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28.11.2016

21:40 Uhr

Pilotenstreik

Gericht weist Lufthansa-Klage gegen Streik ab

Das Arbeitsgericht München hat den Antrag der Lufthansa abgewiesen, mit dem sie einen erneuten Pilotenstreik untersagen lassen wollte. Somit dürfen die Piloten am Dienstag und Mittwoch in den Ausstand treten.

Lufthansa-Piloten

Erneute Streiks – Noch keine Einigung in Sicht

Lufthansa-Piloten: Erneute Streiks – Noch keine Einigung in Sicht

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Frankfurt/MünchenKurz vor Beginn neuer Pilotenstreiks hat die Lufthansa vor Gericht abermals eine Schlappe kassiert. Den Antrag der Lufthansa auf Untersagung des Ausstands der Pilotenvereinigung Cockpit am Dienstag und Mittwoch wies das Arbeitsgericht München am Montag ab. Eine Beschwerde vor der Berufungsinstanz zogen die Rechtsvertreter des Konzerns am Abend nach gut einstündiger Verhandlung zurück. „Damit dürfen Sie ab Mitternacht streiken“, wandte sich die Vorsitzende Richterin am Landesarbeitsgericht, Camilla Rösch, an die Gewerkschaftsverteter. Die Fluglinie war vor einigen Tagen bereits vor den Gerichten am Stammsitz in Frankfurt gescheitert.

Eine weitere Streiketappe ist damit praktisch nicht mehr abzuwenden. Die Flugzeugführer wollen die Arbeit auf der Kurzstrecke der Lufthansa ab Mitternacht für den gesamten Dienstag niederlegen. Am Mittwoch folgt dann ein 24 Stunden langer Streik auf Kurz- und Langstrecke. Die Kranich-Airline strich für Dienstag und Mittwoch zusammen bereits 1700 Europa- und Überseeverbindungen. Vorige Woche hatten die Piloten die Arbeit bereits von Mittwoch bis Samstag niedergelegt. Rund 350.000 Passagiere verpassten bisher ihren Flug. Inklusive der beiden anstehenden Tage dürfte die Zahl auf über eine halbe Million steigen. Die Lufthansa-Aktien verloren bis Börsenschluss gut zwei Prozent.

Streitpunkte: Das fordern die Lufthansa-Piloten

Vergütung

Seit fast vier Jahren verhandelt die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit über höhere Vergütungen, hat bislang aber alle Angebote der Lufthansa abgelehnt. Den Piloten hatte die Airline zuletzt ein Lohnplus von 2,5 Prozent bis Ende 2018 angeboten. Die VC verlangt Tariferhöhungen von zusammen 22 Prozent über einen Zeitraum von fünf Jahren bis April 2017. Die Piloten der Fluggesellschaft erhalten aber auch ohne tarifliche Erhöhungen jedes Jahr automatisch einen Zuschlag von drei Prozent auf ihr Gehalt – bis zu einem Alter von 55 Jahren.

Vorruhestand

Früher mussten Piloten mit 55 Jahren in den Ruhestand gehen – und erhielten für die Zeit bis zum offiziellen Renteneintritt 60 Prozent ihres letzten Gehalts. Doch nicht nur das Bundesarbeitsgericht kippte diese Altersgrenze, sondern auch der Europäische Gerichtshof – und zwar auf Klage mehrerer Piloten. Entsprechend versucht der Vorstand, die sogenannte Übergangsvergütung zu verringern.

Altersrente

In der betrieblichen Altersversorgung garantierte Lufthansa bislang eine Verzinsung von sechs bis sieben Prozent des eingezahlten Betrags. Weil dies in Zeiten der Nullzinspolitik zu überbordenden Pensionsrückstellungen führt, will man sich von der Zusage trennen.

Die Gewerkschaft kündigt ihre Streiks in der Regel mindestens 24 Stunden vorab an. Cockpit fordert für die 5400 Piloten 3,7 Prozent mehr im Jahr - einschließlich Nachzahlungen für vier Jahre. Die Lufthansa bietet 0,7 Prozent über eine Laufzeit von gut sechs Jahren. Darüber hinaus geht es in dem Clinch, der sich seit April 2014 hinzieht, auch um die Alters- und Vorruhestandsversorgung der Flugzeugführer und den Ausbau des konzerneigenen Billigfliegers Eurowings. Die Fronten sind dabei vollkommen verhärtet: Auch ein Treffen von Cockpit mit Lufthansa-Vorständen am Sonntag brachte keine Einigung.

Kommentare (11)

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Frau Lana Ebsel

28.11.2016, 14:39 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. http://www.handelsblatt.com/netiquette

Herr Percy Stuart

28.11.2016, 16:13 Uhr

Die Vorstände der 30 größten deutschen DAX-Unternehmen haben sich zwischen 2003 bis 2016 (also seit Euroeinführung!) ihre Vergütungen um das Doppelte erhöht. Ebenso haben sich unsere Volksvertreter ihre Diöten seit 2002 bis heute um knapp 30% und ihre steuerfreie Kostenpauschale seit 2002 - heute um 20% erhöht.
Wie waren doch gleich die Reallohnsteigerungen der Mittel- und Unterschicht seit Euroeinführung im Jahr 2002? Solidarisch sind wir nur noch mit den Unternehmern, Politikern und Spitzenmanagern. Aber warum sollen eigentlich Angestellte seit Jahren Verzicht üben, während die Manager sich schamlos weiterhin die Taschen füllen?
Egal ob bei der Lufthansa oder in anderen Vorstandsetagen.
Wie kann es sein, dass Angestellte, die ihren Teil wollen, zu Gesellschaftsfeinden gestempelt werden?

Herr Percy Stuart

28.11.2016, 16:15 Uhr

Egal ob beim Lufthansa Vorstand ...

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