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10.10.2015

13:58 Uhr

Post-Chef Appel

Künftig wohl keine jährliche Portoerhöhung

Stetig ist das Briefporto in den vergangenen Jahren geklettert. Ein weiterer Aufschlag sei wohl nötig, sagt Post-Chef Appel. Zur jährlichen Gewohnheit soll das allerdings nicht werden – voraussichtlich zumindest.

Die „Bild“-Zeitung berichtete, dass das Porto Ende 2015 von 62 auf 70 Cent angehoben werden soll. dpa

Erhöhung

Die „Bild“-Zeitung berichtete, dass das Porto Ende 2015 von 62 auf 70 Cent angehoben werden soll.

Bonn/MünchenDie Post dürfte das Briefporto 2016 erneut erhöhen – in den Folgejahren kommen auf die Kunden nach Einschätzung von Konzernchef Frank Appel aber vorerst keine regelmäßigen Aufschläge zu. „Mit jährlichen Preissteigerungen müssen die Konsumenten zukünftig (...) sicher nicht rechnen“, sagte Appel der „Süddeutschen Zeitung“. Jedoch müsse die Post berücksichtigen, wie genau die Regulierung des Briefmarkts aussehen wird. Derzeit werden bei der Bundesnetzagentur die Vorgaben überarbeitet, die die Spielräume für Portoerhöhungen abstecken.

Die mögliche Zunahme des Portos für den Standardbrief im kommenden Jahr verteidigte Appel. „Wir müssen in der Briefzustellung genug Geld erwirtschaften, um unsere Leistungsfähigkeit in Deutschland zu erhalten“, sagte er dem Blatt. Ende September hatte die „Bild“-Zeitung von einer angeblich geplanten, saftigen Erhöhung von 62 auf 70 Cent pro Standardbrief berichtet.

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Vorstandschef Frank Appel führt die Post zu Rekordgewinnen. Trotzdem verschlechtert sich die Finanzlage – Wachstum und Pensionsvorsorge kosten den Konzern viel Geld. Eine Bilanz-Analyse.

„Wir sind hier von dem Rahmen abhängig, den der Regulator setzt“, sagte Appel in dem SZ-Interview. Im europaweiten Vergleich lägen die Briefpreise bei der Deutschen Post derzeit noch „am unteren Ende des Mittelfelds“. Spekulationen über eine Einstellung der Post-Auslieferung an Montagen erteilte Appel eine Absage: „Es wird weiter eine Zustellung am Montag geben, das gehört zu unserem Qualitätsversprechen.“

Auch der VW-Abgas-Skandal beschäftigt den Vorstandschef des Bonner Logistik-Riesen. Von den rund 90.000 firmeneigenen Fahrzeugen kommen etwa 20.000 von Volkswagen, wie Appel berichtete. Entsprechend forderte er „volle Transparenz“ von dem Autokonzern. Danach müsse es einen Maßnahmenplan geben, „um nachzubessern oder umzurüsten“.

Die Konkurrenten der Deutschen Post

DPD

DPD Deutschland gehört zur DPD Group, nach eigenen Angaben das zweitgrößte Netzwerk von Paketdiensten in Europa. Die Zentrale des Unternehmens mit 7500 Mitarbeitern ist in Aschaffenburg (Bayern). Im März 2015 kündigte der Paketdienst an, die Deutsche Post DHL mit einer einheitlichen europäischen Marke herauszufordern. So soll das Paketnetz europaweit auf 22.000 Stationen erweitern werden.

Quelle: dpa

Pin Mail AG

Bei dem Postdienstleister mit Sitz in Berlin dominiert die Farbe Grün - statt Post-Gelb. Die Firma hat rund 1150 Mitarbeiter und beförderte 1999 in der Hauptstadt die ersten Briefsendungen.

Hermes

Der international tätige Handels- und Logistikdienstleister ist ein Tochterunternehmen der Otto Group und beschäftigt rund 9000 Mitarbeiter in Deutschland. In Europa bewegte die Hamburger Firma im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben 530 Millionen Sendungen im Paket- und Logistikgeschäft. Deutschland gehört zu den Kernmärkten.

TNT

Das niederländische Unternehmen ist nach eigenen Angaben einer der weltweit führenden Anbieter von Expressdienstleistungen für Geschäftskunden. Dazu gehört die deutsche TNT Express GmbH mit Sitz in Troisdorf (Nordrhein-Westfalen) mit etwa 3700 Mitarbeitern. Im Jahr 2013 hatten die EU-Wettbewerbshüter eine Fusion mit dem US-Paketdienst UPS untersagt.

UPS

Der US-Paketdienstleister bezeichnet sich als der größte Express- und Paketzustelldienst weltweit mit rund 435 000 Mitarbeitern. Im April 2015 kündigte UPS-Deutschland-Chef Frank Sportolari in der „Wirtschaftswoche“ an, dass der Konzern eine Milliarde Euro in Europa investieren wolle - unter anderem in den Ausbau seiner Sortierzentren und in neue Paketshops.

Die Ereignisse bei VW bezeichnete Appel als „natürlich nicht schön“. Allerdings glaube er nicht, dass die gesamte deutsche Wirtschaft – wie von einigen Kritikern befürchtet – durch die Affäre um gefälschte Messwerte bei Dieselmotoren aus dem Volkswagen-Konzern Schaden nehme.

Von

dpa

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