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04.11.2013

20:48 Uhr

Personalplanung

Deutsche Bahn stellt 1700 Mitarbeiter mehr ein

Bloß keine Wiederholung des Chaos von Mainz: Die Deutsche Bahn lässt sich den Ausbau des Personals einiges kosten. 50 Millionen Euro investiert der Konzern ab 2014 jährlich in 1700 neue Mitarbeiter.

Blick auf ein Gleis im Hauptbahnhof in Hannover: Die Deutsche Bahn will erneute Zugausfälle – wie im Sommer in Mainz – mit dem Ausbau von Personal vermeiden. dpa

Blick auf ein Gleis im Hauptbahnhof in Hannover: Die Deutsche Bahn will erneute Zugausfälle – wie im Sommer in Mainz – mit dem Ausbau von Personal vermeiden.

BerlinDie Deutsche Bahn reagiert auf Personalengpässe und stellt im kommenden Jahr 1700 Mitarbeiter zusätzlich ein. Das kündigte Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber am Montag in Berlin an. 1250 Beschäftigte sollen dauerhaft bei dem Unternehmen bleiben, die übrigen 450 zunächst befristet eingestellt werden.

Die Belegschaft wird aufgestockt, nachdem Personalchefs und Betriebsräte in den 330 Bahn-Betrieben die Personalplanung zweieinhalb Monate lang überprüft hatten. Anlass war das Stellwerksdebakel von Mainz. Dort fehlten im Sommer Fahrdienstleiter. Als Folge fielen wochenlang Züge im Regional- und Fernverkehr aus.

Von den 1700 neuen Mitarbeitern werden nach Angaben Webers rund 1000 in der Infrastruktur beschäftigt, 400 davon in den Stellwerken, 400 bei der Instandhaltung. Auch rund 200 Lokführer seien zusätzlich eingeplant. Weber fügte hinzu, bereits in diesem Jahr würden 860 Fahrdienstleiter eingestellt, 400 mehr als zuvor geplant. Das von 2014 an geplante neue Personal werde die Bahn rund 50 Millionen Euro jährlich kosten.

Fakten zur Deutschen Bahn

Umsatz

Die Deutsche Bahn verbuchte im ersten Halbjahr 2013 einen Umsatz von 19,4 Milliarden Euro (19,5 Milliarden Euro im entsprechenden Vorjahreszeitraum). Insgesamt kam die Bahn 2012 auf einen Umsatz von 39,30 Milliarden Euro.

Gewinn vor Zinsen und Steuern

Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) betrug im ersten Halbjahr 2013 eine Milliarde Euro (1,3 Milliarden Euro im Vorjahr).

Halbjahresergebnis nach Steuern

Halbjahresergebnis nach Steuern: 554 Millionen Euro (Vorjahr: 783 Millionen Euro).

Mitarbeiter

Ende Juni 2013 hatte der Staatskonzern etwa 295.700 Mitarbeiter, fast drei Prozent mehr als zum selben Zeitpunkt 2012.
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Fahrgäste Bahnverkehr pro Tag

Fahrgäste Bahnverkehr im ersten Halbjahr in Deutschland: 991 Millionen (Vorjahr: 981 Millionen). Davon waren 62,5 Millionen im Fernverkehr unterwegs.

Beförderte Güter im Schienenverkehr

Die Logistiksparte der Bahn transportierte Güter mit einem Gesamtgewicht von 196,7 Millionen Tonnen (ein Minus von über fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr).

Schienennetz

Das Schienennetz der Deutschen Bahn ist weiter leicht geschrumpft. Es hat noch einen Länge von 33.492 Kilometer, 13 Kilometer weniger als Ende 2012.

Die 450 neuen Angestellten mit befristeten Verträgen sollen vor allem helfen, Überstunden und Urlaubsansprüche des Stammpersonals abzubauen, wie Weber sagte. Der Vorsitzende der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft, Alexander Kirchner, erwartet, dass auch diese Beschäftigten später bei der Bahn bleiben. „Denn der Abbau von Mehrarbeit ist auch danach noch nötig“, sagte Kirchner.

Die zweieinhalb Monate, in der die Personalplanung überprüft wurde, hätten sich gelohnt. „Wir sind noch lange nicht am Ende, aber in der richtigen Richtung“, sagte Kirchner zu der Verständigung mit der Bahnspitze. Dazu gehört auch eine tarifliche Vereinbarung, wonach Mehrarbeit langfristig auf Arbeitszeitkonten übertragen werden kann. Am 2. April 2014 soll bei einem weiteren Treffen eine Zwischenbilanz gezogen werden.

Von

dpa

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