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21.02.2011

13:27 Uhr

Postdienstleister

TNT muss kräftig sparen

Der vor der Aufspaltung stehende niederländische Logistikkonzern TNT setzt auf Einsparungen im Kampf gegen den schrumpfenden Briefmarkt.

Bei TNT verändert sich derzeit eine Menge. Quelle: dpa

Bei TNT verändert sich derzeit eine Menge.

AmsterdamAuf dem Weg zurück zu den Wurzeln als klassischer Postdienstleister muss der nach der Deutschen Post zweitgrößte Logistikkonzern Europas Ballast abwerfen. Der harte Winter und die ersten Streiks seit 25 Jahren haben den Abwärtstrend bei den Briefvolumina zuletzt noch verschärft. Im Expressgeschäft wies TNT am Montag hingegen erste Verbesserungen der Rendite aus. Im Vergleich zum rückläufigen Briefgeschäft legte der Betriebsgewinn der lukrativen Express-Sparte im vierten Quartal um fünf Prozent zu.

Im Dezember hatte TNT angekündigt, sein Expressgeschäft wegen unterschiedlicher Strategien und begrenzter Synergien von der traditionellen Briefsparte zu trennen. Das Mutterunternehmen will weiterhin das Briefgeschäft betreiben und 29,9 Prozent an der Express-Sparte behalten. Die Branchenriesen FedEX und United Parcel Service gelten als Kaufinteressenten. Eine Konsolidierung in der Branche gilt unter Analysten als wahrscheinlich. Laut Bakker kann jeder ein Gebot abgeben. Ein Zusammengehen mit der Post-Tochter DHL könne er sich aber nicht vorstellen. Das Expressgeschäft konzentriert sich vor allem auf die schnelle Zustellung von Paketsendungen sowie auf die Fracht und Mehrwertangebote. TNT-Chef Peter Bakker zufolge ist der Konzern bei der Ausgliederung dem Zeitplan voraus. Bis Ende Mai würden beide Sparten getrennt an der Börse gelistet.

Im vierten Quartal legte der Betriebsgewinn des Expressgeschäfts knapp fünf Prozent auf 107 Millionen Euro zu.

Im Briefgeschäft brach er wegen der zunehmenden Konkurrenz durch E-Mail und Internet ein Fünftel auf 185 Millionen Euro ein. Mit beiden Kennziffern übertraf TNT aber die Erwartungen der Analysten. Trotz der Verbesserungen zeigte Bakker auch neue Probleme durch das harte Winterwetter auf. Dies verursachte unter anderem zusätzliche Kosten. Die Niederländer erklärten zudem, die Volumina im Briefgeschäft könnten weiter nachgeben.

Sie erwarten 2011 einen Rückgang von acht bis zehn Prozent.

Für das neue Geschäftsjahr rechnet TNT im Briefgeschäft mit einem operativen Gewinn zwischen 130 und 170 Millionen Euro. Im Expressgeschäft soll der operative Gewinn zwischen 400 und 420 Millionen Euro liegen. Zugleich warnte Finanzchef Bernard Bot vor den Auswirkungen der gestiegenen Kraftstoffpreise.

Analysten zeigten sich enttäuscht. Die TNT-Aktie gab 2,4 Prozent nach. Die Papiere der Deutschen Post lagen rund ein Prozent im Minus.

Von

rtr

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