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04.06.2012

10:37 Uhr

Praktiker

Großaktionär will Neustart des Aufsichtsrats

Der Praktiker-Großaktionär Maseltov strebt eine Neubesetzung des Aufsichtsrats an. Auf der Hauptversammlung sollen die Anteilseigner eine Kapitalerhöhung und Zugriffsrechte des US-Finanzinvestors Anchorage billigen.

Die Baumarktkette Praktiker setzt auf einen glaubhaften Neuanfang. dpa

Die Baumarktkette Praktiker setzt auf einen glaubhaften Neuanfang.

WienDer Praktiker-Großaktionär Maseltov fordert eine Neubesetzung des Aufsichtsrats. Der Fonds will auf der Hauptversammlung am 4. Juli fast alle vom Baumarkt-Konzern benannten Aufsichtsratmitglieder absetzen - darunter den Aufsichtsratchef Kersten von Schenck und den derzeit als Vorstandschef agierenden Kay Hafner, wie Maseltov am Montag mitteilte. Statt Hafner strebt die Sprecherin des Fonds, Isabella De Krassny, in das Kontrollgremium, wie aus einem entsprechenden Änderungsantrag zur Hauptversammlung hervorgeht. Maseltov hält zehn Prozent der Praktiker-Anteile. Gemeinsam mit den von der österreichischen Bank Semper Constantia gehaltenen Aktien verwaltet De Krassny einen Anteil von rund 15 Prozent.

„Der strategischen Repositionierung des Unternehmens muss nun ein glaubhafter Neustart im Aufsichtsrat folgen“, sagte De Krassny. Die Vorschläge für die Neubesetzung hätten bestehende Aktionäre an Maseltov herangetragen. „Wir wollen auch, dass die zukünftigen Financiers der Praktiker-Neuausrichtung die Möglichkeit haben im Aufsichtsrat Eingang zu finden.“

Praktiker hatte Mitte Mai nach einer bereits monatelangen Sanierungsphase einen überraschenden Kursschwenk vollzogen, die bisherigen Pläne eingedampft und den Chef ausgewechselt. Auf der Hauptversammlung sollen die Anteilseigner nun eine weitreichende Kapitalerhöhung sowie Zugriffsrechte des US-Finanzinvestors Anchorage auf ein 15-prozentiges Aktienpaket billigen. Anchorage ist der wichtigste Kreditgeber für die Sanierung des ums Überleben ringenden Konzerns. Er soll den Plänen zufolge einen 85 Millionen Euro schweren vorrangigen Kredit zur Verfügung stellen, der mit den Filialen der Tochter Max Bahr abgesichert ist. Max Bahr gilt als Tafelsilber von Praktiker. De Krassny hatte diesen Plan kritisiert und erklärt, es sei keine Gefahr im Verzug, die eine Verpfändung von so wichtigen Unternehmensteilen rechtfertige.

Für die geplante Kapitalerhöhung hatten Maseltov und Semper Constantia bereits vor einigen Wochen Unterstützung signalisiert. „Wir unterstützten das Unternehmen und den Vorstand in seinen Bemühungen die Finanzierung unter der Gewährleistung der Aktionärsinteressen sicherzustellen“, hieß es nun in der Mitteilung.

Praktiker hatte sich mit seinen jahrelangen 20-Prozent-Rabattaktionen in eine Sackgasse manövriert. Sie kurbelten zwar den Umsatz an, brachten aber keinen Gewinn. Als die Baumarktkette die Rabatte abschaffte, brach das Geschäft ein. Auch die Expansion nach Osteuropa erwies sich in der Wirtschaftskrise als Belastung. Im vergangenen Jahr schrieb der Konzern bei 3,2 Milliarden Euro Umsatz mehr als eine halbe Milliarde Euro Verlust - den größten Fehlbetrag seit dem Börsengang 2005. Im ersten Quartal 2012 hatte ein Umsatzplus im Deutschlandgeschäft Hoffnungen auf eine Trendwende geweckt.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Meckentosch

05.06.2012, 07:11 Uhr

Wenn man das liest,muss man sich wirklich die Frage stellen:
Lügt die Presse oder Praktiker ?
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