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12.09.2012

13:58 Uhr

Planungsdesaster

Elbphilharmonie könnte 175 Millionen Euro mehr kosten

Die Negativschlagzeilen um den Bau der Hamburger Elbphilharmonie reißen nicht ab. Die Kosten für den Bau des Prestige-Objekts könnten laut Einschätzung der Grünen um weitere 175 Millionen Euro steigen.

Die Baustelle der Elbphilharmonie in Hamburg. dpa

Die Baustelle der Elbphilharmonie in Hamburg.

HamburgDie Kosten für den Bau der Hamburger Elbphilharmonie könnten nach Informationen der Grünen weiter steigen. „Seit der im Sommer verkündeten Einigung ist fast nichts passiert. Mittlerweile liegt das zusätzliche Kostenrisiko bei 175 Millionen Euro plus X“, sagte die Haushaltsexpertin der Grünen, Anja Hajduk, am Mittwoch in Hamburg. Bisher kostet der Prachtbau die Steuerzahler 323,5 Millionen Euro. Die Elbphilharmonie sollte am Mittwoch auch Thema in der Hamburger Bürgerschaft sein.

Durch eine verfehlte Verhandlungsstrategie mit dem Baukonzern Hochtief und riskante Zusagen verliere der SPD-Senat mehr und mehr die Kontrolle über das Projekt, kritisierte Hajduk. „Bürgermeister Olaf Scholz hatte sinngemäß versprochen, dass die Elbphilharmonie mit Amtsübernahme des SPD-Senats zügig und kostenstabil zu Ende gebaut werde“, sagte Eva Gümbel, Obfrau der Grünen im Parlamentarischen Untersuchungsausschuss (PUA) Elbphilharmonie.

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Die Arbeiten auf der Baustelle sollen offenbar noch ein weiteres Jahr ruhen.

„Was wir seit dem Frühjahr 2011 sehen, ist etwas anderes: Der Senat hat markig geredet und hoch gepokert, Ergebnis ist ein mittlerweile elfmonatiger Stillstand auf der Baustelle.“ Bürgermeister und Kultursenatorin hätten riskante Ultimaten gestellt. In letzter Minute sei ein vages Eckpunktepapier als Einigung und Signal für den Weiterbau verkauft worden. „Jetzt zeigt sich: Die Situation ist derzeit verfahrener als jemals zuvor“, meinte Gümbel.

Seit zwei Monaten warteten alle Beteiligten auf eine vertragliche Umsetzung des Eckpunktepapiers. „Wir möchten nicht noch länger warten“, sagte Gümbel. Katastrophal wäre es, wenn alle strittigen Kostenfragen erst nach Baufertigstellung von einem Schiedsgericht geklärt würden, so wie es das Eckpunktepapier vorsieht, meinte Hajduk. „Das würde einen Prozess in Gang setzen, in dem alle Beteiligten Berge von Dokumenten zur Beweissicherung in eigener Sache anlegen. Wir fordern, dass ein Schiedsgericht definitiv schon vorher strittige Punkte entscheidet.“

Seit fast elf Monaten ruhen die Arbeiten an Hamburgs berühmtester Baustelle, weil sich die Stadt und Hochtief über die Sicherheit des Saaldaches streiten. Am 17. Juli hatten sich beide Parteien in einem Eckpunktepapier auf einen Weiterbau geeinigt, viel ist seitdem auf der Baustelle aber nicht passiert. Bisher kostet die Elbphilharmonie die Steuerzahler 323,5 Millionen Euro.

Von

dpa

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