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03.04.2006

16:40 Uhr

Polizei durchsucht mehrere Büros

Weiterer Untreueverdacht im Fall Heros

Wegen des Verdachts auf weitere Unterschlagungen bei der insolventen Geldtransportfirma Heros hat die Staatsanwaltschaft Hannover neun Büros und Wohnungen durchsuchen lassen.

HB HANNOVER. Hintergrund sei der Verdacht der Untreue zum Schaden von Heros, sagte der Sprecher der ermittelnden Staatsanwaltschaft Hannover, Manfred Knothe. Über eine Briefkastenfirma, an der die Ehefrau des inhaftierten Heros-Inhabers beteiligt sei, sollen seit April 2005 fünf Mill. Euro abgezweigt worden sein. Dabei sollen Teile für Heros-Fahrzeuge über diese Briefkastenfirma zu überhöhten Preisen weiterverkauft und letztlich von Heros bezahlt worden sein, sagte Knothe.

In neun Wohnungen und Büros unter anderem in Hannover, Hamburg, Mannheim und im österreichischen Graz sei umfangreiches Material sichergestellt worden, sagte Knothe.

Der Heros-Inhaber und drei führende Mitarbeiter sollen nach bisherigen Erkenntnissen der Ermittler rund 350 Mill. Euro an Kundengeldern veruntreut haben. Außerdem wird gegen einen früheren Mitarbeiter der Kölner Rewe-Gruppe ermittelt. Er soll Knothe zufolge mindestens 70 000 Euro von Heros erhalten haben, damit er stillhielt, wenn Heros Kundengelder verspätet überwies.

Heros hatte im Februar in Folge der Betrugsaffäre Insolvenzantrag gestellt. Dadurch hat Rewe nach eigenen Angaben 160 Mill. Euro verloren. „Wir gehen davon aus, dass die Ausfälle von Versicherungen abgedeckt sind“, sagte Vorstandschef Achim Egner in Köln.

Der Mannheimer Versicherung, die als Transportversicherer für Heros tätig war, droht die Drogerie-Kette Schlecker einem Medienbericht zufolge mit Klage. Schlecker fordere mehrere Mill. Euro von der Tochter der österreichischen Assekuranz Uniqa, berichtete das Nachrichtenmagazin „Focus“. Der Schlecker-Anwalt berufe sich auf eine Police, die auch den Versicherungsschutz von Geldern umfasse, die nicht beim Kunden ankämen.

Die Mannheimer Versicherung muss nach eigenen Angaben möglicherweise aber gar nicht haften: Offenbar wurden von Heros eingezahlte Gelder nicht auf Treuhandkonten der jeweiligen Kunden, sondern auf andere Konten überwiesen. Die Transportversicherung umfasst aber nach Angaben der Mannheimer nur die Veruntreuung von Bargeld, nicht von solchem Giralgeld.

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