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10.01.2008

11:02 Uhr

Postdienstleister

Erste Interessenten für die Pin Group

VonAxel Granzow und Holger Alich

Die angeschlagene Axel-Springer-Tochter steht anscheinend auf dem Einkaufszettel mehrerer Investoren. Postunternehmen aus anderen europäischen Ländern haben ihr Interesse bekundet, und auch ein Finanzinvestor hat eine Auge auf die Pin Group geworfen. Der kolportierte Kaufpreis: ein symbolischer Euro.

Könnte bald einen neuen Arbeitgeber haben: Ein Mitarbeiter der Pin Group. Foto: ap ap

Könnte bald einen neuen Arbeitgeber haben: Ein Mitarbeiter der Pin Group. Foto: ap

DÜSSELDORF/PARIS. Für den angeschlagenen Postdienstleister Pin Group haben sich erste Interessenten gemeldet. Darunter sind auch ausländische Postkonzerne. In Frage käme die französische La Poste, die Österreichische Post, aber auch der Finanzinvestor CVC Capital, der bereits an der belgischen und der dänischen Post beteiligt ist, oder die Suisse Post, die mit Primemail hier zu Lande aktiv ist. Mit dem Mehrheitsgesellschafter der Pin Group, dem Medienkonzern Axel Springer, sei bereits Kontakt aufgenommen worden, erfuhr das Handelsblatt aus Beraterkreisen. Eine Springer-Sprecherin wollte dies nicht kommentieren.

La Poste verneinte auf Anfrage ein Interesse an der Pin. Die Franzosen sind bereits mit dem Paketdienst DPD in Deutschland stark vertreten, aber noch nicht im Briefgeschäft. Ein klares Dementi kam von der Österreichischen Post, die ebenfalls auf Expansionskurs ist. „Dies ist für uns kein Thema,“ sagte ein Sprecher.

Springer will dem Vernehmen nach hohe Investitionen in die defizitäre Pin mit ihren 9 000 Beschäftigten sicherstellen, die Rede ist von 300 Mill. Euro. Als Kaufpreis für die Springer-Anteile waren bereits ein symbolischer Euro und eine Bezahlung über spätere Gewinnbeteiligungen im Gespräch.

Pin-Chef Horst Piepenburg sagte der „Süddeutschen Zeitung“, dass Anfragen von strategischen und Finanzinvestoren aus dem In- und Ausland für Pin vorlägen. Bisher haben 17 von 91 Pin-Töchtern Insolvenz angemeldet. Pin war Ende 2007 in eine Schieflage geraten, nachdem Springer den Geldhahn zugedreht hatte. Als Grund wurden die schlechten Aussichten wegen des zu hohen Mindestlohns genannt. Piepenburg rechnet dadurch mit Mehrkosten von bis zu 45 Mill. Euro. Doch lasse sich der größte Teil davon durch die Finanzierung des Insolvenzgeldes auffangen, sagte er der „Zeit“.

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