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24.04.2014

13:54 Uhr

Preisanstieg bei Ryanair & Co.

Billig fliegen war gestern

Die Preise der Billigflieger ziehen deutlich an, der Ticketpreis liegt bereits bei 70 bis 160 Euro. Teurere bieten aber auch besseren Service. Germanwings und Ryanair werden von einer Airline aus Ungarn unterboten.

Die irische Fluggesellschaft Ryanair bietet deutschlandweit durchschnittlich die zweitgünstigsten Flüge an. dpa

Die irische Fluggesellschaft Ryanair bietet deutschlandweit durchschnittlich die zweitgünstigsten Flüge an.

KölnDie Billigflieger in Deutschland sind laut einer Untersuchung im Vergleich zum vergangenen Jahr deutlich teurer geworden. Je nach Airline lagen die Preise im Frühjahr durchschnittlich zwischen 70 und 160 Euro pro Flugticket, wie aus dem am Donnerstag veröffentlichten Low Cost Monitor des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) hervorgeht. Vor einem Jahr hätten Reisende im Schnitt zwischen 60 und 120 Euro für einen Flug bezahlen müssen.

Günstigster Anbieter war mit einem durchschnittlichen Ticketpreis von 69,99 Euro inklusive Steuern und Gebühren die Airline Wizz. Auf Platz zwei landete Ryanair mit einem Preis von 78,78 Euro. Bei Easyjet kostete das Ticket im Schnitt 97,44 Euro, Germanwings lag bei 144,33 Euro. Teuerster Anbieter war der Untersuchung zufolge Air Berlin mit einem durchschnittlichen Preis von 158,64 Euro. Es sei jedoch zu berücksichtigen, dass teurere Billigflieger teilweise auch besseren Service wie kostenlose Getränke böten, erklärte das DLR.

Für die Studie untersuchte das DLR die Preise auf rund 60 ausgewählten Strecken für Abflüge am nächsten Tag, in einer Woche, einem Monat und in drei Monaten. Die Durchschnittspreise seien stark vom Buchungszeitpunkt abhängig. Ein Flug, der am Vortag gebucht werde, könne ein vielfaches dessen kosten, was ein Flug in drei Monaten koste, erklärte das DLR. Die Spannbreite habe sich hier aber anscheinend verringert.

Die größten europäischen Billigflieger

Platz 10

Wizz Air: 42 Flugzeuge

Die ungarische Fluglinie Wizz Air hat ihr Streckennetz vor allem in Osteuropa. In Deutschland fliegt sie mit ihren 42 Airbus A320 die Flughäfen in Dortmund, Frankfurt-Hahn, Köln/Bonn, Lübeck und Memmingen an.

Quelle: DLR Low-Cost-Monitor 1/2014 (Stand: Frühjahr 2014). Es wurden ausschließlich in Deutschland operierende Airlines in das Ranking aufgenommen.

Platz 9

Jet 2: 49 Flugzeuge

Die britische Billig-Airline Jet 2 gibt es erst seit dem Jahr 2002, trotzdem hat sie mit 49 Flugzeugen eine der größten Flotten unter den europäischen Billig-Airlines. Mit ihren 38 Boeing 737-Maschinen und elf Boeing 757 fliegt die Airline viele Urlaubsziele im Mittelmeer und außerdem New York City an.

Platz 8

Germanwings: 55 Flugzeuge

Die Lufthansa-Tochter bleibt in den Top Ten der europäischen Billigflieger. Germanwings kommt der Aufstellung zufolge auf 55 Flugzeuge in der Flotte. Weil die Lufthansa allerdings noch weitere Flugverbindungen und Maschinen an die Tochter abgibt, wird die Zahl der Flieger noch zunehmen.

Platz 7

Flybe: 59 Flugzeuge

Die britische Airline Flybe betreibt mit 37 Maschinen die größte Flotte an Bombardier Dash Q8-400 Maschinen weltweit. Dazu kommen 22 Flieger von Embraer. Flybe hat seinen Sitz in Southampton und fliegt in Deutschland die Flughäfen in Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Hannover und Stuttgart an.

Platz 6

Vueling: 72 Flugzeuge

Die spanische Fluggesellschaft Vueling startete im Jahr 2004. Die Flotte der Billig-Airline besteht aus Flugzeugen der Typen Airbus A320 und A319. Der Billigflieger gehört mittlerweile zur International Airline Group (IAG), der Mutter von British Airways und Iberia. Die Flotte wächst weiter – auch dank der Übernahme von Iberia-Verbindungen.

Platz 5

Air Berlin: 88 Flugzeuge

Die Netzwerk-Airline Air Berlin ist ebenfalls im Ranking vertreten – mit Strecken, die als Low-Cost-Flüge gelten (siehe Hinweis). Die Fluggesellschaft hat 41 Airbus A319, A320 und A321, 46 Boeing 737 und eine ATR in der Flotte.
Hinweis: Das DLR spricht bei Air Berlin von einer „Grauzone“, in der mehrere Geschäftsmodelle Anwendung finden. In das Ranking wurden nur die bisherigen Low-Cost-Strecken der in Air Berlin aufgegangenen Fluggesellschaften aufgenommen. Bei der Flotte verhält es sich offenbar ähnlich. Die komplette Flotte von Air Berlin finden Sie hier.

Platz 4

Norwegian: 91 Flugzeuge

Zu Norwegian gehören 87 Boeing 737 und vier 787, viele davon sind mit Portraits berühmter skandinavischer Persönlichkeiten geschmückt. Norwegian gehört damit mittlerweile zu den großen im europäischen Luftraum.

Platz 3

HOP!: 102 Flugzeuge

Die Fluggesellschaft ist neu im Ranking – und schießt gleich auf Rang drei vor. Das hat einen einfachen Grund: Der Zusammenschluss mehrerer ehemaliger französischer Regionalflieger unter dem Dach der Air France bedient erst seit kurzem den deutschen Markt.

Platz 2

Easyjet: 197 Flugzeuge

Die britische Fluglinie Easyjet ist die Nummer zwei der Billigflieger in Europa. Zu der wachsenden Flotte gehören 138 Airbus A319 und 59 Airbus A320.

Platz 1

Ryanair: 297 Flugzeuge

Mit einer Flotte von mehr als knapp 300 Flugzeugen ist Ryanair unumstritten die größte Billig-Airline in Europa. Und die Flotte wird noch größer: Bei Boeing haben die Iren zuletzt 175 neue Flugzeuge bestellt.

Insgesamt konnten Reisende auf 466 Strecken mit einem Billigflieger in Deutschland abheben oder landen. Dies seien 43 Strecken und damit rund zehn Prozent mehr als im Vorjahr. Im europäischen Luftraum kommen die Billigflieger im Vergleich mit den regulären Airlines insgesamt auf einen Anteil an den Starts und Landungen von 27 Prozent.

Größter Billigflieger im deutschen Markt ist mit 1700 Starts und Landungen Air Berlin. Deutliche Auswirkungen habe aber die Neustrukturierung der Lufthansa und ihrer Tochter Germanwings. „Die Lufthansa-Tochter bot in diesem Winter 60 Prozent mehr Flüge an“, erklärte DLR-Experte Peter Berster. Die Lufthansa hatte im vergangenen Jahr ihren innerdeutschen und innereuropäischen Flugverkehr abseits ihrer Drehkreuze größtenteils auf Germanwings verlagert. Mit insgesamt 1200 Starts pro Woche habe Germanwings zu Air Berlin aufgeholt, erklärte Berster.

Von

afp

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

24.04.2014, 15:40 Uhr

Nicht zu vergessen sind ja noch die Serviceaufschläge bei Abzockeranbieter wie z.B. die Buchungsplattform ... fluege.de.

Diese Plattform verdient eher ihr Geld mit dem saftigen Aufschlag für Kreditkartenzahlungen oder bei VISA-Kartenbuchungen: 80,- "Service-Fee-Gebühr".
Auf mehrmalige schriftliche Anfrage was denn der Kunde für diese Servicegebühr erhält gab es bisher keine Antwort.

Und es wird geschworen, das diese Gebühr Anfang des jahres nicht im zu zahlenden Endpreis angezeigt wurde. Passend dazu wurde der Flug und die "Servicegebühr" auch einzeln belastet.

Naja, die schwer übergewichtige Werbefigur Kalle muss ja auch was auf die Rippen kriegen (schonmal gefragt warum im Spot die Flugbegleiterin so steht das die Sitzlehne nicht zu sehen ist? Richtig. Sonst fällt es auf das der Hungerhaken 2 Sitzplätze braucht.).

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