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16.08.2013

02:55 Uhr

Personalprobleme

Die Bahn will Ex-Mitarbeiter zurückholen

Die Bahn will ihre Personalprobleme in den Griff bekommen und versucht es nun mit Wiedereinstellungen: Ex-Mitarbeiter sollen zurückgeholt werden. Vereinzelt sei die Aktion bereits geglückt.

Mainzer Zugchaos

Bahnchaos: Mitarbeiter sollen Urlaub verschieben

Mainzer Zugchaos: Bahnchaos: Mitarbeiter sollen Urlaub verschieben

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Die Deutsche Bahn versucht, ihre Personalprobleme mit dem Zurückholen früherer Mitarbeiter zu lindern. "Als eine der ersten Maßnahmen haben wir ehemalige Mitarbeiter gefragt, ob sie Interesse hätten, wieder als Fahrdienstleiter für uns zu arbeiten", sagte ein Bahn-Sprecher der "Bild"-Zeitung (Freitagausgabe).

Vereinzelt sei es bereits geglückt, Ex-Angestellte zurück zu gewinnen. Entsprechende Anfragen für das Stellwerk Mainz hätten allerdings bislang keinen Erfolg gehabt.

Die wichtigsten Fragen zum Bahnchaos

Ab welcher Verspätung bekommen Bahn-Fahrer eine Entschädigung?

Kommt ein Fahrgast mindestens eine Stunde zu spät am Ziel an, muss das verantwortliche Bahnunternehmen ihm 25 Prozent des Fahrpreises erstatten. Bei zwei Stunden Verspätung sind es 50 Prozent. Maßgeblich ist die Ankunftszeit am Zielort: Ist also ein erster Zug nur fünf Minuten verspätet, und kommt ein Bahnkunde durch einen dann verpassten Anschlusszug über eine Stunde später am Zielort an, erhält er eine Entschädigung. Wird im schlimmsten Fall eine Übernachtung nötig, muss die Bahngesellschaft die Kosten für ein Hotelzimmer tragen. Bei einer zu erwartenden Verspätung von 20 Minuten am Zielbahnhof kann der Fahrgast einen anderen Zug nehmen - auch einen höherwertigen.

Wie entschädigt die Deutsche Bahn Pendler mit Zeitkarten?

Besitzer von Streckenzeitkarten erhalten bei Verspätungen von einer Stunde eine pauschale Entschädigung. Bei Zeitkarten im Nahverkehr - aber auch bei Länder-Tickets und dem Schönes-Wochenende-Ticket - gibt es in der zweiten Klasse 1,50 Euro. Im Fernverkehr werden pauschal fünf Euro gezahlt. Grundsätzlich werden bei Zeitkarten maximal 25 Prozent des Fahrkartenwertes erstattet.

Wann muss die Bahn kein Geld zahlen?

Die Bahn zahlt Entschädigungen erst ab einer Bagatellgrenze von vier Euro. Bahn-Kunden mit Zeitkarten im Nahverkehr müssen also mindestens drei Verspätungen von mindestens 60 Minuten im Gültigkeitszeitraum der Fahrkarte einreichen, um eine Entschädigung zu erhalten. Nicht für Verspätungen haften müssen Bahnunternehmen, wenn die Ursache der Verspätung nicht in der Organisation des Bahnbetriebs liegt, also beispielsweise bei bestimmten Unfällen oder bei Folgen von Unwetter und Streiks, welche für die Bahn nicht beherrschbar sind.

Können Bahn-Fahrer bei einer Verspätung auch von einer Reise zurücktreten?

Zeichnet sich eine Verspätung von mehr als 60 Minuten ab, kann der Reisende auch auf die Fahrt verzichten und den kompletten Fahrpreis zurückverlangen. Ebenso kann er die Fahrt zu einem späteren Zeitpunkt beginnen und dann auch eine andere Streckenführung wählen.

Wie kann ich eine Entschädigung beantragen?

Die meisten Bahnunternehmen haben ein gemeinsames Beschwerdeformular, das etwa in den Servicezentren der Deutschen Bahn oder im Internet auf einer Gemeinschaftsseite der Anbieter erhältlich ist (http://www.fahrgastrechte.info). Das Formular können Reisende beim Anbieter einreichen, dessen Zug ausgefallen ist - entweder beim Begleitpersonal im Zug oder in den Fahrkarten-Verkaufsstellen an den Bahnhöfen. Wer keine Bestätigung für die Verspätung hat, nur eine Kopie der Fahrkarte einreichen will oder etwa eine Zeitkarte besitzt, muss sich per Post an das Servicecenter Fahrgastrechte wenden. Entschädigungen müssen die Bahn-Anbieter auf Wunsch bar auszahlen, ansonsten als Gutschein oder per Überweisung.

Wo gibt es Hilfe bei Streitfällen?

Die Bahnunternehmen müssen Beschwerden von Fahrgästen nach spätestens drei Monaten bearbeitet haben. Bei Streitfällen vermittelt die Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr (SÖP) zwischen Kunden und Unternehmen. In mehreren Bundesländern wie Nordrhein-Westfalen gibt es auch regionale Schlichtungsstellen.

In Mainz fallen wegen fehlender Fahrdienstleiter im dortigen Stellwerk derzeit zahlreiche Züge aus, der Regionalverkehr läuft nur eingeschränkt. Fernverkehrszüge wie der ICE werden teils umgeleitet oder halten an anderen Bahnhöfen. Die Bahn will bis Ende des Monats dafür sorgen, dass der Zugverkehr in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt wieder normal läuft.

Von

afp

Kommentare (4)

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Norbert

16.08.2013, 08:58 Uhr

Liebe Bahn, merke eines.
Wenn du deine Mitarbeiter in guten Zeiten gut** behandelst,
stehen diese auch in schlechten Zeiten zu dir!

** heißt: mit Wertschätzung und Respekt

mehr_Markt_ins_Glas

16.08.2013, 09:39 Uhr

Mehdorns "Wirbelschleppe".

little_TIGER

16.08.2013, 10:32 Uhr

Gestern habe ich bei einem Bier zufällig einen Bahnmitarbeiter (Tätig in einer Werkstatt) getroffen.
Als ich in gefragt haben, wie es so bei der Bahn sei, antwortete er, es sei ein lockerer Job.
Wenn es dort noch mehr Mitarbeiter gibt, wird der Job dort noch lockere und die Tickets für die Kunden (z.B. Verkäuferin bei einem Diskounter) noch teuerer.

Da kann man nur sagen:
Gut gemacht, Bahngewerkschaften.
Ihr habt, die Öffenlichkeit und den Vorstand der Bahn ganz schön übern Tisch gezogen.

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