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17.12.2012

19:43 Uhr

Peene-Werft verkauft

P+S Werften gehen getrennte Wege

Der Gläubigerausschuss hat den Verkauf der Peene-Werft an die Lürssen-Gruppe genehmigt. Damit wird der Verbund mit der Volkswerft gelöst. Doch auch für die Schwesterwerft soll es Interessenten geben.

Die vorpommerschen P+S-Werften werden aufgespalten. dpa

Die vorpommerschen P+S-Werften werden aufgespalten.

Rostock, WolgastDie Bremer Lürssen-Gruppe übernimmt die insolvente Peene-Werft im vorpommerschen Wolgast. Der Gläubigerausschuss habe Lürssen am Montag nach einiger Diskussion einstimmig den Zuschlag gegeben, teilte Insolvenzverwalter Berthold Brinkmann am Montag mit. Der Kaufpreis liege "ein bisschen unter 20 Millionen Euro". 360 Arbeitnehmer sollten Angebote für eine Beschäftigung erhalten, etwa ein Viertel davon befristet auf zwei Jahre. Vor der Pleite arbeiteten in Wolgast 540 Arbeitnehmer. 150 Beschäftigte sind bereits in eine Transfergesellschaft gewechselt.

Wirksam wird der Kauf zum 1. Mai 2013. Bis dahin soll die Genehmigung der Grundpfandgläubiger und des Kartellamts eingeholt werden. Zudem ist die Werft noch über mehrere Monate mit Aufträgen beschäftigt. "Die Peene-Werft verdient zur Zeit Geld für das Insolvenzverfahren", sagte Brinkmann.

Die auf Mega-Yachten und Marineschiffe spezialisierte Bremer Traditionswerft arbeitet bereits beim Bau der Fregatten F 125 mit dem Wolgaster Schiffbauer zusammen. Mit der Peene-Werft, der ehemals größtem Militärwerft der DDR, steigt die Lürssen zu Deutschlands größtem Anbieter von Marine-Überwasserschiffen auf. Die Gruppe mit derzeit mehr als 1400 Beschäftigten baut seit 1875 Schiffe. Das Familienunternehmen wird in vierter Generation von Friedrich und Peter Lürssen geführt.

Mit dem Verkauf wird der Verbund mit der Volkswerft gelöst. Für die ebenfalls insolvente Schwesterwerft in Stralsund, auf der zwei wegen technischer Probleme nicht verkaufte Fähren für Scandlines gebaut wurden, gebe es mehrere Interessenten aus dem In- und Ausland, berichtete Brinkmann. Der Insolvenzverwalter zeigte sich zuversichtlich, dass die derzeit ruhende Arbeit an zwei RoRo-Fähren für die dänische Reederei DFDS Anfang Januar wieder aufgenommen werden könne.

Auch dafür habe der Gläubigerausschuss grünes Licht gegeben. Das Land Mecklenburg-Vorpommern habe einen Massekredit über 40 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Wenn die Werft wieder arbeitet, sollen Gespräche über einen Verkauf geführt werden.

Die P+S Werften mit zuletzt rund 1750 Beschäftigten an den beiden Standorten in Wolgast und Stralsund war in finanzielle Schieflage geraten, nachdem sie sich mit Aufträgen übernommen hatten und absehbar war, dass Schiffe nicht rechtzeitig fertig werden konnten. Daraufhin stoppten Bund und Land die Zahlung von Rettungshilfen. Als die Abnehmer der Schiffe, darunter als größte die Reedereien Scandlines und DFDS, nach der Darstellung von P+S nicht zu Zugeständnissen bereit waren, musste das Schiffbauunternehmen im August Insolvenz anmelden.

Von

rtr

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