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24.03.2006

12:10 Uhr

Pensionsdefizit

BA-Stewardessen sollen bis 65 arbeiten

VonDirk Heilmann

Vorstandschef Willie Walsh öffnet eine weitere Baustelle: Das Pensionsdefizit der Airline muss runter. Mit längeren Arbeitszeiten und begrenzten Rentenerhöhungen sollen die Angestellten knapp die Hälfte beitragen, die andere Hälfte schießt das Unternehmen ein.

British Airways packt das Pensionsproblem an.

British Airways packt das Pensionsproblem an.

LONDON. British Airways packt das Pensions-Problem an: Vorstandschef Willie Walsh legte gestern ein Bündel von Maßnahmen vor, mit dem er die Milliardenlücke zwischen Pensionsverpflichtungen und dem Vermögen der Pensionskassen schließen will. Mit längeren Arbeitszeiten und begrenzten Rentenerhöhungen sollen die Angestellten knapp die Hälfte beitragen, die andere Hälfte schießt das Unternehmen ein. Die Gewerkschaften reagierten enttäuscht, aber verhandlungsbereit. Analysten lobten die Vorschläge als vernünftig.

Das Pensionsdefizit von British Airways (BA) ist im Vergleich zu anderen Unternehmen der ersten Londoner Börsenliga enorm hoch. Mit rund zwei Milliarden Pfund (2,9 Mrd. Euro) stand es in der Bilanz des Geschäftsjahres 2004/05. Das entspricht fast der Hälfte des Börsenwertes. Die Betriebsrente ist für viele britische Arbeitnehmer die entscheidende Säule ihrer Altersversorgung. Die steigende Lebenserwartung hat Lücken entstehen lassen, und viele Unternehmen haben diese vergrößert, indem sie jahrelang die Zuschüsse in die Pensionskassen aussetzten. Gedrängt von einer neuen Regulierungsbehörde, mussten jetzt viele führende Unternehmen die Löcher in ihren Pensionskassen durch Sonderzahlungen und Opfer der Belegschaft stopfen. Doch selten sind die Probleme so groß wie bei BA.

Der Vorstand orientiert sich nicht an der bilanziellen, sondern an der versicherungsmathematischen Lücke. Die wurde 2003 auf 928 Mill. Pfund beziffert. Eine neue Berechnung liegt im Oktober vor – dann könnte ein noch größeres Loch klaffen. Der Beitrag der Beschäftigten soll 450 Mill. Pfund ausmachen, der des Konzerns 500 Millionen.

Walsh sprach gestern wie üblich Klartext: Die rund 34 000 Betroffenen müssten länger für die gleiche Rente arbeiten – doch die sei dafür sicherer. „Das sollte das Pensions-Problem bei British Airways ein für allemal lösen“, versprach er.

Schon 2003 hatte der Konzern die Pensionskasse für neue Beschäftigte geschlossen. Anders als die meisten Konzerne bleibt er jedoch dabei, dass die Rente als Prozentsatz des letzten Einkommens berechnet und nicht auf ein niedrigeres Niveau festgelegt wird. Dafür sollen die Renten nur noch maximal um 2,5 Prozent im Jahr steigen.

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