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02.12.2016

14:08 Uhr

Piloten gegen Lufthansa

Fluggesellschaft rechnet mit Schlichtung im Tarifstreit

Die Pilotenvereinigung Cockpit prüft ein neues Tarifangebot der Lufthansa. Bei der Fluggesellschaft wächst damit die Hoffnung auf eine Schlichtung – doch auch mit dem neuen Angebot blieben ungelöste Probleme.

Die Pilotenvereinigung Cockpit prüft ein neues Angebot der Fluggesellschaft – die hofft auf eine Schlichtung. dpa

Lufthansa

Die Pilotenvereinigung Cockpit prüft ein neues Angebot der Fluggesellschaft – die hofft auf eine Schlichtung.

FrankfurtDie Lufthansa rechnet mit einer baldigen Schlichtung im Tarifstreit mit der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit. Die Fragen der Gewerkschaft zum jüngsten Angebot des Konzerns seien beantwortet worden, teilte die Fluggesellschaft am Freitag mit. Lufthansa gehe „davon aus, nun gemeinsam mit dem Tarifpartner den Schlichtungsprozess aufzunehmen“. Dies sei „der richtige Weg, um den Konflikt zu lösen“.

Cockpit hatte zuvor moniert, das Schreiben der Lufthansa zu dem Tarifangebot sei „sehr unscharf formuliert“. Dem Konzern seien Fragen übermittelt worden, die geklärt werden müssten, bevor die Gewerkschaft reagiere.

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Neben der Gehaltserhöhung von 4,4 Prozent in zwei Stufen habe man eine Einmalzahlung von 1,8 Monatsgehältern bei einer Laufzeit bis zum 30. Juni 2018 angeboten, erklärte ein Lufthansa-Sprecher am Freitag in Frankfurt. Man hoffe sehr, dass man über Verhandlungen den Einstieg in eine Schlichtung finde. Es gebe keine Verknüpfung mit anderen ungelösten Tarifthemen wie der Übergangsversorgung oder den Betriebsrenten.

Die VC hatte die Präzisierungen zur Höhe der Einmalzahlung und zur Laufzeit eingefordert. Nun müsse die Tarifkommission beraten, sagte am Freitag ein Sprecher, ohne einen exakten zeitlichen Rahmen für die Entscheidung des Gremiums zu nennen.

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Vergütung

Seit fast vier Jahren verhandelt die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit über höhere Vergütungen, hat bislang aber alle Angebote der Lufthansa abgelehnt. Den Piloten hatte die Airline zuletzt ein Lohnplus von 2,5 Prozent bis Ende 2018 angeboten. Die VC verlangt Tariferhöhungen von zusammen 22 Prozent über einen Zeitraum von fünf Jahren bis April 2017. Die Piloten der Fluggesellschaft erhalten aber auch ohne tarifliche Erhöhungen jedes Jahr automatisch einen Zuschlag von drei Prozent auf ihr Gehalt – bis zu einem Alter von 55 Jahren.

Vorruhestand

Früher mussten Piloten mit 55 Jahren in den Ruhestand gehen – und erhielten für die Zeit bis zum offiziellen Renteneintritt 60 Prozent ihres letzten Gehalts. Doch nicht nur das Bundesarbeitsgericht kippte diese Altersgrenze, sondern auch der Europäische Gerichtshof – und zwar auf Klage mehrerer Piloten. Entsprechend versucht der Vorstand, die sogenannte Übergangsvergütung zu verringern.

Altersrente

In der betrieblichen Altersversorgung garantierte Lufthansa bislang eine Verzinsung von sechs bis sieben Prozent des eingezahlten Betrags. Weil dies in Zeiten der Nullzinspolitik zu überbordenden Pensionsrückstellungen führt, will man sich von der Zusage trennen.

Die VC hat bei einer kürzeren Laufzeit bis Ende April 2017 Gehaltsverbesserungen von zusammen 22 Prozent verlangt. Der vorherige Tarifvertrag war bereits zum Mai 2012 ausgelaufen. Die Vereinigung Cockpit hatte nach gescheiterten Verhandlungen über die Vergütung der Piloten der Lufthansa, der Frachttochter Lufthansa Cargo und der Billigtochter Germanwings in der vergangenen Woche wieder zu Streiks im Kerngeschäft der Airline aufgerufen.

An sechs Streiktagen bis einschließlich Mittwoch dieser Woche fielen knapp 4500 Flüge aus; mehr als eine halbe Million Passagiere mussten umplanen.

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