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10.05.2016

18:37 Uhr

Personalmangel

Lufthansa dünnt Langstrecken-Besatzungen aus

Bei Langstrecken-Flügen der Lufthansa wird im Sommer je ein Flugbegleiter weniger an Bord sein als üblich. Grund dafür: Ein sehr hoher Krankenstand beim Kabinenpersonal und ein ausgeweiteter Sommerflugplan.

Allein in diesem Jahr will die Lufthansa-Kerngesellschaft 1400 neue Flugbegleiter einstellen, in der Lufthansa-Gruppe sei es sogar die doppelte Zahl. dpa

Lufthansa

Allein in diesem Jahr will die Lufthansa-Kerngesellschaft 1400 neue Flugbegleiter einstellen, in der Lufthansa-Gruppe sei es sogar die doppelte Zahl.

FrankfurtWegen des anhaltenden Personalmangels dünnt die Lufthansa im Sommer ihre Besatzungen auf vielen Langstrecken aus. Betroffen sind Flüge in den Flugzeugtypen Airbus A330 und Boeing 747-400, erklärte ein Sprecher des Unternehmens am Dienstag in Frankfurt.

Hier soll in der Economy-Klasse von Juni bis September jeweils ein Flugbegleiter weniger an Bord sein als üblich. Damit überschreite man aber immer noch die aus Sicherheitsgründen erforderliche Mindestbesatzung. Hintergrund ist ein sehr hoher Krankenstand beim Kabinenpersonal und ein ausgeweiteter Sommerflugplan, der im vollen Umfang geflogen werden soll.

Lufthansa suche auch mit Hochdruck nach neuen Kräften, sagte der Sprecher. Allein in diesem Jahr wolle man bei der Kerngesellschaft 1400 neue Flugbegleiter einstellen, in der Lufthansa-Gruppe sei es sogar die doppelte Zahl. Bei den Piloten komme es im sommerüblichen Umfang zu Überstunden, sagte der Sprecher weiterhin. Es gebe keinen Pilotenmangel, der zu Flugausfällen oder gar Flugzeug-Stilllegungen führe.

Der Umbau von Germanwings zu Eurowings

Germanwings

Germanwings war mit seiner Basis am Flughafen Köln/Bonn einst die drittgrößte Fluggesellschaft Deutschlands.

Quelle: dpa

Umbau

Auf Sicht wird die Marke allerdings in den kommenden Jahren von den Rollfeldern verschwinden, weil der Lufthansa-Konzern sein komplettes Billigflugangebot mittlerweile über die Plattform Eurowings organisiert.

Konkurrenzkampf

So will sich der Konzern im Kampf gegen Konkurrenten wie Easyjet und Ryanair behaupten.

Kein Markenauftritt

Die Marke Germanwings, die 2002 gegründet und 2013 neu gestaltet wurde, hat seinen eigenständigen Markenauftritt bereits ebenso verloren wie seine Präsenz im Internet und im Vertrieb.

Jets

Die Germanwings-Jets werden in den kommenden Jahren umgestaltet.

Germanwings-Absturz

Der Name Germanwings wird noch lange mit dem wohl vom Co-Piloten herbeigeführten Absturz des Flugs 4U9525 verbunden werden, bei dem im März 2015 alle 150 Menschen im Flugzeug ums Leben kamen.

Verzögerter Markenwechsel

Der Markenwechsel hin zu Eurowings war aus unternehmensstrategischen Gründen aber schon vor der Katastrophe beschlossene Sache - die Tragödie hat den Umbau eher verzögert als beschleunigt.

Die Vereinigung Cockpit (VC) hatte bereits von sehr hohen Arbeitsbelastungen der einzelnen Piloten berichtet. Hintergrund ist der Streit um den Konzerntarifvertrag, zu dessen Bedingungen Lufthansa keine neuen Piloten mehr einstellen will. Der faktische Einstellungsstopp seit Jahresbeginn 2014 führt laut VC zu Engpässen.

Von

dpa

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