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11.02.2015

16:38 Uhr

Pepsi und Coca-Cola

Die Sause mit der Brause ist vorbei

VonAxel Postinett

Gezuckerte Erfrischungsgetränke sind immer weniger gefragt – daher müssen sich die Brause-Konzerne etwas Neues einfallen lassen. Während Pepsi erfolgreich Snacks verkauft, wagt sich Cola auf unbekanntes Terrain: Milch.

Die Marke Coca-Cola kennt jedes Kind – trotzdem sinkt der Absatz der Limonade. ap

Die Marke Coca-Cola kennt jedes Kind – trotzdem sinkt der Absatz der Limonade.

San FranciscoDie Sause mit der Brause ist vorbei: Der Absatz von gezuckerten Erfrischungsgetränken sinkt. Während Pepsi erfolgreich ein zweites Standbein mit Snacks aufgebaut hat, wagt sich Coca-Cola auf unbekanntes Terrain – und verkauft Milch.

Milch ist natürlich nicht gleich Milch, wenn sie von dem Getränkekonzern kommt. Das von den Farmen angelieferte Rohprodukt wird in die fünf Bestandteile Wasser, Vitamine und Mineralien, Laktose, Protein und Fett zerlegt. Die Laktose fliegt ganz raus, das Fett wird auf zwei Prozent reduziert, die Proteine werden verdoppelt und der Zucker halbiert. Derart wieder zusammengesetzt kostet die „Premium-Milch“ Marke „Fairlife“ in verschiedenen Geschmacksrichtungen rund doppelt so viel wie normale Milch in den USA und knapp so viel wie Milch vom Öko-Bauern. Nach Testverkäufen in drei Großstädten erfolgt jetzt die Einführung in den US-Markt.

Rechnet sich das Ganze? Und wie, glaubt Sandy Douglas, der Chef der US-Aktivitäten bei Coca-Cola. Er will den Erfolg der Edel-Saftmarke „Simply“ wiederholen, und in ein paar Jahren werde es im Milch-Geschäft „Geld regnen“, sagt er voraus. Er hofft auf ein Geschäft, das man weltweit ausbauen kann. Das wäre ein Plus für den weltgrößten Getränkekonzern: Zum einen verspricht es eine Umsatzgrößenordnung im Milliardenbereich. Damit könnte Premium-Milch zu den 20 existierenden Marken im Konzern aufstoßen, die jeweils über eine Milliarde Dollar einspielen. Zum anderen existiert das Vertriebsnetz dafür bereits, und die Kühlschränke stehen schon in den tausenden Geschäften.

Die größten Konsumgüterhersteller der Welt

Platz 10

Tyson Foods

Umsatz 2012: 33,3 Milliarden Dollar

Veränderung gegenüber 2011: plus vier Prozent

Operative Marge (2012): vier Prozent

Quelle: OC&C

Platz 9

Archer Daniels Midland

Umsatz 2012: 34,7 Milliarden Dollar

Veränderung gegenüber 2011: plus sechs Prozent

Operative Marge (2012): zwei Prozent

Platz 8

Mondelez (ehemaliges Auslandsgeschäft von Kraft Foods)

Umsatz 2012: 35 Milliarden Dollar

Veränderung gegenüber 2011: minus zwei Prozent

Operative Marge (2012): 15 Prozent

Platz 7

JBS

Umsatz 2012: 37,3 Milliarden Dollar

Veränderung gegenüber 2011: plus 24 Prozent

Operative Marge (2012): vier Prozent

Platz 6

AnheuserBusch Inbev

Umsatz 2012: 39,8 Milliarden Dollar

Veränderung gegenüber 2011: plus zwei Prozent

Operative Marge (2012): 34 Prozent

Platz 5

Coca-Cola

Umsatz 2012: 47,9 Milliarden Dollar

Veränderung gegenüber 2011: plus drei Prozent

Operative Marge (2012): 24 Prozent

Platz 4

PepsiCo

Umsatz 2012: 65,5 Milliarden Dollar

Veränderung gegenüber 2011: minus zwei Prozent

Operative Marge (2012): 14 Prozent

Platz 3

Unilever

Umsatz 2012: 66 Milliarden Dollar

Veränderung gegenüber 2011: plus zehn Prozent

Operative Marge (2012): 14 Prozent

Platz 2

Procter & Gamble

Umsatz 2012: 83,7 Milliarden Dollar

Veränderung gegenüber 2011: plus drei Prozent

Operative Marge (2012): 18 Prozent

Platz 1

Nestlé

Umsatz 2012: 98,4 Milliarden Dollar

Veränderung gegenüber 2011: plus zehn Prozent

Operative Marge (2012): 16 Prozent

Einen Geldregen könnten Coca-Cola und auch der Konkurrent Pepsi in der Tat gut gebrauchen. Am Dienstag berichtete der Konzern von einem Einbruch des Nettogewinns um 55 Prozent auf 770 Millionen Dollar.  Am Mittwoch vor Börsenbeginn legte Pepsi seine Quartalszahlen vor. Der Nettogewinn im Quartal erreichte mit 1,31 Milliarden Dollar ebenfalls bei weitem nicht Vorjahresniveau von 1,74 Milliarden. Trotzdem reagierten die Anleger positiv: Sie hatten Schlimmeres erwartet. Außerdem wird bei Cola ein Akteinrückkaufprogramm für rund drei Milliarden Dollar gestartet. Pepsi plant, für bis zu zwölf Milliarden Dollar Papiere bis 2018 aus dem Markt zu nehmen. Das sollte die Kurse weiter beleben, hoffen Aktienhändler. Beide Aktien lagen schon vor Handelsbeginn am Mittwoch gut im Plus.

Trotzdem: Der Quartalsumsatz zeigt bei beiden Marktführern das Dilemma der Branche. Coca-Cola verzeichnete ein Minus von zwei Prozent auf 10,9 Milliarden Dollar. Pepsi nahm mit 19,95 Milliarden Dollar rund ein Prozent weniger ein als im Vorjahr. Es ist vor allem die erfolgreiche Sparte Frito-Lay mit ihren Snacks und Kartoffel-Chips mit einem Plus von drei Prozent, die die Zahlen von Pepsi herausreißt. Diese Expansion – die Sparte bringt bereits über 20 Prozent des Jahresumsatzes – hat nicht zuletzt mit dazu beigetragen, dass Pepsi in den vergangenen Jahren Coca-Cola zunehmend Terrain streitig machen kann und vor allem in der Kursentwicklung besser dasteht. Im Fünfjahres-Vergleich steht die Pepsi-Aktie mit Plus 65 Prozent vor Cola mit rund 60 Prozent.

Kommentare (1)

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Herr Wolfgang Trantow

11.02.2015, 18:56 Uhr

Warum verkauft Coca-Cola nicht gleich Zucker?

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