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15.01.2007

09:24 Uhr

PR- und Rechtsberatung

Eon beschert Mega-Mandate

VonRobert Landgraf

Eon, Bayer, Linde – drei Namen, die für die größten angekündigten Übernahmen mit deutscher Beteiligung 2006 stehen. Die Deals erfreuen nicht nur die Investmentbanker, sondern auch die PR-Agenturen.

Führende PR-Firmen und Anwaltskanzleien in Deutschland

Führende PR-Firmen und Anwaltskanzleien in Deutschland

FRANKFURT. Sowohl die Banken als auch die Anbieter von Finanzkommunikation kassieren Millionen für ihre Beratung. Denn bei den Deals selbst geht es jeweils um zweistellige Milliardenbeträge. Der geplante Kauf des spanischen Versorgers Endesa durch Eon mit über 50 Mrd. Euro besitzt sogar das Format eines Mega-Deals, wie er alle Jahrzehnte einmal vorkommt – zuletzt beim Erwerb von Mannesmann durch Vodafone Ende 1999.

Entsprechend zieht sich die Eon-Transaktion durch die Rennlisten der PR-Berater. Bei den Top-Kommunikationsspezialisten wäre etwa Eurocofin (siehe „PR-Berater in Deutschland“) sonst nicht zu finden gewesen. Das Unternehmen ist in Deutschland nicht aktiv, ganz im Gegensatz zur britischen Brunswick, die ebenfalls an dem Deal arbeitet. Brunswick hat die angekündigte Transaktion 2006 den Spitzenplatz gebracht, der durch folgende Engagements untermauert wurde: durch die Beteiligung beim Kauf des Gaseherstellers BOC durch Linde, das Abwehrmandat von Schering bei der gescheiterten feindlichen Übernahme durch die Darmstädter Merck sowie durch den Kauf von Schwarz-Pharma durch den belgischen Konkurrenten UCB.

Insgesamt gilt es in der Branche als unstrittig, dass in Deutschland die PR-Agenturen Brunswick, Hering Schuppener, A&B Financial Dynamics (A&B FD) und CNC den Markt für Finanzkommunikation bestimmen. Das dürfte sich indes auf Dauer ändern, denn „Deutschland bietet Platz für sechs große Spieler in der Finanzkommunikation“, wie Alexander Geiser, Partner bei Hering Schuppener meint.

Die Geschäfte werden auch im Jahr 2007 nach den Worten von Thomas Knipp, Geschäftsführer von Brunswick, rund laufen: „Aktive Investoren wie Hedge-Fonds bringen mehr Musik in die Finanzkommunikation.“ Sie suchten nach Unternehmen, die an der Börse unter Wert notierten, und davon gebe es in Deutschland einige. Rund 90 Prozent der Transaktionen mit deutscher Beteiligung seien grenzüberschreitend, sagt Geiser. „Das wird auch 2007 so bleiben“, fügt er hinzu.

Dabei rechnet Ivo Lingnau, Geschäftsführer von A&B FD, mit einem verstärkten Auftreten von Unternehmenskäufern aus Schwellenländern in Europa. Er nennt das Beispiel der indischen Mittal, die den europäischen Stahlhersteller Arcelor geschluckt hat. Dieser Trend werde Deutschland ebenfalls erreichen, wenn Vermögen aus Russland, Indien und den Golfstaaten verstärkt nach Anlage suche. Und Bernhard Meising, Partner bei CNC, sieht den Anlagedruck der Finanzinvestoren als ungebrochen an. Angesichts dessen würden Private-Equity-Häuser „künftig sicherlich häufiger eine feindliche Übernahme versuchen, wie das jetzt bei Techem der Fall war“, sagt Knipp.

Bei den Rechtsanwaltskanzleien konnte sich Hengeler Müller an die Spitzenposition schieben. Clifford Chance erreichte erneut Platz zwei, und Cravath Swaine & Moore wurde von Rang 41 auf Platz drei katapultiert (s. Anwälte in Deutschland). Alle drei arbeiten auch am Eon-Deal.

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