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01.12.2016

11:07 Uhr

Pilotenstreik

Cockpit verlangt Details zu neuem Lufthansa-Angebot

„Sehr unscharf formuliert” – so bezeichnet die Pilotengewerkschaft das aktuelle Angebot der Lufthansa und fordert Details. Für Donnerstag und Freitag sind erstmal keine neuen Streiks geplant.

Für Donnerstag und Freitag sind keine neuen Streiks geplant – die Pilotengewerkschaft will das neue Lufthansa-Angebot zunächst bewerten. Reuters

Pilotenstreik

Für Donnerstag und Freitag sind keine neuen Streiks geplant – die Pilotengewerkschaft will das neue Lufthansa-Angebot zunächst bewerten.

FrankfurtDie Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit will das neue Angebot der Lufthansa vorerst noch nicht bewerten. Das Schreiben des Konzerns sei „sehr unscharf formuliert”, sagte Cockpit-Vorstandsmitglied Jörg Handwerg am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP. Die Gewerkschaft habe daher Fragen an den Konzern formuliert und warte auf eine Klärung. Handwerg ließ offen, ob es zu weiteren Streiks kommt.

Am Donnerstag und Freitag sind zunächst keine weiteren Arbeitsniederlegungen geplant – diese will die Gewerkschaft immer mindestens 24 Stunden vorher ankündigen. Handwerg machte aber keine Angaben dazu, ob danach wieder zu Ausständen aufgerufen werden könnte. Die Lufthansa strich für Donnerstag noch 40 Flüge, weil die Maschinen durch die vorangegangenen Streiktage nicht an den richtigen Flughäfen verfügbar waren.

Streitpunkte: Das fordern die Lufthansa-Piloten

Vergütung

Seit fast vier Jahren verhandelt die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit über höhere Vergütungen, hat bislang aber alle Angebote der Lufthansa abgelehnt. Den Piloten hatte die Airline zuletzt ein Lohnplus von 2,5 Prozent bis Ende 2018 angeboten. Die VC verlangt Tariferhöhungen von zusammen 22 Prozent über einen Zeitraum von fünf Jahren bis April 2017. Die Piloten der Fluggesellschaft erhalten aber auch ohne tarifliche Erhöhungen jedes Jahr automatisch einen Zuschlag von drei Prozent auf ihr Gehalt – bis zu einem Alter von 55 Jahren.

Vorruhestand

Früher mussten Piloten mit 55 Jahren in den Ruhestand gehen – und erhielten für die Zeit bis zum offiziellen Renteneintritt 60 Prozent ihres letzten Gehalts. Doch nicht nur das Bundesarbeitsgericht kippte diese Altersgrenze, sondern auch der Europäische Gerichtshof – und zwar auf Klage mehrerer Piloten. Entsprechend versucht der Vorstand, die sogenannte Übergangsvergütung zu verringern.

Altersrente

In der betrieblichen Altersversorgung garantierte Lufthansa bislang eine Verzinsung von sechs bis sieben Prozent des eingezahlten Betrags. Weil dies in Zeiten der Nullzinspolitik zu überbordenden Pensionsrückstellungen führt, will man sich von der Zusage trennen.

Die Vereinigung Cockpit hatte nach gescheiterten Verhandlungen über die Vergütung der Piloten der Lufthansa, der Frachttochter Lufthansa Cargo und der Billigtochter Germanwings in der vergangenen Woche wieder zu Streiks im Kerngeschäft der Airline aufgerufen. An sechs Streiktagen bis einschließlich Mittwoch dieser Woche fielen knapp 4500 Flüge aus; mehr als eine halbe Million Passagiere mussten umplanen.

Die Lufthansa will mit dem neuen Angebot die Piloten zu einer Schlichtung bewegen. Deren Vergütung soll demnach in zwei Stufen um insgesamt 4,4 Prozent steigen, zudem wird eine Einmalzahlung angeboten. Der Konzern hob hervor, dass der Vorschlag „nicht an weitere Bedingungen geknüpft” sei.

Von

afp

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