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15.08.2015

08:33 Uhr

Plakate mit Merkel und Schäuble

When isch over ... Take Eat Easy

VonKirsten Ludowig

In Berlin wirbt ein Lieferdienst für Restaurants mit dem angespannten Verhältnis zwischen Kanzlerin Merkel und Finanzminister Schäuble. Die Lösung des Start-ups bei Stress in Zeiten der Griechenland-Krise: sich füttern.

„Die letzten Monate waren für Frau Merkel und Herrn Schäuble sicherlich keine einfachen.“ Take Eat Easy

Werbung von Take Eat Easy am Berliner Alexanderplatz

„Die letzten Monate waren für Frau Merkel und Herrn Schäuble sicherlich keine einfachen.“

DüsseldorfDer Autovermieter Sixt ist für seine witzige, satirische – mitunter böse – Werbung bekannt. Gern greift das Unternehmen dabei auf Politiker zurück. Eines der prominentesten Opfer: Angela Merkel. Unvergessen ist die doppelseitige Anzeige aus dem Jahr 2001. Sie zeigte zwei Fotos der CDU-Vorsitzenden – das erste mit biederem Pagenkopf und der Frage „Lust auf eine neue Frisur?“, das zweite mit wirr abstehendem Haar und der Antwort: „Mieten Sie sich ein Cabrio.“

Damals sah Merkel die Kampagne mit dem Seitenhieb auf ihre viel diskutierte und kritisierte Frisur gelassen. Sie wolle nicht juristisch gegen ihren Einsatz als Werbefigur vorgehen, sagte sie – und bewies sogar Humor mit ihrer Idee zur Wiedergutmachung. Frau Sixt, schlug Merkel vor, könne sie ja einmal zu einer Cabriofahrt einladen.

„Wir warten gespannt darauf, dass auch die erste Bestellung aus dem Bundeskanzleramt bei uns eintrifft.“ Take Eat Easy

Deutschlandchef Christoph Kraemer

„Wir warten gespannt darauf, dass auch die erste Bestellung aus dem Bundeskanzleramt bei uns eintrifft.“

Ob die Kanzlerin bei der neuesten Werbung auf ihre Kosten – dieses Mal nicht von Sixt, sondern von einem belgischen Start-up – genauso viel Spaß versteht? Immerhin geht es um ein heikles Thema: Griechenland und den ewigen Schuldenstreit, in dem auch Merkel und Finanzminister Wolfgang Schäuble nicht immer einer Meinung sind.

Im Februar – wieder einmal ging es darum, ob Griechenland weitere Finanzhilfen beantragt oder nicht – hatte Schäuble mit einer Mischung aus Englisch und Badisch, aber unmissverständlich klargestellt, dass der Regierung von Ministerpräsident Alexis Tsipras nicht mehr viel Zeit bleibt. „Am 28., 24 Uhr, isch over“, polterte Schäuble und schaffte es mit seiner Drohung in alle Nachrichtensendungen.

Eine Steilvorlage, dachte sich das 2013 in Brüssel gegründete Unternehmen Take Eat Easy. Das Start-up sieht sich als Dienstleister für Restaurants, die keinen Lieferservice haben – und buhlt in Berlin gerade mithilfe von Deutschlands bekanntesten Politikern um Aufmerksamkeit auf dem umkämpften Markt.

Mitten in der Hauptstadt, auf dem Alexanderplatz, stehen zwei große Plakate. Darauf zu sehen sind Schäuble und Merkel, die sich gegenseitig füttern. Über dem Konterfei des Finanzministers beginnt der Satz „When isch over ...“, der mit „Take Eat Easy“ über dem Konterfei der Kanzlerin endet. Darunter das Versprechen: „Das Essen der besten Restaurants in Berlin per Fahrradkurier in 30 Minuten bei Dir.“ Das Ganze ist eine Anspielung auf das Verhältnis zwischen Merkel und Schäuble, um das es momentan wegen der Grexit-Debatte nicht zum Besten bestellt ist.

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