus-App vergibt Prämien neuerdings auch, wenn Läden gar keine Partner des US-Anbieters sind. Nicht-Partner wie Rewe und Aral reagieren empört.

App statt Karte: Mit seiner Prämien-App macht der Anbieter Shopkick Payback & Co. Konkurrenz. dpa

Bonuskarten

App statt Karte: Mit seiner Prämien-App macht der Anbieter Shopkick Payback & Co. Konkurrenz.

HamburgDie Frage nach einer Bonus-Karte gehört inzwischen an der Kasse der meisten Händler zum guten Ton. Ob Payback-Karte, Deutschland-Card oder eigene Treue-Sterne: Kundenbindung gehört zu den obersten Prioritäten der Handels-Manager. Umso übler stößt es einigen auf, dass nun ein Newcomer dazwischenfunkt - mit einer dreisten Aktion: Shopkick kapert Läden großer Ketten - ohne dass diese etwas davon wissen.

Die App Shopkick schreibt Nutzer im Gegensatz zu Systemen wie Payback bereits beim Betreten eines Ladens Punkte gut. Damit lockt sie in den USA bereits Millionen Kunden in die Läden ihrer Handelspartner, die dafür bezahlen. Seit einem Jahr ist Shopkick – in Kalifonien von dem Deutschen Cyriac Röding gegründet – auch in Deutschland aktiv. Partner sind etwa Douglas, Obi und Saturn. Betritt ein Nutzer mit eingeschaltetem Smartphone einen dieser Läden, schreibt die App ihm sogenannte „Kicks“ im Gegenwert von fünf bis 20 Cent gut, die er durch Gutscheine einlösen kann.

1,6 Millionen mal wurde die App laut Shopkick in Deutschland heruntergeladen. Allerdings: Der Anbieter verzeichnete damit in einem Jahr nur 3,5 Millionen Ladenbesuche – das heißt, jeder deutsche Nutzer betrat im Schnitt weniger als zwei Mal einen Laden mit der App. Diese niedrige Zahl könnte auch an der begrenzten Zahl der Partner liegen. Nutzer vergessen die App nach der Installation möglicherweise schnell wieder.

Dagegen soll nun wohl die Guerilla-Aktion wirken: Ohne vorher mit Unternehmen wie Rewe oder Aral zu sprechen, fügte Shopkick einfach weitere Läden hinzu.

Per GPS erkennt das Smartphone, wenn ein Nutzer in der Nähe einer dieser Läden ist – und vergibt Punkte. Dabei funktioniert das System bei den wild hinzugefügten Läden weniger präzise als bei den offiziellen Partnern, die ihre Läden mit speziellen Sendern ausstatten müssen, wie das Fachmagazin „Location Insider“ herausgefunden hat.

Für die betroffenen Händler ist das ein Ärgernis – gerät doch Shopkick in Konkurrenz zu den eigenen Kundenprogrammen. „Das ist nicht mit uns abgesprochen. Das ist nicht okay so. Unser Partner in dem Bereich ist Payback“, sagte ein Rewe-Sprecher dem Handelsblatt. Rewe sei von der Aktion überrascht worden. Brisant: Eigentlich ist die Kölner Handelsgruppe bereits Partner von Shopkick – allerdings bewusst nur mit ihrem Billig-Ableger Penny. In den Rewe-Supermärkten hat der Händler mit großem Aufwand vor zwei Jahren Payback eingeführt und will von Shopkick nichts wissen.

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