Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

09.09.2014

20:37 Uhr

Pilotenstreik

Lufthansa streicht in München 110 Flüge

Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit hat ihre Mitglieder aufgerufen, am Mittwoch die Arbeit am zweitgrößten Lufthansa-Drehkreuz zwischen 10 und 18 Uhr niederzulegen. 120 Flüge in München werden gestrichen.

Wollen das zweitgrößte Drehkreuz der Lufthansa lahmlegen: die Piloten. dpa

Wollen das zweitgrößte Drehkreuz der Lufthansa lahmlegen: die Piloten.

Frankfurt/MünchenKurz vor dem Ende der Schulferien in Bayern wollen die Piloten der Lufthansa morgen ihre Streikwelle fortsetzen und mit München das zweitgrößte Lufthansa-Drehkreuz lahmlegen. Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) hat ihre Mitglieder zu Arbeitsniederlegungen in München aufgerufen, zwischen 10 und 18 Uhr die Arbeit niederzulegen. 110 der insgesamt 320 geplanten An- und Abflüge werden gestrichen. Annulliert werden für den Streikzeitraum Verbindungen zu deutschen Zielen und nach Europa, während Interkontinental-Jets wie geplant abheben, wie die Lufthansa am Dienstag mitteilte.

Die Lufthansa will auf ihre Piloten im Tarifstreit zugehen. „Wir werden den Piloten ein konkretisiertes Angebot vorlegen. Daran werden wir nun arbeiten“, sagte Konzernchef Carsten Spohr am Dienstagabend auf einer Firmenveranstaltung. Die überarbeitete Offerte soll Anfang nächster Woche vorgestellt werden.

Die Auswirkungen dürften nicht nur den Lufthansa-Fluplan in München durcheinanderwirbeln, da mit dem Streik am zweitgrößten deutschen Flughafen erstmals auch die für den Konzern besonders lukrativen Langstreckenflüge betroffen werden.

Spartengewerkschaften

Spartengewerkschaften – die mit der großen Macht

Klein, aber schlagkräftig: Im Luftverkehr, aber auch bei der Bahn und bei Medizinern gibt es einflussreiche Spartengewerkschaften, deren Arbeitskämpfe häufig weitreichende Folgen für die Bürger haben. Einige Beispiele.

Vereinigung Cockpit

Der „Verband der Verkehrsflugzeugführer und Flugingenieure in Deutschland“ setzt sich für die Interessen von rund 9300 Cockpit-Besatzungsmitgliedern aus allen deutschen Airlines und von Verkehrshubschrauberführern ein.

Gewerkschaft der Flugsicherung

Zu den etwa 3900 Mitgliedern gehören Lotsen in den Towern, bei der militärischen Flugsicherung und bei den Vorfeldkontrollen.

Unabhängige Flugbegleiter Organisation

Nach eigenen Angaben ist sie die einzige deutsche Gewerkschaft, die sich ausschließlich für das fliegende Kabinenpersonal einsetzt. Die Ufo hat gut 10.000 Mitglieder.

Arbeitnehmergewerkschaft im Luftverkehr

Die erst Ende 2012 gegründete Gruppierung gilt als neuer Machtfaktor im Lufthansa-Konzern. Nach eigenen Angaben vertritt sie alle Beschäftigten von Fluggesellschaften, Airportbetreibergesellschaften und Dienstleistungsunternehmen mit Bezug zur Luftfahrtbranche.

Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer

Sie hat rund 34.000 Mitglieder und ist Tarifpartner der Deutschen Bahn und mehrerer Privatbahnen. Nach eigenen Angaben organisiert sie mehr als 80 Prozent der Lokomotivführer und zahlreiche Zugbegleiter.

Marburger Bund

Die nach eigenen Angaben einzige tariffähige Ärztegewerkschaft in Deutschland kämpft unter anderem für bessere Arbeitsbedingungen ihrer rund 115.000 Mitglieder in Kliniken.

Mit dem Streik wollen die rund 5400 Lufthansa-Piloten in dem verhärteten Tarifkonflikt ihrer Forderung nach Beibehaltung einer betriebsinternen Frührente Nachdruck verleihen. An der Börse kam die Streik-Ankündigung nicht gut an: Die Lufthansa-Aktie büßte 1,4 Prozent ein und gehörte damit zu den größten Verlieren im Leitindex Dax.

Der Konzern kritisierte die Gewerkschaft für die erneuten Streiks heftig. Es treffe wieder Fluggäste auf der Heimreise, diesmal in Bayern, sagte ein Sprecher. Die Schulferien in Bayern enden Anfang kommender Woche. Die Gesellschaft prüfe jetzt, welche Auswirkungen der Ausstand auf den Flugplan haben werde. Aktuell könne der Konzern noch nicht sagen, zu welchen Annullierungen es kommen kann

Es ist der zweite Streik innerhalb einer Woche. Bereits am Freitag hatten die Lufthansa-Piloten am Frankfurter Flughafen ihre Arbeit für sechs Stunden niedergelegt. 218 Flüge waren ausgefallen, 26.000 Passagiere waren betroffen. Lufthansa und ihre ebenfalls bestreikte Tochter Germanwings hatten auf die bislang drei Streikwellen seit April stets mit Sonderflugplänen reagiert.

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Theo Gantenbein

09.09.2014, 10:58 Uhr

Die unersättlichen! Soll die LH alle rausschmeißen und sich auf dem Markt billigere kaufen. >200K verdient man sonst kaum irgendwo in der Wirtschaft

Ich fliege daher schon aus Prinzip nicht mehr LH. Mal abgesehen davon, dass z.B. Emirates besser sind.

Herr Teito Klein

09.09.2014, 12:27 Uhr

{b]Streik um des Streikes Willen[/b]
--------------
Die Auswirkungen dürften nicht nur den Lufthansa-Fluplan in München durcheinanderwirbeln, da mit dem Streik am zweitgrößten deutschen Flughafen erstmals auch die für den Konzern besonders lukrativen Langstreckenflüge betroffen werden.

Hier geht es um die Vorruhestandsreglung der LH-Piloten.
Diese können mit 55 In den Vorruhestand gehen.
Deshalb wollen sie nach Frankfurt jetzt München lahmlegen.
Die "Kunden" nehmen sie dabei bewusst in Geiselhaft.
Außerdem enden in Bayern die Sommerferien.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×