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29.08.2012

15:26 Uhr

Praktiker

Rettungsplan steht auf der Kippe

Verhandlungskreisen zufolge steht die Rettung des Baumarktkonzerns Praktiker am Scheideweg. Der US-Finanzinvestor Anchorage fordert weitreichende Zugeständnisse und droht, seine Kredit-Offerte zurückzuziehen.

Die Zukunft der Baumarktkette ist weiter unklar. dapd

Die Zukunft der Baumarktkette ist weiter unklar.

FrankfurtDer Rettungsplan des Baumarktkonzerns Praktiker steht Verhandlungskreisen zufolge auf der Kippe. Der US-Finanzinvestor Anchorage, dessen 85-Millionen-Euro-Kredit Kern des Sanierungskonzepts ist, dränge auf eine Entscheidung und drohe, seine Offerte zurückzuziehen, wenn der Aufsichtsrat am Mittwoch nicht grünes Licht für die Vereinbarung gibt. Der Aufsichtsrat des angeschlagenen Unternehmens will am Abend zusammentreten, wie vier mit der Tagesordnung des Treffens vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch sagten. „Wir müssen weg von der Hängepartie“, sagte ein Insider. Die Gespräche mit dem Hedgefonds ziehen sich bereits seit Monaten hin. „Irgendwann ist einmal zu Ende verhandelt“, sagte ein anderer Teilnehmer.

Ein Sprecher von Praktiker wollte sich nicht zum Stand der Verhandlungen äußern. Der Vorstand und die Berater von Praktiker sehen keine Alternative zu dem Kredit, für den Anchorage über 16 Prozent Zinsen fordert. Außerdem verlangt der US-Investor als Pfand die Konzerntochter Max Bahr, die als einzig wertvoller Teil des Unternehmens gilt. Anchorage verfolgt oft die Strategie, vom Kreditgeber zum Eigentümer eines Unternehmens zu werden, beim Autozulieferer Honsel und beim Schiffsbauer Bavaria Yachts hatte der Finanzinvestor damit Erfolg.

Die beliebtesten Baumärkte

Ruinöser Preiskampf

Experten sind sich weitgehend einig: In Deutschland gibt es schlichtweg zu viele Baumärkte. Unter diesen Bedingungen ist der Preiskampf hoch und die Margen gering. Es folgt eine Übersicht über die beliebtesten Baumärkte.

Platz 10

Auf Rang zehn liegt Marktkauf. 3,2 Prozent der befragten Deutschen gaben an, 2010 dort eingekauft zu haben. 32,7 Prozent der 23.000 Befragten gaben übrigens an, gar keinen Baumarkt besucht zu haben.

Platz 9

Auf Platz 9 landet Hellweg Baumarkt mit 3,7 Prozent.

Platz 8

Die Globus-Kette steht auf Rang acht: 4,6 Prozent der Befragten gaben an, hier eingekauft zu haben.

Platz 7

Max Bahr rangiert auf dem sechsten Platz mit einem Anteil von 5,5 Prozent.

Platz 6

Nicht unter den Top-Five steht Bauhaus, nämlich nur auf Rang sechs. Mit 9,3 Prozent liegt die Kette nur knapp hinter ...

Platz 5

... Hornbach. Die auch durch intensive TV-Werbung recht bekannte Kette kommt auf zehn Prozent.

Platz 4

Knapp davor rangiert mit 10,4 Prozent Hagebaumarkt.

Platz 3

Etwas überraschend liegen die Baumärkte von Toom vor der Konkurrenz von Hagebaumarkt und Hornbach. Allerdings nur knapp: 10,6 Prozent der Befragten gehen hier gern shoppen.

Platz 2

Mit deutlichem Abstand liegen die beiden Dickschiffe der Branche vorne. Die Silbermedaille geht an Praktiker. Die Kette befindet sich in einem umfangreichen Umbauprozess und musste dabei so manchen Rückschlag einstecken. 20,8 Prozent der Deutschen waren 2010 in einem der blau-gelben Märkte.

Platz 1

Branchenführer im Hinblick auf die Beliebtheit ist Obi. Der Wert liegt bei 26,3 Prozent.


Bisher vergeblich fordert Anchorage Finanzkreisen zufolge noch weitere Zugeständnisse, unter anderem von den Vermietern der Baumarkt-Immobilien der Tochter Max Bahr. Diese sind nach der Insolvenz der Immobiliengesellschaft Moor Park der Royal Bank of Scotland zugefallen. Die Mieten lägen deutlich über dem Branchenüblichen, sagten mehrere Insider. „Wenn sich Vermieter, aber auch die Banken nicht bewegen, wird sich Anchorage zurückziehen“, sagte ein Insider. Die RBS äußerte sich zunächst nicht zu den Forderungen.

Praktiker will die Frage der Mieten aus den Verhandlungen heraushalten. Ein Sprecher betonte, das Unternehmen konzentriere sich auf das 160 Millionen Euro schwere Finanzierungspaket, das mit Anchorage, den Banken und Warenkreditversicherern verhandelt wird. Die Gespräche mit den Vermietern stünden auf einem anderen Blatt. „Wir verhandeln mit allen Vermietern über die Mietkonditionen“, sagte er.

Praktiker-Aktionärsvertreterin Isabella de Krassny drängt seit längerem darauf, die Gespräche mit Anchorage abzubrechen. Die Zinsen, die der Investor fordert, seien Wucher. De Krassny hat zusammen mit dem Investor Clemens Vedder ein eigenes Finanzierungskonzept vorgelegt, das der Praktiker-Vorstand aber ablehnt. Auch in diesem Konzept ist Max Bahr als Sicherheit vorgesehen. Zwei Vertraute von de Krassny sitzen im Praktiker-Aufsichtsrat.

Teil des Vorstandskonzepts ist auch eine Kapitalerhöhung über 60 Millionen Euro. Hier könnten sich praktische Probleme ergeben: Die Praktiker-Aktie notierte am Mittwoch bei 1,02 Euro. Unter dem Nennwert von einem Euro dürfen aber neue Aktien nicht ausgegeben werden. Damit würde bei Praktiker womöglich vorher ein Kapitalschnitt fällig.

 

Von

rtr

Kommentare (2)

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aufmandler

29.08.2012, 17:36 Uhr

anchorage hat refinanzierungsprobleme die tage ,wie so viele heuschrecken

die anchorage investoren üben kritik an denfertigkeiten und fähigkeiten ihrer hausmeier

geier im blindflug.

es geht sicher besser und vedder.

Momo

02.09.2012, 12:26 Uhr

Vielleicht sollte der an Selbstüberschätzung leidene Herr Werner seine Abfindung wieder zurück geben.Außer großen Sprüchen,mit der er seine Ahnungslosikeit kaschiert hat,hat er nix vernünftiges auf den Weg gebracht.Davon kann man sicher schon 2-3 Märkte umbauen.Ich hoffe sowas wie der bekommt nirgendwo mehr einen Job.Der Kreditgeber Anchorage ist der Untergang der Baumarktkette.Wie will man den Kredit zurück zahlen,nur weil Max Bahr statt Praktiker auf den Häusern steht kommt auch nicht mehr Geld durch den Haupteingang gelaufen.Wenn ein Kunde den gleichen Verkäufer jetzt in Gelb statt in Blau vor der Nase hat,heißt das noch lange nicht das er mehr Geld in den Filialen läßt.
Die großen Bosse sind viel zu weit von der Fläche weg,und haben vom Baumarkt und wie er in der praxis funktioniert,keine Ahnung.
Ich hoffe das was die vor haben funktioniert. Bis dann ...

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